Charlotte Gainsbourg

Karriere ganz ohne Schauspielausbildung: Charlotte Gainsbourg. Vergrößern
Karriere ganz ohne Schauspielausbildung: Charlotte Gainsbourg.
Fotoquelle: ChinellatoPhoto/shutterstock.com
Charlotte Gainsbourg
Geboren: 21.07.1971 in London, Großbritannien
Sternzeichen: Krebs

Sie ist die Tochter des Komponisten und Sängers Serge Gainsbourg und der Schauspielerin Jane Birkin: Charlotte Gainsbourg. Vielleicht auch deshalb avancierte sie ohne klassische Schauspielausbildung zum Filmstar. Ihr Debüt gah sie bereits im Alter von 13 Jahren in "Duett zu dritt" (1984) an der Seite von Catherine Deneuve. 1986 stand sie neben ihrem Vater in der skandalumwitterten Liehesgeschichte "Charlotte for ever" vor der Kamera, 1987 folgte Agnès Vardas Regiearbeit "Die Zeit mit Julien".

Natürlich drehte Agnè Varda die junge Charlotte auch in ihrem Dokumentarfilm "Jane B. ... wie Birkin", den sie im gleichen Jahr über ihre Freundin und Weggefährtin drehte. Danach besetzte sie Claude Miller in der Titelrolle der Tragikomödie "Die kleine Diebin" (1988), die er nach einem Buch von François Truffaut inszenierte. Für ihre Hauptrolle in "Das freche Mädchen" (1985) erhielt Charlotte Gainsbourg bereits 1986 ihren ersten César; die gleiche Ehre wurde ihr 2000 für ihre Darstellung in "La Bûche" zuteil.

Kultstatus erlangte Charlotte Gainsbourg 1991 mit Bertrand Bliers "Merci la Vie". Sie verkörperte die naive Schülerin Camille, die sich auf eine Affäre mit einem viel älteren Mann einlässt. Im gleichen Jahr sah man sie auch in Jacques Doillons Ménage-à-trois "Amoureuse - Liebe zu dritt" und im Folgejahr spielte sie in "Der Zementgarten" unter der Regie ihres Onkels Andrew Birkin. 1993 stand die Schauspielerin in "Oleanna" erstmals auch auf der Theaterbühne. Weitere Kinorollen verkörperte Charlotte Gainsbourg in Franco Zeffirellis "Jane Eyre" (1995) an der Seite von William Hurt, Eric Rochants "Anna Oz" (1996), Marion Vernoux' Liebeskomödie "Love etc." (1996), und in David Baileys Mystery-Thriller "The Intruder" (1999) mit Nastassja Kinski, mit der sie bereits in Paolo Tavianis Melodram "Nachtsonne" (1990) zusammengespielt hatte.

2000 stand Charlotte Gainsbourg neben Gérard Depardieu und Jon Malkovich in der Neuerverfilmung des Victor-Hugo-Romans "Les Misérables - Gefangene des Schicksals" vor der Kamera. Yves Simoneau besetzte sie darüber hinaus in dem Drama "Nürnberg - Im Namen der Menschlichkeit" (2000), 2003 sah man sie in dem Drama "21 Gramm" (Oscar-Nominierung), "L' un reste, l'autre part" entstand 2005, ebenso wie "Lemming". Charlotte Gainsbourg lebt mit Schauspieler Yvan Attal und zwei gemeinsamen Kindern in Paris. Mit Attal arbeitete sie 2001 in "Meine Frau die Schauspielerin" und in "Happy End mit Hindernissen" (2004) zusammen.

Trotz ihrer Schauspiel-Erfolge begann Charlottes Karriere mit einem Skandal in der Musikwelt. 1983, ein Jahr vor ihrer ersten Filmrolle, konnte man sie im Duett mit ihrem Vater Serge im Song "Lemon Incest" hören, der schon durch seinen Titel Anstoß erregte. 1986, mit fünfzehn Jahren, nahm sie dann ihr erstes Album "Charlotte For Ever" auf, zu dem ihr Vater die Songs schrieb. Erst 1996 folgte der Titelsong zum Film "Love etc.", 2003 hörte man sie im Duett mit Etienne Daho auf dem Song "If" und 2005 sang sie die Titelmelodie zum Film "L’un reste, l’autre part". 2006 schließlich erschien ihr zweites Album "5.55", dass sofort von Null auf Platz eins der französischen Charts schoss. Fast zeitgleich sah man Charlotte Gainsbourg in der wunderbaren Komödie "Science of Sleep - Anleitung zum Träumen" (2006) sowie in Drama "Golden Door" (2006). Und 2007 gehörte sie zum Cast des Dramas "I'm Not There". Heftig umstritten war danach ihr Auftritt in Lars von Triers Drama "Antichrist" (2009). Für die Rolle einer Mutter, die an der Schuld am Tod ihres Kindes zugrunde geht, wurde sie auf den Filmfestspielen von Cannes als beste Darstellerin ausgezeichnet. Ebenfalls eine Mutter, die sich allein mit ihren vier Kindern durchs Leben schlagen muss, verkörperte sie in dem sehenswerten Drama "Der Baum" (2010).

Weitere Filme mit Charlotte Gaunsbourg: "Ruhelos" (2009), "Melancholia", "Confession of a Child of the Century" (beide 2011), "Confession" (2012), "Nymphomaniac 1" (2013), "Nymphomaniac 2", "Jacky im Königreich der Frauen", "Heute bin ich Samba", "3 Herzen" (alle 2014), "Everything Will Be Fine" (2015).


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