Danielle Darrieux

James Mason mit Danielle Darrieux in "Der Fall Cicero" Vergrößern
James Mason mit Danielle Darrieux in "Der Fall Cicero"
Danielle Darrieux
Geboren: 01.05.1917 in Bordeaux, Frankreich

Sie hat mit fast allen bedeutenden französischen Regisseuren gedreht, mit Marcel L' Herbier wie mit André Téchiné, mit Julien Duvivier wie mit Claude Chabrol, und auch jenseits des Atlantiks hat man ihre mit musikalischer Leichtigkeit gepaarte Intensität geschätzt: Danielle Darrieux. Und Norman Taurog, Joseph Mankiewicz und Robert Rossen gehörten zu ihren amerikanischen Bewunderern und Regisseuren.

Ihr Spiel und ihre Erscheinung, das bedeutete immer auch jenes Savoir-Vivre, das die Oberflächlichkeit zu einer Tugend machte und dabei auch nicht vor dem Leicht-Sinn zurückschreckte. Ihre Karriere begann bereits Anfang der Dreißigerjahre: 1931, im Alter von 14 Jahren, drehte sie ihren ersten Film: die französische Version von Wilhelm Thieles "Der Ball". Die Tochter eines Militärarztes, die am Pariser Konversatorium Gesang und Cello studierte, spielte zunächst oft das Mädchen, das den Aufstieg aus einfachen sozialen Verhältnissen schafft. Erst später wird sie die Dame von Welt. Bekannt wird sie schließlich als Marie Vetsera in Anatole Litvaks "Mayerling" sowie mit "Batement de coeur" von Henri Decoin, den sie 1934 heiratet. Die Ehe hält allerdings nur sechs Jahre, für kurze Zeit verlegt Danielle Darrieux danach ihren Wohnsitz nach Hollywood.

Nach Europa zurückgekehrt, tritt Darrieux noch vor Kriegsende vor deutschen Besatzungstruppen auf, eine Tatsache, die ihr die Franzosen lange nicht verzeihen. Erst mit ihren anspruchsvollen Rollen in Max Ophüls' "Der Reigen" (1950), als Filmpartnerin von Jean Gabin in "Die Wahrheit über unsere Ehe" und in Ophüls "Madame de ..." (1953) erobert sie ihre Fans zurück. In den Sechzigerjahren verfolgte sie eine Karriere als Chansonsängerin, und in jenem Jahrzehnt war sie auch schon einmal als die Mutter von Catherine Deneuve in einem Film zu sehen: in "Die Mädchen von Rochefort" (1967) unter der Regie von Jacques Demy. In den Siebzigerjahren trat sie am Broadway auf, u.a. als Nachfolgerin von Katharine Hepburn im Musical "Coco". Seit den Achtzigerjahren war Danielle Darrieux - übrigens eine der wenigen weiblichen Offiziere der französischen Ehrenlegion - überwiegend im TV zu sehen.

Danielle Darrieux war insgesamt dreimal verheiratet: Ihr dritter und letzter Ehemann war der internationale Jet-Setter und Diplomat Porfirio Rubirosa, dessen Karriere von zahlreichen Skandalen und Affären gekennzeichnet war. Doch die Ehe hielt nur fünf Jahre, wurde bereits 1947 wieder geschieden.

Weitere Filme mit Danielle Darrieux: "Mauvaise graine" (1933, Regie. Billy Wilder), "Die Krise ist vorbei" (1934), "Diebe und Liebe" (1940), "Ihr erstes Rendez-Vous" (1941)", "Die falsche Geliebte", "Zum kleinen Glück" (1945), "Adieu Chérie" (1946), "Oh Amelia!" (1949), "Toselli-Serenade", "Hübsch, jung und verliebt" (beide 1951), "Pläsier", "Der Fall Cicero", "Liebenswerte Frauen?" (beide 1952), "Rot und schwarz" (1954), "Vier Frauen in der Nacht", "Napoleon", "Die Giftmischerin von Paris" (alle 1955) "Alexander der Große", "Hinter verschlossenen Türen" (beide 1956), "Immer wenn das Licht ausgeht" (1957), "Das Leben zu Zweit", "Marie-Octobre" (beide 1958), "Mord bei 45 Touren" (1959), "An einem heißen Nachmittag", "Vom Teufel besessen" (beide 1961), "Der Teufel und die zehn Gebote", "Vor Salonlöwen wird gewarnt", "Landru, der Frauenmörder von Paris" (alle 1962), "Das Bett des Königs" (1963), "Vögel sterben in Peru", "24 Stunden im Leben einer Frau" (beide 1968), "Zwei scheinheilige Brüder" (1976), "Edouard, der Herzensbrecher" (1978), "Schauplatz des Verbrechens" (1986)", "Die Maske für den Tod" (1987), "Einige Tage mit mir" (1988), "Eine wilde kleine Affäre" (1989), "Le jour des rois" (1990), "Ça ira mieux demain" (1999), "8 Frauen" und "Gefährliche Liebschaften" (beide 2002).


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