Als die junge Violette Leduc die bekannte Schriftstellerin Simone de Beauvoir kennenlernt, inspiriert sie diese Begegnung dazu, selbst ein Buch zu schreiben. Sie erzählt von ihren schrecklichen Erlebnissen während ihrer Kindheit und Jugend. Als Kind erlebte sie die Grauen des Ersten Weltkriegs, um als junge Frau in die Wirren des Zweiten Weltkriegs geworfen zu werden. Mit tiefen seelischen Narben versuchte sie, sich ein Leben aufzubauen und bändelte mit Maurice Sachs an. Doch erst de Beauvoir lässt sie hoffen. Sie schreibt ehrliche wie bewegende Romane, die allerdings bei der verklemmten Nachkriegsgesellschaft nicht gut gelitten sind. Zu freizügig schildert sie Sexualität, zu sehr thematisiert sie Tabus wie Homosexualität ...

Regisseur Martin Provost versteht sich offensichtlich bestens darauf, Biografien ungewöhnlicher Künstlerinnen zu erzählen. Schon mit "Séraphine" gelang ihm das Porträt einer ungewöhnlichen Frau. Jetzt hat er sich die Schriftstellerin Violette Leduc und deren erste literarischen Gehversuche in der Nachkriegszeit vorgenommen. Mit tollen Bildern (auch ein paar Längen) gelang im durchaus, das seltsame wie beeindruckende Leben in einer restriktiven Zeit mit entsprechendem Zeitkolorit darzustellen. Er porträtiert mit einer hervorragenden Emmanuelle Devos in der Titelrolle die Literatin als eine Person, die sich hässlich fand, von Selbstzweifeln zerfressen war und keine Erfüllung in der Liebe zu Simone de Beauvoir fand. Dennoch wurde sie zu einer anerkannten Autorin.

Foto: Kool