Jean-Claude Brialy

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Jean-Claude Brialy mit Juliette Mayniel
Jean-Claude Brialy
Geboren: 30.03.1933 in Aumale, Algerien
Gestorben: 30.05.2007 in Monthyon, Seine-et-Marne, Frankreich

Den Wunsch, Schauspieler zu werden, verdanke er Walt Disney, sagte Jean-Claude Brialy einmal in einem Interview. "Als ich mit fünf Jahren 'Schneewittchen und die sieben Zwerge' sah, war das ein bleibendes Erlebnis. Und immer wenn ich später im Kino saß, sah ich mich in den großen und kleinen Heldenrollen".

Er ist einer der ersten Stars der Nouvelle Vague und gehört zur großen Familie der jungen Künstler um die Zeitschrift "Cahiers du cinéma", die etwas Neues versuchen. Louis Malle besetzt ihn als Gast einer Bar in "Fahrstuhl zum Schafott" (1956), dann spielt er 1958 gleich in zwei Filmen von Claude Chabrol, "Die Enttäuschten" und "Schrei, wenn du kannst". Anschließend sieht man ihn in François Truffauts "Sie küssten und sie schlugen ihn" (1959), Jean Luc Godards "Eine Frau ist eine Frau" (1960), in Jacques Rivettes "Paris gehört uns" (1961), aber auch in Agnès Vardas "Mittwoch zwischen 5 und 7" (1961).

Man sieht ihn in mehreren Filmen von Philippe de Broca wie "Ich war eine männliche Sexbombe" (1964) und "Herzkönig" (1966). In Eric Rohmers "Claires Knie" (1970) ist er der zynische Beau, der eloquente Verführer, und diese Rolle wiederholt er in vielen folgenden, schwächeren Filmen. Der vielbeschäftigte Schauspieler ist, was die Wahl seiner Regisseure angeht, nicht nur auf seinen Freundeskreis aus der Nouvelle Vague abonniert. Er ist stets auch im konventionellen Kino gefragt, so spielt er bei Pierre Gaspard-Huit neben Romy Schneider und seinem Freund Alain Delon in der "Liebelei"-Verfilmung "Christine" (1958), mehrfach bei Michel Boisrond, Claude Lelouch, Edouard Molinaro und Roger Vadim.

Zu den vielen eindruckvollen Filmen, in denen man Brialy sieht, gehören auch "Am Ende aller Wege" (1962) von André Cayatte und "Ein Mann zuviel" (1967) von Constantin Costa-Gavras, sowie Luis Buñuels "Das Gespenst der Freiheit" (1974). Fast alle namhaften französischen Regisseure besetzen ihn, die meisten Stars - vor allem die schönen Frauen - sind seine Partner und Partnerinnen. Mit dem Film "Das Haus der Eglantine", einer autobiografisch angelegten Landgeschichte, gibt Brialy 1972 sein Regiedebüt. Er dreht in den Folgejahren eine Reihe von Filmen wie "Les volets clos" (1972), "L'oiseau rare" (1973) und "Sommerliebelei" (1974), "Les malheures de Sophie" (1976) und "Desirée - immer zu Diensten" (1983). In den selbst inszenierten Filmen spielt er nie mit.

Zu seinen späteren Auftritten als Schauspieler zählen "Die Bartholomäusnacht" (1994) von Patrice Chéreau und Régis Wargniers "Eine französische Frau" an der Seite von Emmanuelle Béart und Daniel Auteuil. Neben der Filmarbeit und wenigen Fernsehfilmen sieht man Jean Claude Brialy häufig auf Pariser Bühnen.

Als streng erzogener Offizierssohn absolviert er die Kadettenanstalt, macht in Straßburg das Abitur und beginnt ein Philosophiestudium. Nach seiner Schauspielerausbildung am Konservatorium Straßburg tritt er dort am Centre d'Art Dramatique in verschiedenen Bühnenstücken auf, so in "Die schmutzigen Hände", "Die schrecklichen Eltern" und "Der Barbier von Sevilla", mit denen er auch auf Tournee durch Ostfrankreich geht. Während des Zweiten Weltkriegs arbeitet Brialy in der Filmabteilung des Heeres. Nach dem Krieg geht er zum Boulevardtheater, von wo aus ihn der Schauspieler Darry Cowl zum Film bringt. Mit ihm gemeinsam spielt er in seinem ersten Film "L'ami de famille" (1956) von Jack Pinoteau. Ebenfalls bei Pinoteau sieht man ihn ein Jahr später in "Reise ins Fußballtor".

Weitere Filme mit Jean-Claude Brialy: der Kurzfilm "Le coup de berger" (1956), "Alle Jungen heißen Patrick" (1957), "Adieu, Philipine" (1960), "Der furchtlose Rebell" (1961), "Das brennende Gericht" (1962), Alberto Lattuadas "Mandragola oder der Liebhaber als Arzt", "Ich habe sie gut gekannt", "Unsere Ehemänner" (alle 1965), François Truffauts "Die Braut trug schwarz", "Die Abenteuer des Kardinal Braun", "Das älteste Gewerbe der Welt" (alle 1967), Etienne Périers "Mord bleibt Mord" (1972), André Téchinés "Barocco", "Catherine & Co." (beide 1975), "Der Richter und der Mörder", "Die gekochten Eier" (beide 1976), "Vom Blitz getroffen" (1977), Francis Girods "Die Bankiersfrau" (1980), Ettore Scolas "Flucht nach Verennes" (1982), "Das Auge" (1982), "Sarah" (1983), "Mit Eskorte zum Altar", "Das freche Mädchen" (beide 1985), Chabrols "Inspektor Lavardin oder Die Gerechtigkeit", "Ein Tag in Paris", "Der Debütant", "Maschenka", "Wer hat dem Rabbi den Koks geklaut" (alle 1986), Jacques Demys "Maladie d'amour" (1987), "Sommerkomödie", "Spatzi, Fratzi & Co." (beide 1989), "Gauner gegen Gauner" (1990), "Pakt mit dem Tod" (1991), "Lucas" (1992), Roberto Benignis in jeder Hinsicht grässliche Klamotte "Das Monster", "Eine französische Frau", Agnès Vardas "Hundert und eine Nacht" (beide 1994), "Sex, Lügen und Intrigen" (1996), "Der Graf von Monte Christo" (1998), "Der Mann meines Lebens", "Kennedy und ich" (beide 1999), "Die Schauspieler", "Les Misérables - Gefangene des Schicksals", "Hommage à Alfred Lepetit", "Nos jolies colonies de vacances", "In extremis", "Elisabeth" (alle 2000), "Les filles à papa", "Concorrenza sleale", "Nana", "South Kensington" (alle 2001), "Les filles, personne s'en méfie", "On ne choisit pas sa famille", "Unverhofft kommt oft", "C'est le bouquet!" (alle 2002), "Les clefs de bagnole" (alle 2003), "People" (2004), "Les rois maudits" (2005), "Mon dernier rôle", "Monsieur Max", "Einmal Polizist, immer Polizist" (alle 2006).

Zur Filmografie von Jean-Claude Brialy
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