Jean-Pierre Mocky

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Der junge Jean-Pierre Mocky in "Kinder unserer Zeit"
Jean-Paul Adam Mokiejewski
Geboren: 06.07.1929 in Nizza, Frankreich
Sternzeichen: Krebs

Jean-Pierre Mocky, Sohn polnischer Eltern, kam bereits Mitte der Vierzigerjahre zum Film. Doch bevor er wegen seiner provokanten, oft sogar geschmacklosen Themen zum "enfant terrible" der französischen Regisseure wurde, versuchte er sich Schauspieler in französischen und italienischen Filmen. Er spielte in Werken wie Jean Drévilles "Les Casse-pieds" (1948), "Gott braucht Menschen" (1950, Regie: Jean Delannoy) und Michelangelo Antonionis "Kinder unserer Zeit" (1952). An der Seite von Jean Marais sah man Mocky in "Der Graf von Monte Christo" (1953). Danach spielte er in "Engel der Halbstarken" (1953), neben Lucia Bosé in "Die Verirrten" (1955) und mit Jean Gabin in "Die Nacht bricht an" (1957). In Georges Franjus "Mit dem Kopf gegen die Wände" agierte er gemeinsam mit Stars wie Anouk Aimée, Charles Aznavour und Paul Meurisse. Außerdem war hier Mocky erstmals auch als Autor tätig.

1959 inszenierte Jean-Pierre Mocky dann nach eigenem Drehbuch seinen ersten Film. In "Die nach Liebe hungern" zeigt Mocky eine schamlose Jugend in einem Paris, das offensichtlich nur von nach körperlicher Liebe dürstenden Mädchen bevölkert ist. Mit "Ehe französisch" zog Mocky 1961 über die geheiligte Institution der Ehe her und zeigt Paare, die sich nur permanent betrügen. Ein Jahr später folgten die Gesellschaftssatire "Snobs" und "Die Jungfrauen". Hier streben fünf junge Mädchen danach, möglichst schnell defloriert zu werden. In "Den Seinen gibt's der Herr" ging es dann 1963 gegen die Kirche: Hier reist Bourvil als Opferstockdieb von Kirche zu Kirche und kann Dank idiotischer Polizist den Diebstahl munter fortbetreiben. Bourvil spielt auch die Hauptrolle in "Angst in der Stadt" (1964) - erst 1995 im deutschen Fernsehen ausgestrahlt. Diesmal jagt er als Polizist einen entflohenen Strafgefangenen (ebenfalls brillant: Jean-Louis Barrault). Das Ganze entpuppt sich als böse Farce auf das bigotte Bürgertum.

Mit "Geld oder Leben" (1966) entstand eine Komödie, bei der Mocky immerhin auf schauspielerische Größen wie Fernandel und Heinz Rühmann zurückgreifen konnte. Anschließend folgte mit "Die Freunde der Margerite" (1967) eine Komödie, in der ein Unterschriftenfälscher Scheidungs willigen Ehepaaren viele Kosten erspart. In "Die große Aktion" (1968) spielt Bourvil einen besorgten Lehrer, der seine übermüdeten Schüler vor größerem Unheil bewahren will und deshalb alle Fernseh-Antennen von den Dächern der Stadt abmontiert. In dem Anarcho-Studentenfilm "Eine Stadt zittert vor Solo" (1970) übernahm Mocky nach langer Zeit auch selbst wieder eine tragende Rolle. Ebenso in dem 1971 folgenden kolportagehaften Krimi "Der Albatros". Hier griff Mocky gekonnt finstere Machenschaften korrupter Politiker an.

Die folgenden Filme fanden bislang nicht ihren Weg nach Deutschland. "Der rote Ibis" von 1975, immerhin mit Michel Serrault als Killer, war erst 20 Jahren später im deutschen Fernsehen zu sehen und der 1978 entstandene Provinzkrimi "Der Zeuge" mit Alberto Sordi und Philippe Noiret wurde hier erst 1991 im TV gesendet. In der Farce "Tod dem Schiedsrichter" (1983) muss dann der Fußball dran glauben. Denn hier machen Fans unter der Führung von Michel Serrault einen Schiedsrichter für die Niederlage ihres Vereins verantwortlich. Eine wilde Meute hinterlässt eine Spur der Zerstörung... Anschließend inszenierte Mocky die Krimikomödie "Der kleine Coup" (1984) mit Richard Bohringer in der Hauptrolle, gefolgt von "Das Wunder des Papu" (1985), in dem Michel Serrault einen kleinen Gauner mimt, der nach einem Unfall eine Gehunfähigkeit vortäuscht.

In "Agent Trouble - Mord aus Versehen" (1987) deckt Catherine Deneuve als Amateurdetektivin eine Umweltverseuchung auf und in "Ein turbulentes Wochenende" (1987) entbrennen bei den Feierlichkeiten zum 100. Geburtstags eines Parfümfabrikanten erbitterte Machtkämpfe, die schließlich in einer radioaktiven Wolke untergehen. Seit 1982 spielt Mocky auch in den meisten seiner Filmen selbst mit. Die Filme, die er seit 1988 gedreht hat, waren allesamt bislang in Deutschland noch nicht zu sehen.

Weitere Filme von Jean-Pierre Mocky: "L'Etalon" (1969), "Chut!" (1972, mit Michel Lonsdale), "Un liceul n'a pas de poche" (1974, mit Michel Lonsdale und Sylvia Kristel), "L'Ombre d'une chance" (1974), "Le oi des bricoleurs" (1977, mit Michel Serrault), "Le piège á cons" (1979), "Y a-t-il un Français dans la salle?", (1982), "Litan" (1982), "Bonsoir" (1983), "La Machine à découdre" (1986), "Divine enfant" (1989), "Ville à vendre" (1992, mit Richard Bohringer), "Bonsoir" (1993, mit Michel Serrault), "Le Mari de Léon" (1993), "Noir comme le souvenir" (1995, mit Jane Birkin und Matthias Habich), "Alliance cherche doigt" (1997, mit Guillaume Depardieu), "Robin des mers" (1998) und "Vidange" (1998).


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