Der physisch und psychisch angeschlagene Kessel ist nach längerer Krankheit zurück im Polizeidienst. Mit seinem alten Freund und Kollegen Driller beobachtet er ein Restaurant, in dem ein gesuchter libyscher Kriegsverbrecher verkehren soll. Sie warten lange. Doch es tut sich nichts. Nur Kessels Hände beginnen zu zittern. So stark, dass sich Driller fragt, ob sein Kollege immer noch drauf ist. Da stürzt Kessel auch schon nach draußen und greift sich einen der kleinen Dealer auf dem benachbarten Basketballplatz. Driller zerrt seinen Kollegen zurück ins Auto, während die Kids den beiden Männern hinterher grölen. Voller Adrenalin startet Kessel den Wagen und fährt einen der Jungs über den Haufen. Driller bleiben nur wenige Sekunden für die Entscheidung: Soll er seine Pflicht tun oder seinem Freund helfen? Er entscheidet sich für Kessel. Liefert den Jungen anonym im Krankenhaus ab und lässt den Unfallwagen verschwinden. In der Gewissheit, dass dies nicht gutgehen wird, treten die beiden Polizisten am nächsten Morgen ihren Dienst an. Und tatsächlich: Staatsanwältin Soraya Nazari macht Druck und erklärt den angeblichen Unfall mit Fahrerflucht zur Chefsache ...

"Nachtschicht - Amok!"-Erfinder Lars Becker setzte diesen Kriminalfilm mit starken Darstellern atmosphärisch dicht und äußerst spannend in Szene. Als Vorlage diente Becker, der auch das stimmige Drehbuch verfasste, der 2012 erschienene gleichnamige Roman des aus München stammenden Juristen und Schriftstellers Georg M. Oswald. Aus dem glänzend besetzten Werk ragen Fritz Karl und Nicholas Ofczarek als ungleiches Polizisten-Duo heraus, Melika Foroutan gibt gekonnt die Staatsanwältin Nazari.