Fabrice Luchini

Was wird hier eigentlich gespielt? Fabrice
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Was wird hier eigentlich gespielt? Fabrice Luchini wundert sich  
Roberto Lucini
Geboren: 01.11.1951 in Paris, Frankreich

In Frankreich ist er seit Jahren ein Superstar, der schon mit vielen großen Regisseuren und Schauspielkollegen gearbeitet hat: der Kino-, TV- und Theaterschauspieler Fabrice Luchini. Der Sohn italienischer Einwanderer, die als Obst- und Gemüsehändler ihr Geld verdienten, wuchs Fabrice im 17. Arrondissement von Paris auf, wo er auch die Schule besuchte. Zunächst absolvierte er eine Ausbildung in einem angesagten Friseursalon, doch schon bald arbeitete der Autodidakt auch an seinem Wortschatz, interessierte sich für Literatur wie Soul-Musik und war häufigen Diskotheken-Besuchen nicht abgeneigt.

Ende der Sechzigerjahre lief ihm in einer dieser Etablisments Regisseur Philippe Labro ("Der Draufgänger", "Der Greifer") über den Weg, der ihm eine erste kleine Rolle in seinem Drama "Tout peut arriver" (1969) gab - es sollte der Auftakt zu einer großen Karriere als Charakterdarsteller und Komödiant sein. Nun war Luchinis Interesse am der Schauspielerei geweckt und schon ein Jahr später ergatterte er die Rolle des Vincent in Eric Rohmers heiteren Liebesreigen "Claires Knie". Das Zusammentreffen mit Rohmer sollte für Luchini von großer Bedeutung sein, denn der Regisseur besetzte ihn später in fünf weiteren seiner Filme, so als Titel gebenden Perceval in dem Drama "Perceval le Gallois" (1978), als Mercillat in der Tragikomödie "Die Frau des Fliegers" (1981), als Schriftsteller Octave an der Seite der viel zu früh verstorbenen Pascale Ogier in dem Liebesfilm "Vollmondnächte" (1984), für die er seine erste César-Nominierung erhielt, als geschwätzigen und überkandidelten Galeristen in der Komödie "Vier Abenteuer von Reinette und Mirabelle" (1986), und als verbissenen Dorfschullehrer Rossignol in der herrlichen Satire "Der Baum, der Bürgermeister und die Mediathek" (1992).

Doch zunächst zurück zu den Anfängen: Nach weiteren kleinen Rollen in Werken wie "Valparaiso, Valparaiso" (1971), "Unmoralische Geschichten" (1974) und "Les Écrans déchirés" (1976) besetzte ihn 1977 kein geringerer als Frankreichs Regie-Ikone Claude Chabrols in seinem Krimi "Violette Nozière" an der Seite der wundervollen Isabelle Huppert. In der Folgezeit spielte Luchini nicht immer in den besten Filmen - oft in Komödien - bevor er mit Chabrol in der schwarzen Komödie "Alle Vöglein sind schon da" (1988) von Pierre Zucca vor der Kamera stand. Große Aufmerksamkeit errang Luchini danach in der melancholischen Tragikomödie "Die Verschwiegene" (1990), in der den von seiner Frau verlassenen Antoine verkörperte, der sich nun seinerseits an den Frauen rächen will, dabei aber von seinen Gefühlen übermannt wird. Dafür wurde Fabrice Luchini erstmals für den César als bester Nebendarsteller nominiert.

Eine weitere César-Nominierung - allerdings erneut als bester Nebendarsteller - brachte ihm die Rolle des treuen Dieners Camille an der Seite von Alain Delon als Casanova in Edouard Niermans gelungener Komödie "Casanovas Rückkehr" (1992) ein. Die Satire "Kleine Fische, große Fische" markierte schließlich im gleichen Jahr Luchinis erste Zusammenarbeit mit Cédric Klapisch, der ihn in der Rolle eines Managers besetzte, der ein Pariser Kaufhaus reorganisieren soll, doch schließlich erkennen muss, dass er nur ein kleines Rad in einem großen Spiel ist. Dagegen sah man den Darsteller in Claude Lelouchs gut besetzter und gespielter Krimikomödie "Alles für die Liebe" als Fabrice Lenormand, was ihm endlich den César als bester Nebendarsteller einbrachte. Nach der Rolle des Psychiaters von Isabelle Adjani in Philomène Espositos Tragikomödie "Toxic Affair - Eine gefährliche Liebe" (1993) war es 1995 Zeit für die nächste César-Nominierung, wieder als bester Nebendarsteller in Yves Angelos Balzac-Verfilmung "Die Auferstehung des Colonel Chabert" mit Gérard Depardieu und Fanny Ardant. Und natürlich, es gab auch wieder eine Nominierung als bester Hauptdarsteller - für Edouard Molinaros Komödie "Beaumarchais – der Unverschämte" (1996). Doch wieder ging Luchini leer aus.

Einen üblen Meuchelmörder verkörperte er 1997 in Philippe de Brocas Mantel-und-Degenfilm "Duell der Degen", in dem ihm Daniel Auteuil das Handwerk legt, während Luchini in Patrice Lecontes Drama "Intime Fremde" als schüchterner Steuerberater überzeugte, der sich in Sandrine Bonnaire verliebt, die ihn für ihren Psychiater hält ... Neben Romain Duris überzeugte Luchini als M. Jourdain auch in Laurent Tirards Historienfilm "Molière", was ihm 2008 natürlich wieder die fast schin obligatorische César-Nominierung als bester Nebendarsteller einbrachte. Ein Wiedersehen mit Cédric Klapisch feierte Luchini schließlich 2008 beim Dreh für die Komödie "So ist Paris", die ihn an der Seite der schönen Juliette Binoche zeigte und die wunderbare Komödie "Das Mädchen aus Monaco" war eine Regiearbeit seiner Lebenspartnerin und Mutter seiner Tochter Enna, Anne Fontaine. Er spielte einen Anwalt, der sich in eine wesentlich jüngere Frau alias Louise Bourgoin verliebt.

Weitere Filme mit Fabrice Luchini: "Contes immoraux" (1974), "Né" (1975), "Les écrans déchirés" (1976), "Même les mômes ont du vague à l'âme" (1978), "La Forêt désenchantée" (1981), "T'es folle ou quoi?", "Zig Zag Story", "Jimmy Jazz" (alle 1982), " Lettre de la sierra morena", "Verdammt nochmal! ... Wo bleibt die Zärtlichkeit?" (beide 1983), "Emmanuelle 4" (1984), "P.R.O.F.S. ... und die Penne steht Kopf", "Ehrbare Ganoven" (1985), "Max Mon Amour", "Triple sec" (1986), "Les Oreilles entre les dents" (1987), "La Couleur du vent" (1988), "Uranus" (1990), "L'Année" (1995), "Un air si pur" (1997), "Ein Mann in Nöten" (1998), "Pas de scandale" (1999), "Barnie et ses petites contrariétés" (2000), "Le Coût de la vie" (2002), "La Cloche a sonné" (2005), "Jean-Philippe" (2006), "Les invités de mon père", "Das Schmuckstück" (beide 2010), "Nur für Personal!" (2011), "Asterix & Obelix - Im Auftrag Ihrer Majestät", "In ihrem Haus", "Molière auf dem Fahrrad" (alle 2012).


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