Elisabeth ist jung, stark und kämpft in der viktorianischen Gesellschaft des 19. Jahrhunderts um ihre Selbständigkeit. Sie hat sich geschworen, niemals von einem Mann abhängig zu sein. Als Gouvernante arbeitet die Schweizerin in Londoner Adelshäusern. Weil ihr Vater wegen Schulden ins Gefängnis kommt, braucht sie rasch Geld, um ihn per Kaution aus seiner misslichen Lage zu befreien. Deshalb nimmt sie das Angebot eines Aristokraten, der unerkannt bleiben will, an: Er wünscht sich sehnlich einen Erben, den er mit seiner im Koma liegenden Frau nicht bekommen kann. Elisabeth soll das mit ihm gezeugte Kind unter strenger Geheimhaltung austragen und danach aus dem Leben des Aristokraten verschwinden. Aber was als reines Geschäft angedacht war, entwickelt sich bereits nach der ersten Nacht zu einem turbulenten Gefühlschaos. Elisabeth kann den unbekannten Adligen nicht vergessen. Noch stärker ist das Verlangen, ihre Tochter Louisa wieder zu sehen, die sie nach der Geburt sofort abgeben musste. Jahre später kann Elisabeth die Familie ausfindig machen und lässt sich von der Hausdame ohne das Wissen des Hausherrn als Gouvernante auf Gut Selcombe einstellen...

Nach seinem eigenen Drehbuch inszenierte der Brite William Nicholson, der in den Siebziger- und Achtzigerjahren zahlreiche Dokumentationen für die BBC produzierte, dieses gefühlvolle und historisch stimmige Drama mit hervorragender Besetzung. Er lässt sich viel Zeit für die Entwicklung seiner Charaktere, jedoch ohne den Zuschauer zu langweilen. Eine ganz starke schauspielerische Leistung bietet hier Sophie Marceau, die in der Hauptrolle der Elisabeth überzeugt. Nicholson machte in seiner Karriere besonders als Drehbuchautor auf sich aufmerksam, so schrieb er etwa die Vorlagen für "Gladiator", dass ihm eine Oscar-Nominierung einbrachte. Zu seinen weiteren Drehbucharbeiten gehören "Shadowlands - Ein Geschenk des Augenblicks" , "Nell", "Grey Owl" und"Elizabeth - Das goldene Königreich".