Luchino Visconti

Count Don Luchino Visconti Di Modrone
Lesermeinung
Geboren
02.11.1906 in Mailand, Italien
Gestorben
17.03.1976 in Rom, Italien
Sternzeichen
Biografie

"Was mich zum Film geführt hat, ist vor allem das Bedürfnis, Geschichten von lebendigen Menschen zu erzählen", sagte Filmemacher Luchino Visconti einst und er sah die Schauspieler als "menschliches Material, mit dem man neue Menschen schafft." In "Sehnsucht" von 1954 tauchte er in das Venedig des Jahres 1866 ein: Die Contessa, die zum Widerstand gehört, liebt den österreichischen Leutnant. Ihr Ehemann kolaboriert mit den Österreichern. Sie verrät ihre Freunde und erfährt zu spät, dass sie nur benutzt wird. Schon in der Eröffnungsszene entfaltet Visconti ein prachtvolles Farbfresko: Bei Verdis "Troubadur" flattern Flugblätter der Rebellen von den Rängen. Das Land ist befreit, nur Venedig noch in Feindeshand. Italiens Zensur und Verteidigungsministerium verlangen entschärfende Schnitte. Erst zwei Jahrzehnte nach der Erstaufführung wurde Viscontis Filmwerk restauriert.

Eine süditalienische Bauernfamilie aus dem Mezzogiorno strandet in Mailand beim ältesten Sohn. Doch in der Großstadt ist es schwierig, Arbeit zu finden und sich zurechtzufinden: "Rocco und seine Brüder", Viscontis großes Sozialdrama von 1960, war vor allem dank der Besetzung mit Alain Delon und Claudia Cardinale ein großer Erfolg. Zwei Jahre später nahm sich Visconti mit "Der Leopard" das autobiografische Romanepos des Giuseppe Tomasi di Lampedusa vor. Darin schildert er die Einigungsbestrebungen Garibaldis in Italien um die Mitte des 19. Jahrhunderts. Der Bruderkrieg zwischen Bourbonen aus Neapel und Sizilien und den republikanischen Garibaldianern bedroht auch das Haus des Fürsten Salina. Wie "Sehnsucht" ist auch "Der Leopard" ein aufwändiger Kostümfilm.

Viscontis erster Spielfilm "Besessenheit" (1942) jedoch beruht auf dem Roman "Wenn der Postmann zweimal klingelt" von James M. Cain und gilt als Vorläufer des Neorealismus. Der Film besticht durch die düster ungeschminkte Spielart und die überzeugende Darstellung der einzelnen Personen: Landstreicher Gino ist besessen von der Frau eines nörglerischen Wirtes. Leidenschaftliche Gier und sexuelle Besessenheit führen zum Mord. Doch die Geschichte nimmt für das Liebespaar einen tragischen Verlauf. Der Schweizer Filmhistoriker Martin Schlappner bezeichnet "Besessenheit" als den Film, der Italien aus dem Provinzialismus, aus der ideologischen Leere befreit. Erst fünf Jahre später entsteht mit "Die Erde bebt", ein Spielfilm über arme Fischer in einem sizilianischen Ort, die von Großhändlern ausgebeutet werden, ein tief pessimistischer Film, der durch gewaltige Bildkraft und überzeugendes Spiel der Lainendarsteller fasziniert.

Der offensichtliche Widerspruch in Viscontis Werk ergibt sich aus seiner Geschichte. Der Spross aus einem alten lombardischen Adelsgeschlecht erhielt eine musische Erziehung. Er bekannte sich jedoch zum Marxismus, jobbte als Bühnenausstatter und Rennpferdtrainer, bis er in Paris einen Film von Jean Renoirsah, den Regisseur aufsuchte, der den begeisterten Jungen als Regieassistenten für "Toni" (1935) und "Eine Landpartie" (1936) beschäftigte und ihn auch die Kostüme entwerfen ließ. Visconti arbeitete immer wieder mit Renoir zusammen, ging zwischendurch nach Hollywood, dann wieder nach Mailand, wo er zwei Theaterstücke ausstattete. Nach seinem Debütfilm arbeitete er sechs Jahre am Theater. Neben Giorgio Strehler war er bald einer der bedeutendsten Bühnenregisseure Italiens. Für seine Filme erstellte er auch stets selbst die Drehbücher. In der Episode von "Hexen von heute" griff Visconti 1966 seine Kritik an der entmenschlichenden Filmindustrie wieder auf, die er bereits in dem Anna Magnani-Film "Bellissima" (1951) thematisierte.

Weitere Filme von Luchino Visconti: "Tosca" (1941, hier arbeitete Visconti ungenannt am Drehbuch mit und war als Regie-Assistent tätig), "Glorreiche Tage" (Dokumentation, 1945), "Appunti su un fatto di cronaca" (Kurz-Dokumentaion, 1953), "Wir Frauen" (Episodenfilm mit weiteren Regisseuren, Segment "Anna Magnani", 1953), "Weiße Nächte" (1957), "Boccaccio 70" (Episodenfilm mit weiteren Regisseuren, Segment "Il lavoro", 1961), "Sandra" (1964), "Der Fremde" (1967), "Die Verdammten" (1968), "Alla ricerca di Tadzio" (kurze TV-Dokumentation), "Tod in Venedig" (beide 1970), "Ludwig II." (1972), "Gewalt und Leidenschaft" (1974) und "Die Unschuld" (1976).

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