Ewig ein Darsteller mit Sex-Appeal: Alain Delon.
Fotoquelle: Denis Makarenko/shutterstock.com

Alain Delon

Lesermeinung
Geboren
08.11.1935 in Sceaux, Frankreich
Alter
86 Jahre
Sternzeichen
Biografie

Wie Jean-Paul Belmondo oder Jean Gabin gehört Alain Delon zu den Institutionen des französischen Films. Ein prominentes Markenzeichen, nicht nur in Frankreich, obwohl er hier mehr Popularität als irgendwo anders besitzt. Als Auftragskiller Jeff Costello in "Der eiskalte Engel" (1967) wurde er zum unverwechselbaren Typus des kühl kalkulierenden Profis, der einerseits tötet, ohne mit der Wimper zu zucken, sich andererseits aber wenig Illusionen über sein eigenes Ende macht.

Selten ist Delon im Film der Strahlemann. Meist bleibt er in seinen vielen Kommissar- und Gangsterrollen zweiter Sieger. Die Frauenherzen, die er leicht zu erobern versteht, verliert er in der kalten Maschinerie des Geschäfts ebenso schnell wieder. Er hat mit Verrat und Intrigen zu kämpfen. Das macht ihn müde, verschlossen, stumpft ihn ab, lässt ihn gehetzt erscheinen. Seine mattblauen Augen schauen dann desillusioniert in die Welt. Was dann noch zählt, ist allein der Auftrag, egal ob er dafür auf seinen früheren Ausbilder angesetzt wird: "Scorpio, der Killer" (1972) arbeitet zuverlässig und gefasst.

Delon ist kein gelernter Bühnenschauspieler, sein unterkühlter Charakter nicht nur gespielt. Der stürmische Junge wächst nach der Trennung von Vater und Mutter bei Pflegeeltern auf. Als diese sterben, steckt ihn der Vater ins Internat. Delon entpuppt sich als nicht gerade pflegeleicht. Mehr als ein Dutzend verschiedene Schulen soll der junge Delon besucht haben. Mit 17 Jahren geht er als Fallschirmspringer der französischen Kolonialarmee nach Vietnam. 1956 kehrt er nach Frankreich zurück. Delon verdingt sich in diversen Jobs, nimmt nebenher Schauspielunterricht und kommt 1957 in "Killer lassen bitten" zu seiner ersten Kinorolle.

Bezeichnenderweise spielt Delon bereits hier einen bezahlten Mörder. Mit dem Thriller "Nur die Sonne war Zeuge" (1959, Delon wieder als Mörder) und mit Luchino Viscontis Familienmelodram "Rocco und seine Brüder" (1960) macht Delon international auf sich aufmerksam. 1962 folgt das Visconti-Meisterwerk "Der Leopard", mit Burt Lancaster und Delon als dessen Neffe Tancredi.

An der Seite von Jean Gabin ist Delon 1962 in dem Krimi "Lautlos wie die Nacht" zu sehen. Daneben taucht er aber auch in durchwachsenen Produktionen auf: als Mantel-und-Degen schwingende "Die schwarze Tulpe" (1963) beispielsweise, als Entführer in "Die Hölle von Algier" (1964) oder als Verführer in dem Episodenfilm "Der gelbe Rolls-Royce" (1964). Zusammen mit Anthony Quinn dreht er "Sie fürchten weder Tod noch Teufel" (1966). Lino Ventura ist sein Filmpartner in "Die Abenteurer" (1966). 1967 folgt dann "Der eiskalte Engel".

Eine Reihe von zweitklassigen Filmen und Misserfolge in den USA bewegen Delon, Eigentümer zweier Produktionsgesellschaften (1964 bis 1968) zu werden, mit denen er unter anderem den Kassenschlager "Borsalino" (1969) produziert. Delons Filmpartner war Jean-Paul Belmondo. Ebenfalls 1968 und 1969 entstehen zwei seiner besseren Filme. Zum einen "Der Swimmingpool", der Delon die Wiedervereinigung mit seiner langjährigen Verlobten Romy Schneider beschert. Zum anderen der Klassiker "Der Clan der Sizilianer" (1969). Mit Delon, Jean Gabin und Lino Ventura spielte hier sozusagen ein Triumvirat des französischen Kinos.

