Roman Polanski

Gebeuteltes Regie-Ass: Roman Polanski. Vergrößern
Gebeuteltes Regie-Ass: Roman Polanski.
Fotoquelle: praszkiewicz/shutterstock.com
Roman Polanski
Geboren: 18.08.1933 in Paris, Frankreich

Roman Polanski gehört sicherlich zu den Regisseuren, die eine eigene, außergewöhnliche Sicht der Dinge präsentieren. Ähnlich wie in den späteren Werken von Altmeister Alfred Hitchcock versucht auch Polanski mit Suspense, Komik und manchmal auch einer deftigen Prise Surrealismus in seinen Filmen amoralische Geschichten zu erzählen. Doch im Gegensatz zu Hitchcock experimentierte Polanski mit unterschiedlichsten Genres, um nach eigener Aussage "die Möglichkeiten aller Filmkategorien zu erforschen".

Es ist wohl allgemein bekannt, dass seine finstere Betrachtungsweise und Herangehensweise an Geschichten auf ein traumatisches Erlebnis während seiner Kindheit zurückzuführen ist: Er wurde als Sohn eines polnischen Juden und einer russischen Immigrantin in Paris geboren. Als Polanski drei Jahre alt war, zog die Familie nach Krakau. Die Stadt wurde 1940 von den Nazis besetzt, die dann eine Mauer um das jüdische Ghetto bauten. Kurz bevor die Eltern ihre Reise in ein Konzentrationslager antraten, gelang es dem Vater, dem achtjährigen Roman zur Flucht zu verhelfen. Polanski überlebte durch die Hilfe einer freundlichen, katholischen Familie und auch durch seine Willensstärke.

Bereits in dieser Zeit entwickelte er eine Faszinatiuon fürs Kino und nutzte jede sich bietende Gelegenheit, um sich in einem Lichtspielhaus den flimmernden Illusionen hinzugegeben. Später erfuhr er, dass seine Mutter in Auschwitz starb. Sein Vater überlebte und kehrte nach Krakau zurück. Als sein Vater wieder heiratete, verlies der jugendliche Polanski sein zu Hause. Damals sah er zwei Filme, die ihn tief beeindruckt haben und sein späteres Werk stark beeinflussten: Laurence Oliviers "Hamlet" und Carol Reeds "Ausgestoßen".

Als 16-Jähriger folgte der noch unschuldige Polanski einem Mann in einen abgelegenen Bunker, weil ihm dieser eine Rennrad zeigen wollte. Doch Polanski wurde von dem Mann missbraucht und beinahe sogar getötet. 1950 wechselte er dann von einer technischen Schule auf eine Filmhochschule und versuchte sich bereits als Schauspieler am Krakauer Theater. Sein Leinwanddebüt als Schauspieler hatte er in Andrzej Wajdas "Pokolinie / Eine Generation". Außerdem spielte er auch in Wajdas "Lotna" (1959).

1954 war Polanski einer der sechs zugelassenen Schüler eines Regisseur-Kurses an der Staatlichen Filmhochschule Lodz. Drei Jahre später machte er seinen ersten Studenten-Film mit dem Titel "Rozbijemy Zabawe / Hör' auf zu tanzen". Anschließend entstand der berühmt gewordene Kurzfilm "Zwei Männer und ein Schrank", für den er fünf internationale Preise bekam. Schon dieser, wie auch seine nachfolgenden Kurzfilme, zeigten Polanskis Schwarzen Humor, der für seine spätere Filme charakteristisch ist. Sein Langfilmdebüt lieferte er 1961 mit dem Psycho-Drama "Das Messer im Wasser". Wie in seinen späteren Werken schrieb er auch am Drehbuch mit (hier mit Jerzy Skolimowski und Jakub Goldberg).

Polanski zog nach England, wo er auch seine nächsten Filme realisierte: "Ekel" (1965), "Wenn Katelbach kommt..." (1966) und die überaus erfolgreiche Dracula-Satire "Tanz der Vampire" (1967). Sein Hollywood-Debüt gab er 1967 mit dem fesselnden Horrorfilm "Rosemaries Baby".

Seinen nächsten Film "Macbeth" - eine kontroverse, weil überaus brutale Shakespeare-Adaption" - machte er kurz nachdem seine zweite, hochschwangere Frau, die Schauspielerin Sharon Tate, von der Charles Manson-Bande brutal niedergemetzelt wurde. 1973 drehte er in Italien die frivole Komödie "Was?" und anschließend mit dem Detektiv- Krimi "Chinatown" eines seiner faszinierenden Werke.

1976 folgte der in Paris spielende, packende und surrealistische Streifen "Der Mieter". 1977 - wieder zurück in Hollywood - war er Leidtragender einer mutmaßlichen Verleumdung. Im Haus von Jack Nicholson soll er ein dreizehnjähriges Mädchen vergewaltigt haben; Aussage stand gegen Aussage, aber Polanski musste nun auch die USA verlassen.

Er ließ sich in Paris nieder und es dauerte drei Jahre, bevor sein Flop "Tess" mit seiner damaligen, 17-jährigen Lebensgefährtin Nastassja Kinski entstand. Zwischenzeitlich versuchte Polanski sein Geld als Theaterregisseur zu verdienen: Er inszenierte Bergs "Lulu", Verdis "Rigoletto" und "Hoffmanns Erzählungen" an verschiedenen Theaterhäusern in Europa. 1981 inszenierte er in Warschau Peter Shaffers "Amadeus", der auch erfolgreich in Paris aufgeführt wurde.

Vor seinem nächsten Film "Piraten" lag ein filmschöpferisches Loch von sieben Jahren. Doch auch "Piraten" erwies sich trotz filmischer Qualitäten als kommerzieller Flop. Erst mit dem Thriller "Frantic" konnte er 1987 wieder einen Erfolg verbuchen. Ebenfalls 1988 kehrte er wieder ans Theater zurück: diesmal spielte er die Hauptrolle in Stephen Berkoffs Adaptation von Kafkas "Metamorphosis".

Nach der filmischen Sex-Grausamkeit "Bitter Moon" (1992) mit seiner jetzigen Frau Emmanuelle Seigner in der Hauptrolle, folgte das Drama "Der Tod und das Mädchen" (1994) und sein Film "Gli Angeli" (1996), der bislang seinen Weg in unsere Kinos nicht gefunden hat. 1999 inszenierte Polanski schließlich den Mystery-Thriller "Die neun Pforten" mit seiner Frau und Johnny Depp in den Hauptrollen, 2002 kam das Drama "Der Pianist" in unsere Kinos, dass Polanski 2003 den Oscar als bester Regisseur bescherte. 2005 entstand "Oliver Twist", 2006 erhielt Roman Polanski den Europäischen Filmpreis für sein Lebenswerk, 2008 hatte er einen Kurzauftritt als Medienmogul in der gelungenen Tragikomödie "Stilles Chaos".

Weitere Filme von und mit Roman Polanski: "Der Ghostwriter" (2010), "Der Gott des Gemetzels", "Roman Polanski: A Film Memoir" (beide 2011), "Venus im Pelz", "Verführt und verlassen" (beide 2013).


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