Carole Bouquet

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Zwischen James Bond und Chanel Nr.5: Carole Bouquet
Fotoquelle: cinemafestival/shutterstock.com
Carole Bouquet
Geboren: 18.08.1957 in Neuilly-sur-Seine, Frankreich

Sie wirkt mit ihrem durchdringenden Blick wie ein teuflischer Engel, bei dessen Berührung einen schaudert. Doch dann geht plötzlich ein befreiendes Lächeln über ihr Gesicht und der böse Traum ist vorbei, alle Schwere ist von ihr abgefallen. Carole Bouquet ist in den unterschiedlichsten Rollen zu sehen: Mal ist sie die Partnerin von Roger Moore in dem James-Bond-Film "James Bond 007 - In tödlicher Mission" (1980), mal sieht man sie als Protagonistin in Werner Schroeters Irrenhaus-Film "Tag der Idioten" (1982). Darin wirkt sie wie ein Wesen von einem anderen Stern, auf der Suche nach einem Ort, der der Absolutheit ihrer Gefühle entspricht. Sie sagt zu ihrem Freund: "Es wäre schön, wenn es dich nicht mehr gäbe", und sie geht an einen Ort, wo die Grenze zwischen Wachheit und Traum fließend ist, in ein Irrenhaus. "Hier bin ich zu Hause", sagt sie und später: "So wie andere sich auf Weihnachten freuen, freue ich mich auf meinen Tod."

Sie wächst in Neuilly-sur-Seine auf und geht dort auf die Klosterschule. Mit 15 legt sie die Reifeprüfung ab. Nach kurzem Besuch auf der Sorbonne entscheidet sie sich fürs Schauspielstudium. 1977 besetzt Luis Buñuel die Schülerin in seinem surrrealistischen Alterswerk "Dieses obskure Objekt der Begierde". Ein vornehmer Herr (Fernando Rey) verfällt dem Zauber der schönen Conchita, seinem Dienstmädchen, das ständig zwischen Aufreizen und Verweigerung ihm das Leben zur Hölle macht. Das Verblüffende an der Geschichte: Bunuel besetzt die Conchita gleich doppelt, mit den unterschiedlichen Temperamenten Carole Bouquet und Angela Molina. Das gibt der Geschichte etwas Befremdliches, Geheimnisvolles.

Der Film erhält einen Oscar. Da kann es Carole Bouquet auch egal sein, dass sie von der Schauspielschule fliegt. Sie geht nach New York, wo man sie als kühle, unnahbare Sirene feiert. Sie fällt Jacques Helleu, dem künstlerischen Direktor von Chanel auf. Jahre später geht sie auf das Angebot der Firma ein und wird Hausmodel für "Chanel No. 5", in Nachfolge von Catherine Deneuve, Lauren Hutton, Ali McGraw und Candice Bergen. Kontrastreicher kann man sich eine Karriere kaum vorstellen. In Pasquale Festa Campanile ist sie die resolute junge Forscherin, die sich in "Bingo Bongo" (1982) eines von Adriano Celentano gespielten Urwaldwesens annimmt und es domestiziert. In Bertrand Bliers "Zu schön für Dich!" (1989) ist sie die schöne, aber unnahbare Ehefrau von Gérard Depardieu. Im gleichen Jahr steht sie an der Seite von Jean-Louis Trintignant in "Bunker Palace Hotel" vor der Kamera, der bizarre Spielfilmerstling des Comiczeichners Enki Bilal.

In Charlotte Brandströms "Liebe und andere Geschäfte" (1993) ist Carole Bouquet Model und Schriftstellerin, nicht die emanzipierte Karrierefrau, sondern einfach eine Frau, die Liebesleben und Arbeit gleichermaßen ernst nimmt. Gerade ihre Selbstsicherheit und geistige Unabhängigkeit können Männer nicht verkraften, und so kommt es immer wieder zu Katastrophen. Im gleichen Jahr sieht man sie neben Philippe Noiret, Richard Bohringer und Miou-Miou in "Tango Mortale" von Patrice Leconte. 1994 spielt sie die Partnerin von Michel Blanc in dessen Film "Grosse Fatigue", einer etwas seichten Komödie rund ums Kino. Einen kleinen Gast-Auftritt hat sie gemeinsam mit Isabelle Huppert in "Abfallprodukte der Liebe" (1997) von Werner Schroeter. Carole Bouquet war sieben Jahre lang die Lebensgefährtin von Gérard Depardieu.

Weitere Filme mit Carole Bouquet: "Dream One", "Rive droite, rive gauche" (beide 1984), "Special police" (1985), "Jenatsch" (1987), "Lucie Aubrac" (1996), "Verhängnisvolles Alibi" (1998), "Die Brücke von Ambreville" (1999), "Le pique nique de Lulu Kreutz" (2000), "Madame de", "Wasabi - Ein Bulle in Japan" (beide 2001), "Küss mich, wenn du willst", "Ruy Blas" (beide 2002), "Nächtliche Irrfahrt" (2003), "Das Alphabet des Lebens" (2004), "Nordeste", "Travaux, on sait quand ça commence", "Wie in der Hölle", "Ein perfekter Freund" (alle 2005), "Aurore", "Un ami parfait" (beide 2006), "Si c'était lui" (2007), "Les hauts murs", "Les enfants de Timpelbach" (beide 2008), "L'éloignement", "Je vais te manquer" (beide 2009).


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