Lambert Wilson

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Hervorragender Charakterdarsteller aus Frankreich: Lambert Wilson
Fotoquelle: Denis Makarenko/shutterstock.com
Lambert Wilson
Geboren: 03.08.1958 in Neuilly-sur-Seine, Hauts-de-Seine, Frankreich
Sternzeichen: Löwe

Bereits sechsmal war er für den französischen Filmpreis César nominiert, doch gewonnen hat er ihn bisher noch nie: der Schauspieler und ausgebildete Bariton Lambert Wilson, Sohn des Schauspielers, Drehbuchautors und Regisseurs Georges Wilson. Seine Ausbildung genoss der Franzose, in dessen Adern auch irisches Blut fließt, am Drama Center in London, bevor er an der Seite von Jane Fonda und Vanessa Redgrave in Fred Zinnemanns mit drei Oscars gekrönten Drama "Julia" (1977) sein Leinwand-Debüt gab.

Anschließend hatte er kleinere ungenannte Auftritte in Jean Giraults Komödie "Louis' unheimliche Begegnung mit den Außerirdischen" (1978) mit Starkomiker Louis de Funès und in Jacques Demys operettenhaftem Abenteuerdrama "Lady Oscar" (1978). Inzwischen war man auf den jungen Darsteller aufmerksam geworden, der nicht nur im Kino zu sehen war, sondern Anfang der Achtzigerjahre auch in französischen TV-Filmen und Miniserien heimisch wurde.

1982 schließlich erregte Wilson mit der Rolle des Johann in Fred Zinnemanns letzter Regiearbeit, dem Drama "Am Rande des Abgrunds" mit Sean Connery, erstmals auch internationale Aufmerksamkeit. Und noch im gleichen Jahr stand der Mime für die Erfolgskomödie "La Boum II - Die Fete geht weiter" mit Claude Brasseur und Sophie Marceau vor der Kamera. Regisseur Andrzej Zulawski nutzte die schauspielerische Kraft und Präsenz von Wilson 1983 in seinem Erotikfilm "Die öffentliche Frau" mit Valerie Kaprisky - die Rolle brachte Wilson seine erste César-Nominierung als bester Nebendarsteller ein - und der große Claude Chabrol besetzte ihn in seiner Literaturverfilmung "Das Blut der anderen" (1984).

Für seine Verkörperung des exzentrischen Quentin in André Téchinés preisgekröntem Drama "Rendez-Vous" (1985) wurde Wilson im Jahr darauf erstmals für den César nominiert, doch die Auszeichnung ging an den heute fast vergessenen Christopher Lambert ("Subway"). Nach seiner Hauptrolle in Véra Belmonts Komödie "Rote Küsse" (1985) folgte die Rolle eines Gangsters in Yves Boissets Thriller "Das Blau der Hölle" (1986) und die Hauptrolle neben Brian Dennehy in Peter Greenaways Gesellschaftsporträt "Der Bauch des Architekten" (1986).

Zu diesem Zeitpunkt hatte sich Lambert Wilson längst den Ruf eines hervorragenden Charakterdarstellers erspielt, der in beinahe jede Rolle schlüpfen konnte. So besetzte ihn etwa Andrzej Wajda in seiner Dostojewski-Verfilmung "Die Dämonen" (1987), Philippe de Broca verpflichtete Wilson für seinen Historienfilm "Revolution und Leidenschaft" (1988) und Carlos Saura gab ihm die Rolle des Ursúa in seinem Drama "El Dorado - Gier nach Gold" (1988). Nach der Zusammenarbeit mit seinem Vater Georges für dessen Drama "La vouivre" (1989) spielte Wilson noch im gleichen Jahr die Hauptrolle in Denis Amars "Hiver 54, l'abbé Pierre", die ihm seine nächste César-Nominierung einbrachte. Dummerweise schnappte ihm dieses Mal der große Philippe Noiret ("Das Leben und nichts anderes") die begehrte Trophäe vor der Nase weg.

In den beginnenden Neunzigerjahren konnte sich Lambert Wilson vor Angeboten kaum retten, oft stand er für drei bis vier Produktionen im Jahr vor der Kamera, allerdings waren viele seiner französischen TV-Auftritte hierzulande nicht zu sehen. Mitte der Neunzigerjahre hatte Wilson dann nach seinen frühen Zinnemann-Auftritten wieder eine Rolle in einem US-Film, der auch in Europa zur Kenntnis genommen wurde, als er in James Ivorys Biografie "Jefferson in Paris" zu sehen war. Mit John Duigans Thrillerkomödie "Leading Man" stand im Jahr darauf eine britische Produktion auf dem Drehplan, und Véra Belmont gab im die Rolle des Racine in ihrem Drama "Marquise - Die Rolle ihres Lebens". Klasse ist auch Wilsons Spiel als Marc Duveyrier in Alain Resnais' schwungvoller Komödie "Das Leben ist ein Chanson", die ihm erneut eine César-Nominierung als bester Nebendarsteller einbrachte, doch der Preis ging an seinen Set-Kollegen Jean-Pierre Bacri.

