André Téchiné zählt zu den prägenden Figuren des französischen Autorenfilms. Bekannt wurde er vor allem durch seine feinfühligen, oft psychologisch dichten Dramen, die sich intensiv mit zwischenmenschlichen Beziehungen und inneren Konflikten auseinandersetzen. Filme wie „Les Roseaux sauvages“ („Wilde Herzen“) oder „Ma saison préférée“ brachten ihm internationale Anerkennung und machten ihn zu einem festen Namen auf den großen Filmfestivals.
Seine Handschrift ist unverkennbar: Téchiné verbindet emotionale Nähe mit intellektueller Distanz und scheut sich nicht vor komplexen Themen. Besonders häufig stehen Jugendliche oder Menschen in Umbruchsituationen im Mittelpunkt seiner Geschichten. Dabei erzählt er leise, aber eindringlich – ohne einfache Antworten, dafür mit großer Beobachtungsgabe und humanistischer Tiefe.
Neben seiner Arbeit als Regisseur war Téchiné auch als Drehbuchautor und Kritiker aktiv. Trotz seines hohen Renommees blieb er stets eher zurückhaltend im öffentlichen Auftreten. Statt auf Selbstdarstellung setzt er auf sein Werk – und genau das macht André Téchiné bis heute zu einer der respektiertesten Persönlichkeiten des europäischen Kinos.