Barbet Schroeder

Globetrotter in Hollywood: Barbet Schroeder Vergrößern
Globetrotter in Hollywood: Barbet Schroeder
Barbet Schroeder
Geboren: 26.04.1941 in Teheran, Iran

Barbet Schroeder, Sohn eines deutschen Geologen, gelang 1992 weltweit der Durchbruch: der Psycho-Schocker "Weiblich, ledig, jung sucht ..." in dem Jennifer Jason Leigh als sadistische Mieterin Bridget Fonda als Karriere-Yuppie das Leben schwer macht, sorgte fur volle Kinos und etablierte den vielseitigen Filmemacher endgültig als feste Größe unter den Regisseuren Hollywoods.

Schon 1990 bewies er mit der Inszenierung des superben Thrillers "Die Affäre der Sunny von B.", in dem Jeremy Irons und Glenn Close eine brillante Vorstellung geben, ein Händchen für durchweg packend umgesetzte Spannung auf der Leinwand. Jeremy Irons wurde für den Film als bester Hauptdarsteller mit einem Oscar belohnt und Schroeder selbst als bester Regisseur nominiert.

Zu seinen weiteren Kinofilmen gehören der 1995 inszenierte, packende film noir "Kiss of Death" mit Nicolas Cage und David Caruso in den Hauptrollen und das Familiendrama "Davor und danach" (1996), in dem sich Meryl Streep und Liem Neeson mit einer Mordklage gegen ihren Sohn konfrontiert sehen. Seinen ersten Spielfilm inszenierte Schroeder 1969. "More" ("Mehr, immer Mehr") ist eine dem Stil der Zeit entsprechende psychodelische Love Story mit der Musik der Gruppe Pink Floyd, die auch den Soundtrack zu Schroeders "La Vallé - Obscured By Clouds" (1972) lieferten.

Mitte der Siebzigerjahre erregte er mit zwei spektakulären Dokumentationen Aufsehen. In "General Idi Amin" porträtierte er 1974 den berüchtigten Dikator von Uganda und in "Koko, der sprechende Gorilla" zeigte er 1978, wie einem Riesenaffen die Zeichensprache beigebracht wird. Seit seiner Jugend von dem Schriftsteller Charles Bukowski fasziniert, reiste Schroeder im gleichen Jahr in die USA, um Bukowski als Autor für ein Regie-Projekt über dessen Leben zu gewinnen. Bukowski zeigte sich begeistert und erzählte Schroeder bereitwillig alles, was dieser wissen wollte. Der Regisseur nahm diese Gespräche auf Video auf. Resultat sind "Die Charles Bukowski Tapes", die längst Kultstatus erlangt haben. Nach gut neun Jahren gelang es dem Duo dann endlich, Finanziers für ihren gemeinsamen Film zu finden: "Barfly" entstand mit Mickey Rourke als Bukowski und Faye Dunaway als dessen Geliebte. Der Romanautor selbst schrieb dazu das autobiopraphische Drehbuch.

Barbet Schroeder, der heute in Los Angeles lebt, wurde im Iran geboren, weil sein Vater seinerzeit vertraglich dort gebunden war. Seine Kindheit verbrachte der Junge als Globetrotter, der schließlich eine längere Ausbildung an der Sorbonne erhielt, wo er anschließend auch Philosophie studierte. Er verdiente sein Geld zunächst als Filmkritiker der renommierten 'Cahiers du Cinéma' und organisierte kurzzeitig Jazz-Konzerte. Mehrmals wurde er als Fotojournalist für Reportapen über Indien und Amerika engagiert. 1963 wirkte er erstmals in einem Spielfilm mit: Bei Jean-Luc Godards "Die Karabinieri" sammelte er Erfahrungen als Nebendarsteller wie als Produktionsassistent.

Zusammen mit dem "Nouvelle Vague"-Vorreiter Eric Rohmer gründete Schroeder 1964 die Produktionsfirma Les Films du Losange, die in Folge eine Reihe von Filmen so bekannter Regisseure wie Jacques Rivette, Wim Wenders, Rainer Werner Fassbinder und Rohmer finanzierte.

Weitere Filme von und mit Barbet Schroeder: "Die Mafia" (1972), "Maitresse" (1976), "Die Spieler" (1983), "Desperate Measures" (1998) und "Mord nach Plan" (2002). Außerdem übernahm Schroeder auch häufig kleine Schauspiel-Rollen, wie etwa in "Paris vu Par..." (1963), "Céline und Julie fahren Boot" (1974), "Warte bis zum Frühling, Bandini" (1990), "The Golden Boat"(1990), "Beverly Hills Cop III" (1994), "Die Bartholomäusnacht" (1994), "Mars Attacks!" (1996), "Die Herzogin von Langeais" (2007, Darsteller), "Der Tag wird kommen" (2012).


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