Und auch die nächste César-Nominierung sollte Lambert Wilson kein Glück bringen: Für seine Rolle des Arthus de Poulignac in Fabien Ontenientes Komödie "Jet Set" (2000) war er erneut als bester Nebendarsteller nominiert, verlor aber gegen Gérard Lanvin ("Lust auf Anderes"). Ein recht witziger Spaß ist die Komödie "Eher geht ein Kamel durchs Nadelöhr..." (2003), das Regiedebüt von Valeria Bruni-Tedeschi, während Wilson die Scifi-Actioner "Matrix Reloaded" und "Matrix Revolutions" (beide 2003) auch nicht retten konnte. Besser war im Jahr darauf "Catwoman" mit Halle Berry, was man von dem Actioner "Sahara - Abenteuer in der Wüste" (2005) nicht behaupten kann. "Netter geht's nicht" (2005) ist dagegen eine treffsichere Tragikomödie mit Wilson in der Rolle eines Arztes, der bei einer Kollegin (Emmanuelle Devos) Patient ist.

Nach seiner Rolle in Resnais' gelungenem kammerspielartigen Drama "Herzen" (2006) folgte ein Auftritt an der Seite von Demi Moore und Michael Caine in Michael Radfords schön altmodischem Thriller "Flawless - Ein tadelloses Verbrechen" (2006), in dem Zeichentrickfilm "Lucky Luke - Auf in den Wilden Westen" (2007) lieh er dem Cowboy im französischen Original seine Stimme und mit Vin Diesel und Michelle Yeoh stand er für den Scifi-Thriller "Babylon A. D." (2008) vor der Kamera und übernahm die männliche Hauptrolle in Bertrand Taverniers Drama "Die Prinzessin von Montpensier" (2010). Die bislang letzte César-Nominierung erhielt Lambert Wilson schließlich 2011 für seine Rolle des Christian in Xavier Beauvois' Drama "Von Menschen und Göttern" (2010). Doch auch dieses Mal machte ihm die Jury einen Strich durch die Rechnung, denn sie zeichnete Eric Elmosnino für die Hauptrolle in "Gainsbourg - Der Mann, der die Frauen liebte" aus.

Natürlich spielte Wilson auch in "Ihr werdet euch noch wundern" (2012), der letzte Film des großen Alain Resnais, und gab noch im gleichen Jahr an der Seite von Fabrice Luchini ein Beispiel seiner großartigen Schauspielkunst in der Komödie "Molière auf dem Fahrrad".

Weitere Filme mit Lambert Wilson: "New Generation", "Nur drei kamen durch" (beide 1979), "Au feu le préfet", "L'inconnue d'Arras" (beide 1980), "Quatre femmes, quatre vies: La maison bleue", "La dernière nuit", "Einzigartige Chanel", "Der trojanische Krieg findet nicht statt" (alle 1981), "Sahara", "La caravane" (beide 1983), "Der Mann mit dem stahlharten Blick" (1985), "Corps et biens", "History" (1986), "Suivez cet avion" (1989), "Un homme et deux femmes", "Entre chien et loup" (beide 1991), "Strangers", "Der Daunenträger", "Frankenstein" (alle 1992), "L'instinct de l'ange" (1993), "Une qui promet", "Les caprices de Marianne", "Rage and Outrage: The Dreyfus Affair" (1994), "Pour une vie ou deux", "Launen eines Flusses" (beide 1995), "Le secret d'Iris" (1996), "Quand le chat sourit" (1997), "Viel (zuwenig) Liebe" (1998), "The Last September" (1999), "Don Quichotte", "Combat d'amour en songe" (beide 2000), "HS - hors service", "Far from China", "Le divin enfant" (alle 2001), "Labyrinth", "Timeline", "Pas sur la bouche", "Colette" (alle 2003), "Der Partykönig von Ibiza" (2004), "L'anniversaire", "Palais Royal!" (2005), "Le grand alibi" (2007), "Dante 01", "Comme les autres", "Das Lazarus Projekt" (alle 2008), "Victor" (2009), "Imogène McCarthery" (2010), "À l'aveugle", "Auf den Spuren des Marsupilami", "Ernest & Celestine" (2012).


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