2012 reisten Schauspieler Alec Baldwin und der als "enfant terrible" verschrieene Regisseur James Toback zum Filmfestival nach Cannes, um dort, dem wohl größten Umschlagplatz in Sachen Film, das Geld für die Produktion eines Filmes mit dem Titel "Der letzte Tango in Tikrit" aufzutreiben. Die Idee: ein Art Remake des Bertolucci-Klassikers als politisches Erotikabenteuer im Mittleren Osten zwischen einem CIA-Agenten und einer Journalistin mit Alec Baldwin in der Hauptrolle. Baldwin und Toback verfolgten Regisseure, Produzenten, Hollywoodstars und Investoren gnadenlos in Kinosäle, Hotelzimmer und Luxusyachten, um für ihre Sache zu werben. Doch außer mitunter erstaunlichen Antworten erhielten die beiden trotz ihres Charmes und der guten Argumente nichts.

Die beiden schafften es mit relativ geringem Einsatz, vielen namhafte Größen des Filmgeschäfts interessante Kommentare zu entlocken und dadurch auch einige Geheimnisse über das Filmgeschäft zu erfahren. Für Filminteressierte und Insider bzw. solche, die sich dafür halten, birgt diese Dokumentation durchaus explosives Material, schildert es doch mitunter eindrucksvoll die Suche nach dem Geld. Außerdem weiß man oft nicht, ob das gerade zu sehende Interview echt oder inszeniert ist. Allerdings muss man sich auch fragen, warum diese TV-Dokumentation (in den USA von HBO produziert und ausgestrahlt) hierzulande in die Kinos kommt.

Foto: Weltkino