Frankreich in den Dreißigerjahren: Die junge Violette Nozière führt ein Doppelleben, um aus der Enge ihres kleinbürgerlichen Elternhauses auszubrechen. Tagsüber ist sie das brave Töchterchen, nachts macht sie als elegante Abenteurerin die Cafés, Tanzlokale und Stundenhotels des Pariser Quartier Latin unsicher. Immer tiefer verstrickt sie sich in Lügen und Illusionen, bis sie es schließlich leid ist und ihre lästigen Eltern vergiftet. Der Vater stirbt, die Mutter überlebt ...

Mit diesem Krimi-Melodram verfilmte Claude Chabrol in freier Form einen spektakulären Kriminalfall, der 1934 in Frankreich für Schlagzeilen und heftige Diskussionen sorgte. Chabrol begnügt sich nicht mit einer simplen Wiedergabe der Fakten, sondern inszeniert das als raffiniert verschachtelte Lehrstunde in Sachen Filmregie. Und wie immer ist er auch an einer ausführlichen Beleuchtung des Milieus interessiert. Ausgezeichnet sind auch die Darsteller, allen voran Isabelle Huppert in der Titelrolle.

Foto: arte F/René Chateau