Philippe Noiret

Philippe Noiret tröstet Michel Galabru in "Der Richter und der 
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Philippe Noiret tröstet Michel Galabru in "Der Richter und der Mörder"
Philippe Noiret
Geboren: 01.10.1930 in Lille, Frankreich
Gestorben: 23.11.2006 in Paris, Frankreich

Er spielte in seiner langen Karriere über 140 Rollen, bei ihm klang ein "Oui" wie ein "Moui", und mit dieser scheinbaren Schläfrigkeit, seiner gutmütigen Zurückhaltung, die in der samtigen Bass-Stimme mitschwangen, wurde er zu einer der Legenden des französischen Films: Philippe Noiret.

Wie die meisten Schauspieler seiner Generation wurde er vom Theater geprägt, und dort nicht von irgendwem, sondern von einem der größten Theatermacher seiner Epoche, Jean Vilar und seinem "Théâtre National Populaire". Seine große Chance erhielt Noiret aber in den Filmstudios, denen er treu blieb und in die er seine hohen professionellen Ansprüche ebenso einbrachte wie seine Theaterdisziplin, die sich mit seinem angeborenen Komödiantentum verband.

Wie Raimu oder Jean Gabin spielte auch Philippe Noiret nicht nur in Meisterwerken, aber seine Intelligenz und seine Persönlichkeit prägten sein Rollenspiel in jedem Film. Er gehörte zu jenen seltenen Schauspielern, die unterschiedliche Charaktere verkörpern konnten, ohne dabei sich selbst aufzugeben. Ob als liebenswert chaotischer Onkel in Louis Malles "Zazie" (1960), als Nazifreund in Jean-Paul Pappeneaus "Leben im Schloss" oder auch in der Titelrolle in "Der Uhrmacher von St. Paul" (1974) von Bertrand Tavernier, der ihn einmal als "mein autobiographischer Schauspieler" bezeichnete. Mit Tavernier drehte Noiret auch "Wenn das Fest beginnt ..." (1974), "Der Richter und der Mörder" (1976), "Ferien für eine Woche" (1980), "Der Saustall" (1981) und "Das Leben und nichts anderes" (1988).

Ob Noiret den Aristokraten spielte oder den korrupten Polizisten ("Die Bestechlichen" von Claude Zidi, 1984), den Liebhaber oder den gehörnten Ehemann, den friedlichen Mann mit Schattenseiten, den versteckten Gewalttäter, den biederen Senior mit verborgenen Geheimnissen: Philippe Noiret übertraf oft noch seine bekannteren Vorgänger, wenn nicht in der direkten Darstellungskraft, so jedenfalls durch sein hintergründiges Ausdrucksvermögen im rätselhaften Gleichgewicht zwischen der Person und der Rolle. Er war einer der wenigen französischen Schauspieler, die mit den großen Italienern "Das große Fressen" (Regie: Marco Ferreri, 1973) oder in dem oscargekrönten "Cinema Paradiso" (Regie: Giuseppe Tornatore, 1989) und Regisseuren wie Alfred Hitchcock ("Topas", 1968) drehen durften.