Delon büßt in den folgenden Jahren in diversen Abenteuer- und Kriminalfilmen nichts von seiner Popularität ein. Es entstehen u. a. die Filme wie "Zorro" (1974), die Mörderjagd "Duell in sechs Stunden" (1974) oder der Katastrophenfilm "Airport '80 - Die Concorde" (1979). 1976 übernimmt Delon die Titelrolle in dem Film "Monsieur Klein". Sie ist Delon auf den Leib geschrieben. Robert Klein ist ein gerissener, zynisch-charmanter Geschäftsmann, der die Zwangslage reicher Juden auszunutzen weiß, bis es ihm selbst an den Kragen geht ... Für die Rolle des alkoholkranken Tankwarts in "Geschichte eines Lächelns" (1985) wird Delon erstmals mit dem César für eine Rolle ausgezeichnet. Neben Aktionfilmen übernimmt Delon seit Mitte der Achtzigerjahre vermehrt auch Rollen in Kunst- und Historienfilmen. 1984 dreht Volker Schlöndorf romangetreu mit ihm "Eine Liebe von Swann" nach Marcel Proust.

1990 entsteht Jean-Luc Godards "Nouvelle Vague". Edouard Niermans verfilmt 1992 mit ihm die Arthur Schnitzler-Novelle "Casanovas Rückkehr". Danach spielte er in Jacques Derays "Das Wespennest" (1993), erneut unter Deray in der Simenon-Verfilmung "Der Teddybär" (1994), an der Seite von Michel Piccoli als Moniseur Cinéma in Agnès Vardas "Hundert und eine Nacht" (1994) und mit Bogart-Witwe Lauren Bacall in der umstrittenen internationalen Koproduktion "Der Tag und die Nacht", das Regiedebüt von Bernard-Henri Lévy.

1998 schließlich stand Delon fast 30 Jahren nach "Borsalino" erneut mit Jean-Paul Belmondo vor der Kamera. In dem actionreichen Comedy-Drama "Alle meine Väter" (Regie: Patrick Leconte) spielt Delon einen erfolgreichen Juwelendieb, der zusammen mit dem früheren Fremdenlegionär Leo alias Belmondo die schöne Vanessa Paradis, die der Russen-Mafia 50 Millionen Dollar abgenommen hat, vor ihren Verfolgern schützt.

Alain Delon versuchte sich seit 1980 auch als Sänger. Bereits 1967 war eine Schallplatte mit der Filmmusik zu "Die Abenteurer" erschienen, auf der Delon auch als Sänger zu hören ist. In die Schlagzeilen geriet Delon aber häufiger durch die fünfjährige Liason mit Romy Schneider und einen mysteriösen Mordfall: 1968 wurde sein Freund und Leibwächter Stefan Markovic erschlagen in einem Müllsack aufgefunden. Delon und seine damalige Frau, die Schauspielerin Nathalie Delon, wurden im Verlauf des nie restlos aufgeklärten Mordfalls in einen sich ausweitenden Drogen- und Sex-Skandal hineingezogen. Obwohl ihnen im Verlauf der Ermittlungen keine Vergehen nachgewiesen werden konnten, förderte der Skandal langjährige Kontakte zur Unterwelt zu Tage. Es fielen die Namen hochgestellter Politiker. Delon musste finanzielle Beteiligungen an Projekten der Rüstungsindustrie zugeben. Doch wie so oft hatte dieser Skandal seiner Popularität eher genützt als geschadet.

Weitere Filme mit Alain Delon:

  • Die Fünfzigerjahre
    "Sei schön und halt den Mund", "Christine" (beide 1958), "Mal diese - mal jene", "Die Schüler" (beide 1959).

