Oskar wohnt allein und zurückgezogen mit seinem todkranken Vater in einem einsamen Haus nicht weit entfernt von dem Dorf, in dem er als Forstwirt tätig ist. Vor 20 Jahren gab es einen Vorfall im Ort: Oskars jüngerer Bruder Theo wurde mit einem minderjährigen Mädchen erwischt, musste dafür einige Jahre in einer Jugendhaftanstalt verbringen und kehrte nicht in sein Heimatdorf zurück. Den Kontakt mit seinem Vater und seinem Bruder Oskar hat er komplett abgebrochen. Seitdem ging alles seinen gemächlichen Gang in dem beschaulichen Ort im Westerwald. Doch eines Tages werden die Bewohner jäh aus ihrem behaglichen Leben gerissen: Die achtjährige Tochter der Kellnerin Barbara wird entführt und kurz darauf ausgerechnet von ihr und ihrem Liebhaber Arno tot aufgefunden. Oskar fürchtet um seine neunjährige Tochter Rita, die bei seiner geschiedenen Frau Claudia und deren Lebensgefährten Arno lebt, und beginnt auf eigene Faust zu ermitteln. Als kurz darauf sein Vater seiner Krankheit erliegt, kehrt das erste Mal nach dem "Vorfall" sein jüngerer Bruder Theo in den Ort zurück. Das kollektive Dorfgewissen "weiß" natürlich sofort, wer der Mörder des kleinen Mädchens ist ...

Krimi-Spezialist Edward Berger ("Tatort - Das letzte Rennen", "Schimanski - Kinder der Hölle") inszenierte nach der Vorlage von Schauspieler Michael Schenk, der in der Rolle des mordverdächtigen Theo zu sehen ist, diese komplexe wie unkonventionelle Geschichte. Schenk, der seine Darstellerkarriere Anfang der Neunzigerjahre begann und mit Filmen wie "Napola - Elite für den Führer" , "Das Kommando", "München" und "Nicht alle waren Mörder" auch einem breiteren Publikum bekannt wurde, ist hier weniger an dem Kriminalfall als an der menschlichen Tragödie interessiert.

Foto: HR/Jacqueline Krause-Burberg