Die melancholischen Augen des Seniors schimmern durch im Antlitz des Sohnes – die Besetzung des 22-jährigen Michael Gandolfini als Tony Soprano ist zweifellos der größte Coup bei "The Many Saints of Newark". Dabei ist die Hauptfigur eine andere. Die Handlung folgt Richard "Dickie" Moltisanti (Alessandro Nivola), der durch die "Sopranos"-Serie wie ein Mythos wehte, hier aber leibhaftig in Erscheinung tritt.
Am Ende der 60er-Jahre ringt der Anführer seiner Familie in Newark, New Jersey, um Einfluss gegen den rivalisierenden schwarzen Gangsterboss Harold McBrayer (Leslie Odom). Zugleich schleift er den jungen Neffen, dessen Vater (Jon Bernthal) im Knast sitzt, zu jenem skrupellosen Mafia-Boss, der er einmal werden wird.
Alles in allem ein höchst solider Mafiafilm mit allen wohlbekannten Italo-Ingredienzien und einem sanften Flaum von Zeitgeschichte (unter anderem geht es um die Rassenunruhen von Newark im Jahre 1967). Für eingefleischte "Sopranos"-Fans allerdings ein Kino-Angebot, das man nicht abschlagen kann. Auch weil Autor und "Sopranos"-Erfinder David Chase einige Fragen beantwortet, die in der Serie offen geblieben waren.
Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH