Philippe de Broca

Lesermeinung
Geboren
15.03.1933 in Paris, Frankreich
Gestorben
26.11.2004 in Neuilly-sur-Seine, Frankreich
Sternzeichen
Biografie
Philippe De Broca begann seine Filmkarriere als Regieassistent bei Claude Chabrol (bei den Filmen "Die Enttäuschten", "Schrei, wenn du kannst" und "Schritte ohne Spur") und François Truffaut (bei "Sie küssten und sie schlugen ihn"), bevor er mit seinen ersten Filmen auf den damals mit Vollgas rollenden Zug der Nouvelle Vague aufspringen konnte. Von Anfang an gehörte sein Herz der Komödie: "Liebesspiele" (1959) mit Jean-Pierre Cassel war nach vier Kurzfilmen ein geglücktes Kinodebüt. Mit "Liebhaber für fünf Tage" (1960) und "Wo bleibt die Moral, mein Herr?" (1960) bestätigte er die in ihn gesetzten Hoffnungen. Danach verabschiedete er sich aus dem Umfeld der Nouvelle Vague und entdeckte sein Faible für bunt ausgestattete Abenteuerkomödien. "Cartouche, der Bandit" (1961) war eine größtenteils gelungene Kostümkomödie über einen gewitzten Gauner im Frankreich des 18. Jahrhunderts. Freilich wird nie ganz klar, warum Jean-Paul Belmondo in der zweiten Hälfte des Films die tolle Claudia Cardinale zu Gunsten einer blasierten Adeligen vernachlässigt. Dies und die zum Ende hin etwas fette Sentimentalität schmälern den Spaß leider ein wenig.

Sein nächster Belmondo-Film war dagegen ein voller Erfolg: "Abenteuer in Rio" (1963) verknüpft auf vorbildliche Weise Elemente des internationalen Thrillers mit denen des Abenteuerfilms und sogar der Slapstickkomödie. Ein ungemein unterhaltsames Werk, das vor Ideen aus allen Nähten platzt. An der Seite von Jean-Pierre Belmondo spielte Françoise Dorleac, die viel zu früh (1967) verstorbene Schwester von Cathérine Deneuve. Der Versuch, einen ähnlichen Film nachzulegen, gelang nur ansatzweise: "Die tollen Abenteuer des Monsieur L." (1965) verbreitete eher Hektik als Tempo, eher Klamauk als Witz. Danach inszenierte De Broca weitere, zum Teil gelungene, Star-Vehikel für Belmondo, unter denen "Der Unverbesserliche" (1975) herausragt. Daneben findet sich auch Uninspiriertes und Routinehaftes. Allerdings besitzen De Brocas Filme auch dann, wenn er hinter seinen Möglichkeiten zurückbleibt, immer einen gewissen Unterhaltungswert.

Philippe de Broca schrieb zu fast allen seiner Regiearbeiten auch die Drehbücher, fungierte aber nur gelegentlich als Produzent. So etwa auch bei "Ne jouez pas avec les Martiens" (1967) von Regie-Kollege Henri Lanoë und bei Christian de Chalonges "O Salto" (1968). Außerdem übernahm er immer wieder meist ungenannt auch kleine Rollen in seinen Filmen und in denen seiner Freunde. So spielte er etwa auch einen Reporter in Jean-Luc Godards "Außer Atem" (1959), trat in "Les filles de La Rochelle" (1962) von Bernard Deflandre, in "Les petites demoiselles" (1964) von Michel Deville, "Le cinéma de papa" (1970) von Claude Berri und in Gérard Jugnots "Meilleur espoir féminin" (1999) auf. Aus der Beziehung mit der Schauspielerin Marthe Keller ging 1971 ein Sohn hervor. De Broca, der kurzzeitig mit der kanadischen Hollywoodschauspielerin Margot Kidder (1984/85) und in zweiter Ehe mit der Schauspielerin Valérie Rojan verheiratet war, erlag am 26. November 2004 in Neuilly-sur-Seine einem Krebsleiden.

Weitere Filme von Philippe de Broca: "Les trois rendez-vous" (Kurzfilm, 1953), "Salon nautique", "Sous un autre soleil" (beide Kurzfilme, 1954), "Opération gas-oil" (Kurzfilm, 1956), "Die sieben Todsünden" (1961, Episode "La Gourmandise"), "Fünf Glückspilze" (1962), "Ich war eine männliche Sexbombe" (1964), "Herzkönig" (1966), "Das älteste Gewerbe der Welt" (1967, Episode "Mademoiselle Mimi"), "Pack den Tiger schnell am Schwanz" (1968), "Wenn Marie nur nicht so launisch wär'", "Drei auf der Flucht" (beide 1970), "Die Affaire" (1972), "Der Teufelskerl" (1973), "Zähme mich - liebe mich", "Ein verrücktes Huhn" (beide 1977), "Edouard, der Herzensbrecher" (1978), "Wer hat den Schenkel von Jupiter geklaut?" (1980), "Psy" (1981), "Der Buschpilot" (1983), "Louisiana" (1984), "La Gitane" (1985), "Revolution und Leidenschaft" (1988), "Scheherazade - Mit 1001 PS ins Abenteuer" (1990), "Gemischtes Doppel" (1991), "Regarde-moi quand je te quitte" (1993), "Le jardin des plantes" (1994), "Meine unbekannte Frau" (1995), "Le veilleur de nuit" (1996), "Duell der Degen" (1997), "Amazone" (1999), "Un amour en kit" (2001), "Madame Sans-Gêne" (2002), "Y'aura pas école demain" (2002), "Le menteur" (2003) und "Vipère au poing" (2004).

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