Stephen Dillane

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Stephen Dillane, hier in "Welcome to Sarajewo"
Stephen Dillane
Geboren: 30.11.1956 in London, England, Großbritannien

Er ist ein versierter Film- und Theaterschauspieler: Stephen Dillane. Seine frühe Theaterarbeit – er wurde an der Bristol Old Vic Theatre School ausgebildet - umfasst Repertoire-Theater-Saisons am Belgrade Theatre in Coventry, am Contact Theatre in Manchester und am Chester Gateway Theatre. Am National Theatre hatte er Hauptrollen als Archer in "The Beaux’ Stratagem", Gerry Evans in "Dancing at Lughnasa", Edmund Tyrone in "Long Day’s Journey Into Night" und Prior Walter in "Angels In America", gefolgt von "Hush", geschrieben von April D’Angelis am Royal Court. 1995 gewann Dillane den Richard Burton Shakespeare Globe Award für die Titelrolle in "Hamlet" am Gielgud Theatre, inszeniert von Peter Hall.

Darüber hinaus spielte er den Clov in "Endgame" am Donmar Warehouse unter der Regie von Katie Mitchell, den Artie in "Hurlyburly" am Old Vic, sowie die Titelrolle in "Uncle Vanya" für die Royal Shakespeare Company am Young Vic, wiederum inszeniert von Katie Mitchell. Er kehrte ans Donmar Warehouse zurück, um den Henry in Tom Stoppards "The Real Thing" zu spielen, wofür er bei den Evening Standard Theatre Awards 1999 als bester Schauspieler ausgezeichnet wurde. Danach übernahm Dillane die Rolle des Tony in "Our Late Night" von Wallace Shawn am Royal Court, inszeniert von Caryl Churchill. Er kehrte für kurze Zeit zurück zu "The Real Thing" ins West End, bevor er mit dem Stück an den Broadway reiste, wo es am Barrymore Theater aufgeführt wurde.

Am Broadway gewann Dillane den Best Actor Tony Award 2000, den Best Actor Drama Desk Award 1999/2000 und den Theatre World Award 2000. 2000 wurde er für den Best Actor Outer Circle Award nominiert. Zurück ging’s ins West End, wo Dillane den George in "Life After George" unter der Regie von Michael Blakemore spielte. 2002 mimte er den Alexander Herzen in der Tom-Stoppard-Trilogie "Coast of Utopia" am National Theatre, inszeniert von Trevor Nunn. Außerdem hatte er einen Auftritt in einer One-Man-Show von "Macbeth” am Redcat Theatre in Los Angeles, inszeniert von Travis Preston, die eine Wiederauflage am Almeida Theatre in London im Oktober/November 2005 und in Sydney and Adelaide für Australian Festival im Februar/März 2006 erleben.

Neben seinen mannigfaltigen Theatereinsätzen startete Dillane aber schon mit der Achtzigerjahre seine TV- und Filmkarriere: Nach einer ersten kleinen Rolle in der Krimiserie "Remington Steele" (1985) besetzte ihn Lezli-An Barrett im Jahr darauf in der Komödie "Gewagtes Spiel - Eine Frau steht ihren Mann" an der Seite von Glenda Jackson. Nach weiteren TV-Arbeiten - oft nannte er sich Stephen Dillon - nahm ihn ein breiteres Publikum erstmals als Horatio an der Seite von Mel Gibson in Franco Zeffirellis "Hamlet" (1990) wahr. In Erinnerung blieb auch seine Rollen in dem Politdrama "Verlorene Jahre" (1992), in dem Colin FIrth und Ciarán Hinds seine Filmpartner waren. In der Gaunerkomödie "Gestohlene Herzen" überzeugte er zwar als reichlich schräger Evan Marsh, konnte den Film, an dem nicht viel stimmte, aber auch nicht retten. Hervorragend war dagegen der niederschmetternde Antikriegsfilm ""Welcome to Sarajevo" (1997) von Michael Winterbottom, in dem Dillane den Reporter Henderson verkröperte, der live von der Belagerung der bosnischen Hauptstadt. berichtet. Zu der Top-Besetzung gehörten unter anderem Woody Harrelson und Marisa Tomei.

Neben der französischen Filmschönheit Sophie Marceau sah man Dillane 1997 in Williams Nicholsons Melodram "Verborgenes Feuer", bevor ihn Regisseur Henry Jaglom für sein Drama "Déjà Vu" (ebenfalls 1997) verpflichtete. Ein viktorianisches Liebesdrama war dagegen Cathal Blacks internationale Koproduktion "Liebe und Leidenschaft", das Dillane neben Greta Scacchi und dem späteren "James Bond" Daniel Craig zeigte. Recht erfolgreich war Stephen Dillanes nächste Filmarbeit, der Kriminalfilm "Ein ganz gewöhnlicher Dieb - Ordinary Decent Criminal" (1999), der besonders von dem umwerfenden Spiel seines Hauptdarstellers Kevin Spacy und Linda Fiorentinolebte. 2001 war Dillane sechs Folgen lang in der erfolgreichen TV-Serie "The Cazalets" zu bewundern, danach folgten wichtige Rollen in Tony Scotts bemerkenswerten Agententhriller "Spy Game - Der finale Countdown", in Jonathan Demmes Thriller "Die Wahrheit über Charlie" (2002) und in dem eher belanglosen Thriller "The Gathering" (2003) mit Christina Ricci. Prominent war auch die Besetzung von Stephen Daldrys Drama "The Hours", doch Anschlussfehler und weitgehend uninteressante Protagonisten schmälerten den Kinogenuss. Auch nur durchschnittlich war Antoine Fuquas Actionabenteuer "King Arthur" (2004), das auch äußerst prominent besetzt war, insgesamt jedoch reichlich blutleer daher kam. Da nutzte auch Dillanes starkes Spiel als Zauberer Merlin nicht viel. Besser war dagegen das Drama "Das größte Spiel seines Lebens," (2005), in dem Stephen Dillane den Golf-Champion Harry Vardon gab, der sich bei den US-Open mit einem bis dahin unbekannten Gegner alias Shia LaBeouf auseinandersetzen muss.

Weitere Filme mit Stephen Dillane: "Comeback" (1986), "Der geheime Garten" (1987), "The One Game", "Christabel" (beide 1988), "The Yellow Wallpaper" (1989), "Heading Home", "Achilles Heel" (beide 1991), "Frankie's House" (1992), "You Me + It", "Der blutige Weg zur Macht" (beide 1993), "The Rector's Wife" (1994), "The Darkest Light" (1999), "Anna Karenina" (Miniserie, 2000), "B-Team: Beschränkt und auf Bewährung" (2001), "Haven" (2004), "Nine Lives", "Goal!" (beide 2005), "Klimt", "Goal 2" (beide 2006), "Wilde Unschuld", "Fugitive Pieces" (beide 2007), "Sturm" (2009), "Perfect Sense" (2011), "Papadopoulos & Söhne" (2012)

Foto: Buena Vista


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