Jacques Dutronc

Melancholisch, aber auch sarkastisch: Jacques 
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Melancholisch, aber auch sarkastisch: Jacques Dutronc, hier in "Sweetheart"
Jacques Dutronc
Geboren: 28.04.1943 in Paris, Frankreich

Der Regisseur Maurice Pialat sieht Jacques Dutronc in "Nachtblende" (1974) und interessiert sich sofort für den jungen Schauspieler. Die beiden lernen sich kennen und arbeiten zusammen an dem Drehbuch von Pialats Erfolgsfilm "Der Loulou" (1979). Pialat aber dreht den Film dann nicht mit Dutronc und das ist ihm äußerst peinlich. Jahre später bereitet Pialat "Van Gogh" vor. Er macht Probeaufnahmen mit Daniel Auteuil und Lambert Wilson, aber er ist nicht zufrieden. Kurzerhand ruft er Dutronc an und der wird schließlich sein Hauptdarsteller.

Jacques Dutronc, der Sänger mit dem Image des Pariser Dandy - man sieht ihn stets mit einer Gruppe verschiedenster Freunde - beginnt 1960 ein Studium an der "Ecole des arts décoratifs". Nebenbei spielt er Gitarre in verschiedenen Gruppen. Sie heißen Cyclones, Les Fatomes. Dann bringen ihn Freunde darauf, eine Platte aufzunehmen. Die wird ein Erfolg. Er schreibt fortan Songs für seine Lebensgefährtin Françoise Hardy, die er 1981 heiratet. Gemeinsam mit seinem Texter Jacques Lanzmann arbeitet er weiter an eigenen Liedern, meist selbstironische Texte, deren böse Ironie zum Markenzeichen Dutroncs wird. Durch das Lied "Il est quing heures, Paris s'eveille" wird er über Frankreich hinaus bekannt.

Jean-Marie Périers "Antone et Sebastian" und Claude Vidals "O.K. Patron!" sind seine ersten Filme, sie entstehen 1973. Dutroncs Freund Périer gelingt es, den Sänger zum Weiterspielen zu überreden. Ein Jahr später überzeugt er nicht nur die Franzosen von seiner Schauspielkunst, als er unter der Regie von Andrzej Zulawski den Partner von Romy Schneider in "Nachtblende" spielt. Dutronc erschüttert in der Rolle des lebensschwachen Ehemanns, der zum irren Clown herunterkommt und sich schließlich das Leben nimmt.

Wie seine Lieder bewegen sich auch seine Filmrollen zwischen Melancholie und Sarkasmus. 1992 erhält er für die Rolle des Van Gogh den César als bester männlicher Hauptdarsteller.

Weitere Filme mit Dutronc: "Témoignages" (TV-Serie, eine Folge, 1973),"Der Gute und die Bösen" (1975), "Allein zu zweit" (1978) von Claude Lelouch, "Mado" (1976) von Claude Sautet, "Früchtchen mit Sahne" von Jacques Rouffio, "Le Point de mire" (beide 1977), "Sale feveur" wieder bei seinem Freund Périer, "Lautlose Angst" (beide 1978), "Le Mouton noir", "Der französische Coup", "Rückkehr zur Geliebten", "Pierrot mon ami", "Scénario de 'Sauve qui peut la vie'" (alle 1979), "Rette wer kann (das Leben)" von Jean-Luc Godard, "L'Entourloupe", "Malevil" (alle 1980), "Rends-moi la clé!", "Geheimaktion Marseille" (beide 1981), "Brainwash - Ein Mann in Bestform", "Y a-t-il un Français dans la salle?" (beide 1982), "Die Spieler" von Barbet Schroeder, "Das Geld bleibt unter uns", "Sarah" (alle 1983) "Meine Nächte sind schöner als deine Tage" wieder unter der Regie von Zulawski, "Liebe, Betrug und andere Leidenschaften" (beide 1989), "Le Pinceau à lèvres" (1990), "Sweetheart" (1992) von Michel Deville, "Le Maître des éléphants" (1995), "Les Victimes" (1996), "Place Vendôme" (1998) von Nicole Garcia, "Süßes Gift" (2000) von Claude Chabrol, "C'est la vie" (2001), die Erotikkomödie "Küss mich, wenn du willst" (2002), "Pédale dure" (2004), "Ma place au soleil", "In der Glut der Sonne" und "Le Deuxième souffle" (alle 2007).


Zur Filmografie von Jacques Dutronc
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