Lebende Legende: Charles Aznavour
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Charles Aznavour

Shahnour Varenagh Aznavourian
Lesermeinung
Geboren
22.05.1924 in Paris, Frankreich
Alter
98 Jahre
Sternzeichen
Biografie

Charles Aznavour, Sohn armenischer Einwanderer, war während der Okkupation durch die Deutschen in verschiedenen Berufen tätig. Häufig musste er sich in Paris vor den Nazis verstecken. Doch er schrieb schon damals Lieder für Edith Piaf und Maurice Chevalier. Nach Kriegsende findet er Anschluss an Kabarettbühnen und Music Halls, wo er - wie viele hochbegabte Künstler von der Muse von Paris, Edith Piaf, gefördert wird. Durch diese Reputation und mit seiner anziehenden Höflichkeit und seinem sanften Charme - nicht zu vergessen die unverwechselbare Stimme - arbeitet er sich als Chansonier und Schauspieler hoch und etabliert sich als berühmter männlicher Sänger Frankreichs.

Beim Film arbeitet er erst spät. Zwar sieht man ihn schon 1938 in einer kleinen Rolle bei Christian-Jaque in "Das Geheimnis von St. Agil" mit Erich von Stroheim und Michel Simon, sowie anderen kleinen Filmrollen, doch erst in den Endfünfzigern nimmt man ihn im Kino wahr. Charles Aznavour steht immer wieder bei großen Regisseuren vor der Kamera, so bei Georges Franju in "Mit dem Kopf gegen die Wände" (1958), bei Jean Pierre Mocky in "Die nach Liebe hungern" (1959), bei André Cayatte in "Jenseits des Rheins" (1960) und bei Jean Cocteau in "Das Testament des Orpheus" (1960).

Unvergesslich aber wird er als Charlie Kohler bleiben in François Truffauts "Schießen Sie auf den Pianisten" (1959) und als Hutmacher und Gegenspieler von Michel Serrault 1982 in Claude Chabrols "Die Fantome des Hutmachers".

Weitere Filme mit Charles Aznavour: "Taxi nach Tobruk" (1960), "Ganoven rechnen ab" (1965) mit Lino Ventura, "Schüsse aus der Manteltasche" (1969), "Die letzten Abenteurer" (1970), "Ein Unbekannter rechnet ab" (1974), "Die verrückten Reichen" (1975), "Auf der Fährte des Adlers" (1976), Volker Schlöndorffs "Die Blechtrommel" (1979), Hans W. Geißendörfers "Der Zauberberg" (1981), "Das Geld bleibt unter uns" (1983), "Viva la vie - Es lebe das Leben" (1984), als alternder Gauner in "Safe Breaker" (1986), Marion Hänsels "Das Geheimnis des Dirigenten" (1988), "Das Herz einer Mutter" (1994), "Hinter den Horizonten des Paradieses" (1995), "Le comedien" (1996), "L'ecran temoin judicael" (2000), "Angelina", "Passage du Bac" (beide 2001), "Der Oberst und ich" (2005)

1997 wurde Aznavour mit einem Ehren-Cesar für sein Lebenswerk als Schauspieler ausgezeichnet, 2002 spielte er in Atom Egoyans beeindruckenden Drama "Ararat" einen Regisseur, der sich in seinem Film mit dem Völkermord an den Armeniern beschäftigt.

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