Ein Wanderarbeiter findet einen Job an einer Tankstelle und beginnt mit der jungen Frau des Besitzers ein leidenschaftliches Verhältnis, das ihn schließlich zum Mörder werden lässt ...

Mit sinnlichen und kraftvollen Bildern zeigt Visconti in seinem Debüt eine Liebe, die durch gesellschaftliche Normen zum Scheitern verurteilt ist. Visconti reizte wohl weniger die originelle James M. Cain-Kriminalgeschichte, als die Möglichkeit, die Verstrickung der Charaktere in ein Milieu nachzuzeichnen. Denn er setzte dem Optimismus der damaligen Zeit ein realistisches Gegenbild entgegen. Dies war zugleich eine Kampfansage an die heile Welt des italienischen Films, der damals vorwiegend Heldenepen oder belanglose Lustspiele im Luxusmilieu hervorbrachte. Die Wirkung war entsprechend. Nur wenige, zumeist jüngere Kritiker setzten sich für den Film ein. Sie waren es auch, die in der Diskussion um den Film den Begriff des Neorealismus prägten. Von der etablierten Kritik und vor allem von der Zensur wurde er energisch bekämpft. Entscheidende Kürzungen mussten vorgenommen werden und das Original verschwand auf ungeklärte Weise. Hinzu kamen später Copyrightprobleme, da Visconti es versäumt hatte, sich die Rechte für die literarische Vorlage zu sichern. So kam der Film erst 1959 in einer gut 100 Minuten langen Fassung in die deutschen Kinos. Ein grandioser Film, der zwei amerikanische Remakes nach sich zog: "Die Rechnung ohne den Wirt" (Regie: Tay Garnett, 1946) mit Lana Turner und John Garfield, sowie "Wenn der Postmann zweimal klingelt" mit Jack Nicholson und Jessica Lange.

Foto: StudioCanal