Julie Depardieu

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Julie Dépardieu im Banne der Faschisten
Julie Depardieu
Geboren: 18.06.1973 in Paris, Frankreich
Sternzeichen: Zwillinge

Die Tochter von Frankreichs Kino-Gigant Gérard Depardieu und Schwester des viel zu früh verstorbenen Guillaume Depardieu studierte zunächst Philosophie, bevor sie sich auf die schauspielerischen Wurzeln ihrer Familie besann und ihr Filmdebüt an der Seite ihres Vaters in Yves Angelos Honoré-de-Balzac-Verfilmung "Die Auferstehung des Colonel Chabert" (1995) gab. Mit ihrem Vater stand sie auch für François Dupeyrons Fantasythriller "Die Maschine" vor der Kamera, bevor sie Regisseurin Josée Dayan erstmals für ihr prominent besetztes Heinz-G.-Konsalik-Melodram "Dr. Berg - Nur das Leben zählt" (1996) als Ehefrau von Pierre Arditi verpflichtete.

Natürlich half ihr der Familienname, schneller in der Filmszene Fuß zu fassen, doch darüber hinaus ist Julie tatsächlich eine Darstellerin, die ihren Figuren gekonnt Leben einzuhauchen weiß. Neben ihren Kinoarbeiten war die Schauspielerin häufig im französischen TV-Filmen zu sehen, die in Deutschland jedoch bislang nicht gezeigt wurden. So etwa in Josée Dayans "Les liens du coeur" (1996) mit Tchéky Karyo. Dayan war es auch, die 1998 den erfolgreichen Mehrteiler "Der Graf von Monte Christo" inszenierte, in dem die junge Darstellerin einmal mehr an der Seite ihres Vaters, aber auch an der Seite ihres Bruder zu sehen war. Ihre erste Hauptrolle spielte sie schließlich in Danièle Dubroux' Komödie "König, Dame, Bube" (1998), in der Julie eine junge Frau verkörperte, die sich noch in der Hochzeitsnacht von ihrem Ehemann davonschleicht, um einem Schriftsteller als Muse und sexuelle Gespielin zu dienen.

Danach stand sie mit Romain Duris und Jean Paul Belmondo für Cédric Klapischs "Peut-être" (1999), eine Hommage an das Sciencefiction-Genre, vor der Kamera und gehörte zum Cast von Laetitia Massons gelungenem Drama "Love Me" (2000). Überzeugend agierte sie auch in Caroline Hupperts TV-Geschichtsdrama "Zwei Frauen in Paris" (2000), in dem sie eine junge Französin gab, die sich als Freundin eines Faschisten mit einer jüdischen Nachbarin anfreundet. Als die Deutschen in die französische Hauptstadt einmarschieren, überschlagen sich die Ereignisse ... Mit dem neuen Star des französischen Kinos, der schönen Audrey Tautou, spielte sie in Pascale Baillys romantischer Komödie "Unglaublich!" (2000), und wieder unter der Regie von Josée Dayan entstand im Jahr darauf "Zaïde, un petit air de vengeance" (2001, erneut mit Bruder Guillaume und der Grand Dame des französischen Kinos, Jeanne Moreau).

Ebenfalls 2001 verpflichtete sie Bernard Stora für sein Drama "L' aîné des Ferchaux" und in dem Gesellschaftsdrama "Schulfeinde" (2002, wieder unter der Regie von Caroline Huppert) mimte sie die verständnisvolle Lehrerin Mademoiselle Ceylac, die sich eines zehnjährigen Jungen annimmt. Großen Erfolg hatte Julie Depardieu mit Claude Millers Reflektion übers Filmemachen "Die kleine Lili" (2003). Frei nach Anton Tschechows "Die Möwe" inszeniert, gibt Julie in der Rolle der Jeanne-Marie ein Paradebeispiel ihrer Schauspielkunst. Dafür wurde sie 2004 mit dem César als beste Nebendarstellerin und hoffnungsvollste Jungdarstellerin geehrt. Kein Wunder also, dass sie der Regiestar des zeitgenössischen französischen Kinos, Jean-Pierre Jeunet für sein fabelhaftes Meisterwerk, das Drama "Mathilde - Eine große Liebe" (2004) neben Audrey Tautou vor die Kamera holte. Nach zahlreichen weiteren TV-Arbeiten erntete Julie Depardieu 2007 erneut viel Lob für ihre schauspielerische Leistung in Claude Millers "Ein Geheimnis", in dem sie die jüdische Nachbarin eines kleinen Jungen spielte, der im Frankreich der Fünfzigerjahre von seinen Eltern vernachlässigt wird. Für diese Rolle wurde die Darstellerin 2007 mit dem César als beste Nebendarstellerin ausgezeichnet.

Weitere Filme mit Julie Depardieu: "Intime conviction" (1998), "30 ans" (1999), "Les destinées sentimentales", "Les marchands de sable", "In extremis" (alle 2000), "Les enfants d'abord", "Bad Karma", "Veloma" (alle 2001), "Liebe oder Zahnweh", "Willkommen in der Provence" (beide 2002), "Jean Moulin, une affaire française", "Le lion volatil", "Spartacus", "Bolondok éneke", "Hotel Marysol" (alle 2003), "Podium", "Je suis votre homme", "Milady" (Regie: Josée Dayan), "Un fil à la patte" (alle 2004), "L' oeil de l'autre", "La febbre", "Celle qui reste", "Les rois maudits", "Sauf le respect que je vous dois", "Qui m'aime me suive", "La faute à Fidel" (alle 2005), "Essaye-moi", "La mémoire des autres", "Du & Ich", "Poltergay", "Wir waren Zeugen" (alle 2006), "Rush Hour 3", "Cow-Boy", "Elles et moi" (alle 2007), "Female Agents - Geheimkommando Phoenix", "Bancs publics" (beide 2008), "Die Kunst zu lieben" (2011).


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