     

  • Die Sechzigerjahre
    "Halt mal die Bombe, Liebling" (1960), "Galante Liebesgeschichten", "Liebe 1962" (beide 1961), "Der Teufel und die Zehn Gebote" (1962) "Karambolage", "L'Amour á la mer" (Cameo), "Wie Raubkatzen" (alle 1963), "Millionenraub in San Francisco" (1964), "Brennt Paris?" (1965), "Zwei tolle Kerle in Texas" (1966), "Mit teuflischen Grüßen" (1967), "Du kannst anfangen zu beten", "Nackt unter Leder", "Jagd auf Jeff", "Außergewöhnliche Geschichten" (alle 1968), "Madly", "Borsalino" (beide 1969).

     

  • Die Siebzigerjahre
    "Vier im roten Kreis" (1970), "Die Filzlaus kehrt zurück" (ungenannt), "Das Mädchen und der Mörder", "Ein toller Bulle" (ungenannt), "Der Sträfling und die Witwe", "Doucement les basses", "Rivalen unter roter Sonne" (alle 1971), "Der Chef", "Der Preis für ein Leben", "Oktober in Rimini" (alle 1972), "Der Schocker", "Tödlicher Hass", "Die Löwin und ihr Jäger", "Endstation Schafott", "Jet Set" (alle 1973), "Eiskalt wie das Schweigen" (1974), "Der Zigeuner", "Flic Story" (beide 1975), "Wie ein Boomerang" (auch Buch), "Die letzte Warnung" (beide 1976), "Die Gang", "Der Antiquitätenjäger", "Der Fall Serrano", "Der unheimliche Fremde" (alle 1977), "Waffe des Teufels" (1979).

     

  • Die Achtzigerjahre
    "Killer stellen sich nicht vor" (auch Buch, 1980), "Rette deine Haut, Killer" (auch Buch und Regie), "Killer sind immer unterwegs" (beide 1981), "Der Kämpfer" (auch Buch und Regie), "Der Schock" (auch Buch, beide 1982), "Eine Liebe von Swann" (1983), "Geschichte eines Lächelns" (1984), "Der Panther" (auch Buch und Produzent, 1985), "Reise in die Unendlichkeit" (auch Buch, 1986), "Der Panther II - Eiskalt wie Feuer" (auch Buch), "Cinema" (TV-Mehrteiler) (beide 1988).

     

