Sandrine Kiberlain

Lesermeinung
Geboren
25.02.1968 in Boulogne-Billancourt bei Paris, Frankreich
Alter
54 Jahre
Sternzeichen
Biografie

In Frankreich kommt man schon lange nicht mehr an ihr vorbei: Sandrine Kiberlain. Die rotblonde Französin mit polnischen Wurzeln ist in ihrem Heimatland schon längst ein Superstar. Doch während ihr Name beim heimischen Publikum ein Begriff ist, wie hierzulande Veronica Ferres, teilt sie doch das Schicksal vieler französischer Akteure: über die Grenzen verirren sich nur wenige der französischen Filme und der internationale Durchbruch verläuft - wenn überhaupt - eher heimlich, still und leise jenseits des großen Popcorn-Kinos. Sandrine Kiberlain besticht durch die Qualität ihres eindrucksvollen Spiels. Es sind weniger die Blockbuster, denen sie ein Gesicht gibt, vielmehr gilt sie als große Schauspielerinnen-Hoffnung für den neuen Französischen Film. Sie ist ausgesprochen vielseitig und beherrscht auch komplizierte Rollen. Sie überzeugt als bindungsunfähige Frau ebenso wie als psychisch gestörte weltfremde Träumerin. Sie gibt die Nonne mit der gleichen Ausdruckskraft wie die Edelhure. Sie kann in Komödien gleichermaßen wie in Dramen oder Thrillern eingesetzt werden.

Ihre beeindruckende Karriere beginnt 1986. Man sieht Sandrine Kiberlain in einer kleinen Nebenrolle in Pierre Granier-Deferres "Erpresst - Das verhängnisvolle Foto" (im Original: "Cours privé"). Fast ein Jahrzehnt spielt sie eher in der zweiten Reihe, bis sie 1995 für ihre Rolle in "Staatsauftrag: Mord" eine Nominierung für den César als beste Nachwuchsdarstellerin erhält. Ein Jahr später bringt ihr Spiel in Laetitia Massons beschwingter Liebesgeschichte "Haben (oder nicht)" nicht nur einen César ein, sondern bedeutet für sie auch den nationalen Durchbruch. Seither spielt sie in der ersten Reihe des französischen Kinos. Unter der Regie von Laetitia Masson steht sie - neben "Haben (oder nicht)" - auch in den anderen beiden Teilen ("Zu verkaufen" und "Love Me") von Massons Filmtrilogie über Liebe, Arbeit und Geld vor der Kamera.

Wenn Sandrine Kiberlain in einem Film mitspielt, dann kann man leicht vergessen, dass der (eigentlich) schlecht ist. Ihr Talent verschiedene Gefühle gleichzeitig zu präsentieren, hat schon manch misslungenen Streifen vor der absoluten Bedeutungslosigkeit gerettet. Ihr hübsches sommersprossiges Gesicht bleibt beim Zuschauer im Gedächtnis haften und in "Liebe und Lügen" gelingt es ihr sogar, neben Leinwandschönheit Monica Bellucci zu bestehen. Ein besonderes Highlight ihrer Filmkarriere ist das Familiendrama "Alles Bestens (Wir verschwinden)". An der Seite von Michel Piccoli spielt sie eine von drei Schwestern, die nach vielen Jahren mit dem plötzlichen Erscheinen des Vaters (alias Michel Piccoli) konfrontiert werden. Neben dem Grandseigneur des französischen Films steht sie auch in "Beaumarchais - Der Unverschämte" und "Ein Mann in Nöten" vor der Kamera.

Während der Dreharbeiten zu "L'Irrésolu" (1994) lernt sie Vincent Lindon kennen, den sie 1998 heiratet. 2000 kommt die gemeinsame Tochter Suzanne auf die Welt. Das Paar hat sich in der Zwischenzeit getrennt. Seit 2006 reiht sich Sandrine Kiberlain in die Riege der Schauspielerinnen, die auch singen, ein. Ihren Vorbildern - Vanessa Paradis und Carla Bruni - folgend, veröffentlicht sie eine CD. Auch wenn der Titel ihres Erstlings "Manquait plus qu'ca..." ("Das fehlte gerade noch...") lautet und man erst einmal genervt denkt, dass es vollkommen überflüssig ist, wenn schon wieder eine Schauspielerin zum Mikro greift, ist man schnell vom Gegenteil überzeugt, wenn man ihre klare Stimme und die einfühlsamen Texte hört. Die Mischung aus Chanson und französischem Pop kommt an und steigt direkt nach Erscheinen in die französische Hitparade ein. Dass sie kein "One-hit-wonder" ist, zeigt sie mit dem Nachfolgealbum ("Coupés Bien Nets Et Bien Carrés"), das seit 2007 in den Verkaufsregalen steht.

Weitere Filme mit Sandrine Kiberlain: "On a volé Charlie Spencer!" (1986), "Les compagnons de l'aventure" (TV-Serie, 1989), "Cyrano von Bergerac" (1990), "Des filles et des chiens", "Geliebte Milena" (beide 1991), "Emma Zunz", "Sexes faibles!", "Das unheimliche Haus" (alle 1992), "Méprises multiples", "L'instinct de l'ange", "Comment font les gens", "Verrückt - Nach Liebe" (alle 1993), "Les tous petits détails", "Tom est tout seul" (beide 1995), "Je suis venue te dire", "Das Leben: Eine Lüge" (beide 1996), "Quadrille", "Der siebte Himmel" (beide 1997), "La fausse suivante" (2000), "Elie annonce Semoun" (Sprecherin, beide 2000), "Emilie est partie", "Betty Fisher et autres histoires" (beide 2001), "C'est le bouquet !" (2002), "Filles uniques", "Après vous - Bitte nach Ihnen ..." (beide 2003), "Un petit jeu sans conséquence" (2004), "Très bien, merci", "La vie d'artiste" (beide 2007), "Mademoiselle Chambon", "Der kleine Nick" (beide 2009), "Poliezei", "Nur für Personal!" (beide 2011), "Große Jungs" (2013).

Foto: Peripher Filmverleih

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