Weitere Filme mit Philippe Noiret: "Gigi" (ungenannt, 1948), "Olivia" (1950), "Heiratsvermittlung" (1952), "La pointe Courte" (1956), "Eine süße Katastrophe" (1960), "Alles Gold dieser Welt", "Fracass, der freche Kavalier", "Hinter fremden Fenstern", "Vom Teufel besessen" (alle 1961), "Mit Damenbedienung", "Die Tat der Therese D.", "Comme un poisson dans l'eau" (alle 1962), "Unschuldig geächtet", "Clémentine chérie", "Der dunkelgrüne Koffer", "Cyrano und D'Artagnan" (1963), "Verwirrungen des Sommers", "Tod, wo ist dein Sieg?", "Monsieur", "Les copains" (alle 1964), "Lady L." (1965), "Die Nacht der Generale", "Geliebter Schuft", "Wer sind sie, Polly Maggoo?", "Die Reise des Vaters" (alle 1966), "Alexander, der Lebenskünstler", "Die eine und die andere", "Siebenmal lockt das Weib" (alle 1967), "Tanjas Geliebter", "Alexandria - Treibhaus der Sünde", "Die italienische Geliebte", "Mörder GmbH" (alle 1968), "Mr. Freedom", "Adel schützt vor Torheit nicht" (beide 1969), "Wenn Marie nur nicht so launisch wär'", (1970), "Das Wiegenlied der Verdammten", "Das späte Mädchen", "Das Pariser Appartement", "Siamo tutti in liberta provvisoria", "Zärtliche Wünsche" (alle 1971), "Das fünfblättrige Kleeblatt", "Der Karottenkopf", "Die Schlange" "Eine verrückte Familie", Das Attentat" (alle 1972), "Abgetaucht", "Berühre nicht die weiße Frau" (beide 1973), "Das Netz der tausend Augen", "Eine Wolke zwischen den Zähnen" (beide 1974), "Abschied in der Nacht", "Das alte Gewehr", Das Spiel mit dem Feuer", "Ein irres Klassentreffen" (alle 1975), "Die Frau am Fenster", "Monsieur Albert", "Die Tartarenwüste", "Ill comune senso del pudore" (alle 1976), "Das malvenfarbene Taxi", "Ein verrücktes Huhn" (beide 1977), "Il Testimone", "Zwei Väter, ein Kind und die schöne Lucia", "Die Barrikade von Point du Jour", "Die Schlemmerorgie" (alle 1978), "Rue du Pied de Grue" (1979), "Auch Mörder haben schöne Träume", "Wer hat den Schenkel von Jupiter geklaut" (beide 1980), "Drei Brüder", "Il faut tuer Birgit Haas" (beide 1981), "Das Geheimnis des Rubins", "Meine Freunde", (beide 1982), "Mein Freund, der Frauenheld", "Abschied von Tadjira", "Der Buschpilot" (alle 1983), "Souvenirs, Souvenirs", "Fort Saganne" (beide 1984), "Die Familienpyramide", "Zweifelhafte Karriere", "Aurora", "Les rois du gag" (ungenannt), "Hoffen wir, dass es ein Mädchen wird" (alle 1985), "Um Mitternacht", "Masken", "La femme secret", "Brille mit Goldrand", "Twist Again in Moskau" (alle 1986), "Die Familie", "Ertrinken verboten", "L'Homme qui plantait des arbres" (alle 1987), "Il Giovane Toscanini", "Die Liebhaberin", "La Femme de mes amours", "Revolution und Leidenschaft" (alle 1988), "Palermo vergessen", "Rückkehr der Musketiere" (beide 1989), "Gauner gegen Gauner", "Faux et usage de faux", "Uranus" (alle 1990), "Rossini! Rossini!", "Ich küsse nicht", "Jahreszeiten der Liebe", "Contre l'oubli" (alle 1991), "Max & Jérémie", "Nous deux", "Zuppa di pesce" (alle 1992), "Tango mortale" (1993), "D'Artagnans Tochter", "Les Milles - Gefangen im Lager", "Große Fatique" (alle 1994), "Der Postmann", "Fantome avec Chauffeur", "Le roi de Paris", "Facciamo paradiso" (alle 1995), "Die stumme Herzogin", "La Tournee - Bühne frei für drei Halunken", "Le veilleur de nuit", "Philippe le bienheureux", "Marie Curie - Forscherin mit Leidenschaft" (alle 1996), "Soleil", "Duell der Degen" (beide 1997), "Mio figlio ha 70 anni" (1999), "Le Pique-nique de Lulu Kreutz" (2000), "Mon fils a 70 ans", "Un honnête commerçant", "Le chien, le général et les oiseaux" (Sprecher, alle 2002), "Père et fils", "Les Côtelettes", "Die Bestechlichen 3 - Rückkehr eines Gauners" (beide 2003), "Edy" (2005), "3 amis" (2006).

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