  • Seit den Neunzigerjahren
    "Der eiskalte Wolf" (auch Buch, 1990), "Der Anwalt" (auch Buch, 1992) und die Titelrolle in der TV-Serie "Fabio Montale" (2001), "Frank Riva - Der Mann aus dem Nichts", "Frank Riva - Allein gegen die Mafia", "Frank Riva - Eine offene Rechnung" (alle 2003), "Asterix bei den Olympischen Spielen" (2007).
Filme mit Alain Delon
1958
Christine
Drama
1959
Alain Delon brilliert als Sunnyboy Tom Ripley
Nur die Sonne war Zeuge
Thriller
1960
Ach, ich weiß auch nicht weiter! Alain 
Delon und Annie Girardot
Rocco und seine Brüder
Sozialdrama
1961
Ist dir etwa langweilig? Alain Delon und Monica Vitti
Liebe 1962
Psychodrama
1962
Don Fabrizio von Salina (Burt Lancaster) wird "Der
Leopard" genannt
Der Leopard
Gesellschaftsporträt
1962
Wenn es sein muss, dreh ich das Ding auch allein! 
Alain Delon als Gangster
Lautlos wie die Nacht
Gaunerkomödie
1963
Und jetzt schön in die Kamera schauen!  Alain
Delon und Virna Lisi
Die schwarze Tulpe
Abenteuerfilm
1963
Karambolage
Schwarze Komödie
1963
Das waren noch Küsse: Jane Fonda und Alain Delon  
Wie Raubkatzen
Thriller
1964
Wo ist denn jetzt der Rolls? Mae (Shirley
MacLaine) fragt Stefano (Alain Delon)
Der gelbe Rolls-Royce
Episodenfilm
1964
Millionenraub in San Francisco
Kriminalfilm
1966
Erst heben wir den Schatz und dann gehen wir einen
heben! Alain Delon (M.) und Lino Ventura
Die Abenteurer
Abenteuer
1967
Der eiskalte Engel
Gangsterfilm
1967
Mit teuflischen Grüßen
Psychothriller
1967
Nackt unter Leder
Erotikfilm
1968
In Leidenschaft vereint - Romy Schneider und Alain
Delon  
Der Swimmingpool
Kriminalfilm
1968
Du kannst anfangen zu beten
Kriminalfilm
1969
Werden von Rivalen zu dicken Freunden: 
Capella (Jean-Paul Belmondo, l.) und Siffredi
(Alain Delon)
Borsalino
Gangsterfilm
1969
Der Clan der Sizilianer
Gangsterfilm
1970
Vier im roten Kreis
Kriminalfilm
1971
Soll ich noch mehr tragen? Alain Delon und Simone
Signoret
Der Sträfling und die Witwe
Melodram
1971
Rivalen unter roter Sonne
Italowestern
1972
Der Chef
Kriminalfilm
1972
Oktober in Rimini
Melodram
1972
Burt Lancaster (l.) findet in Wien Hilfe bei Paul
Scofield
Scorpio, der Killer
Agententhriller
1973
Endstation Schafott
Gangsterfilm
1975
Flic Story
Kriminalfilm
1976
Monsieur Klein
Parabel
1977
Der Antiquitätenjäger
Komödie
1977
Ich dachte, wir hätten Spaß! Ornella Muti und
Alain Delon
Der Fall Serrano
Politkrimi
1977
Ich weiß, ich hätte mich als Kiefer tarnen müssen! 
Alain Delon versteckt sich
Der unheimliche Fremde
Psychothriller
1978
Was sollen wir tun? David Warner, George Kennedy
und Alain Delon (v.l.)
Airport '80 - Die Concorde
Katastrophenfilm
1979
Waffe des Teufels
Kriegsfilm
1980
Killer stellen sich nicht vor
Thriller
1981
Was ist denn los mit dir? Alain Delon und Anne
Parillaud
Rette deine Haut, Killer
Kriminalfilm
1982
Lässt Kommissar Rouxel (Pierre Mondy)
auflaufen: Alain Delon  (r.) als Gangster  
Der Kämpfer
Polizeifilm
1982
Der Schock
Gangsterfilm
1983
Charles Swann (Jeremy Irons) wartet auf
Halbweltdame Odette
Eine Liebe von Swann
Literaturverfilmung
1985
Daniel (Alain Delon, l.) nimmt sich einen der
Selbstjustiz-Killer vor
Der Panther
Actionfilm
1988
Ich schnappe mir alle! Alain Delon jagt rechte Cops
Der Panther II - Eiskalt wie Feuer
Actionthriller
1992
Casanovas Rückkehr
Komödie
1992
Schuldig oder nicht schuldig? Der Angeklagte
(Manuel Blanc, l.) und sein Anwalt (Alain Delon)
Der Anwalt
Thriller
1994
Also, du bist ein richtiger Kino-Star? Catherine Deneuve und Robert De Niro  
Hundert und eine Nacht
Komödie
1998
Wer ist denn nun mein Vater? <br>Vanessa Paradis 
zwischen Alain Delon (l.) und Jean-Paul Belmondo
Alle meine Väter
Komödie
2000
Les acteurs
Komödie
2001
Wir bekommen diese Typen!  Alain Delon (r.) und Cédric Chevalme
Fabio Montale - Blutiges Finale
Kriminalfilm
2001
Auf den haben wir es abgesehen! Alain Delon und Mathilda May
Fabio Montale - Der Sohnmörder
Kriminalfilm
2001
Freut sich aufs Rentendasein: Alain Delon und
Elena Sofia Ricci
Fabio Montale - Rache für Leila
Kriminalfilm
2003
Ich werde den Kerl schon kriegen! Alain Delon als Frank Riva
Frank Riva - Der Mann aus dem Nichts
Krimireihe
2007
Freuen sich auf frische Römer: Franck Dubosc,
Gérard Depardieu und Clovis Cornillac (v.l.)
Asterix bei den Olympischen Spielen
Abenteuerkomödie
2010
Un mari de trop
Téléfilm humoristique

BELIEBTE STARS

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN