André Dussollier

Lesermeinung
Geboren
17.02.1946 in Annecy, Haute-Savoyen, Frankreich
Alter
75 Jahre
Sternzeichen
Biografie
Er war der charmant durch Herzen und Länder globetrottende Stewart der Air France in "Drei Männer und ein Baby" (1985), der verzweifelt verliebte Geschäftsmann in "Ein Herz im Winter" (1992), der seine große Liebe alais Emmanuelle Béart an seinen besten Freund und Kompagnon Daniel Auteuil verliert: der französische Charakterdarsteller André Dussolier. Und er war der verschrobene Hobbyhistoriker im Dufflecoat mit Schultertasche, der in "Das Leben ist ein Chanson" (1997) in den Klageruf "Natalie?" ausbrach, weil er sich hoffnungslos in eine schöne Fremdenführerin verguckt hatte.

Bereits seit den frühen 70er Jahren gehört Dussollier zu den meistbeschäftigen Schauspielern Frankreichs. Bereits seinerzeit arbeitete er mit großen Regisseuren zusammen: François Truffaut besetzte ihn in "Ein schönes Mädchen wie ich" (1972), Claude Lelouch in "Ein Leben lang" (1974) und Claude Chabrol in "Alice" (1976.) Mit seinem charakteristischen Gesicht prägte er das französische Kino maßgeblich. Sein Debüt gab er allerdings schon 1970 in Jean-Daniel Simons Tragikomödie "Träume auf Bestellung". Danach gehörte er - allerdings ungenannt - zur Besetzung von Claude Pinoteaus "Die Ohrfeige" (1974). Außerdem sah man den Mimen in der TV-Fassung von "Madame Bovery" (1974) und in dem mäßigen "Un divorce heureux" (1975) von Henning Carlsen.

Weitere TV- und Kino-Rollen folgten, so etwa in "Santiago" und "Histoire de rire" (beide 1976), in "Le couple témoin", "Ben und Benedikte", "Rossel et la commune de Paris" (alle 1977) sowie die Rolle des Gaspard in der TV-Serie "Aus dem Nest gefallen" (1979). Nach "La muse et la madone" sah man Dussolier in der Mini-Serie ""Orient-Express" und in dem TV-Film "Le barbier de Séville" verkörperte er den Comte von Almaviva. "Die Taxifahrerin" unter der Regie von Jacques Bral entstand 1980, gefolgt Joël Le Moigné Drama "Straße der verlorenen Engel" (1981) Unter der Regie von Eric Rohmer entstand bereits im Jahr zuvor die Komödie "Die schöne Hochzeit" und Helvio Sotos verpflichetete Dussolier für "Der dreifache Tod der dritten Figur" (1982).

Nach einer Rolle in Alain Resnais' Tragikomödie "Leben ist ein Roman" (1983) stand Dussollier auch in dessen nachfolgenden Regiearbeiten "L'amour r´ mort - Liebe bis in den Tod" (1984) und in "Meló" (1986) jeweils mit mit Sabine Azéma und Fanny Ardant vor der Kamera. Im gleichen Jahr entstand der Thriller "Stress" von Jean-Louis Bertuccelli, der Dussollier an der Seite von Guy Marchand zeigte. Eine eher vorhersehbare Komödie war dagegen Edouard Molinaros Genrewerk "Ein Klassemädchen" (1984). Mit Catherine Deneuve spielte er dann 1988 in Elisabeth Rappeneaus Psychothriller "Frequenz Mord", bevor José Giovanni mit Dussollier und Valérie Kaprisky den Kriminalfilm "Mein Freund, der Verräter" (1988) inszenierte.

Anfang der Neunzigerjahre sah man Dussollier wieder verstärkt im TV: "La femme fardée", "Pour un oui ou pour un non" und "Le chemin solitaire" und "Le picage" entstanden alle 1990, bevor Dussollier im oben bereits erwähnten "Ein Herz im Winter" und in "Sushi, Sushi" aufspielte. In diese Zeit fallen auch die Dreharbeiten zu Constantin Costa-Gavras" Gesellschaftssatire "Die kleine Apokalypse" (1992), zu Elie Chouraquis Tragikomödie "Les marmottes" (1993) und zu Resnais' "No Smoking" (1993). In der Komödie "Die kleinen Freuden des Lebens" von Michel Deville sah man Anémone und Hanna Schygulla an der Seite des Charakterdarstellers und "Die Auferstehung des Colonel Chabert" (1995) war eine klassische Literaturverfilmung mit Gérard Depardieu. Nach seiner Rolle in der oben bereits erwähnten Gesellschaftskomödie "Das Leben ist ein Chanson" und in Yves Angelos Drama "Voleur de vie" (1998) hatte Dussollier einen wichtigen Auftritt in Jean Beckers Tragikomödie "Ein Sommer auf dem Lande" (1999) und eine Hauptrolle in dem Thriller "Spuren von Blut" (ebenfalls 1999).

2000 schließlich entstanden Bertrand Bliers Komödie "Les acteurs" und Jean Beckers Krimi "Un crime au paradis". In der französischen Original-Version des Kinoknüllers "Die fabelhafte Welt der Amélie" (2001) fungierte Dussollier als Sprecher. Im gleichen Jahr stand er auch erneut mit Gérard Depardieu in Pitofs Mysteryfilm "Vidocq" vor der Kamera und drehte das Drama "Die Offizierskammer". Im Jahr darauf folgte die Rolle des Familienvaters in der witzigen Komödie "Tanguy - Der Nesthocker", in der er einmal mehr mit Sabine Azéma zusammenarbeitete.

Die erfolgreiche Arbeit mit Depardieu setzte sich auch in 2003 fort: Francis Veber inszenierte die fantastische Komödie "Ruby und Quentin - Der Killer und die Klette". Ebenfalls 2003 entstand der Agentenfilm "Spy Bound - Agenten im Schatten". Und 2004 spielte Dussollier in dem großartigen Drama "Mathilde - Eine große Liebe" von Jean-Pierre Jeunet, gefolgt von "36 - Tödliche Rivalen" (ebenfalls 2004) und "Lemming" (2005). Unter der Regie von Altmeister Resnais sah man ihn 2006 einmal mehr in dessen Drama "Herzen" und 2007 spielte er in dem nicht unumstrittenen Historiendrama "Das Haus der Lerchen" der Brüder Taviani. Klasse war auch sein Auftritt in dem Drama "Vorsicht Sehnsucht" (2009) von Alain Resnais. Im gleichen Jahr sah man ihn auch in "Micmacs - Uns gehört Paris!".

Weitere Filme mit André Dussolier: "Drei Männer und ein Baby - 18 Jahre später" (2001), "Staatsfeinde - Mord auf höchster Ebene" (2009), "Mein liebster Alptraum" (2011), "Die Schöne und das Biest" (2014).

Filme mit André Dussollier
1972
Findest du mich schön? Camille (Bernadette Lafont)
will es von Roger (Guy Marchand) wissen
Ein schönes Mädchen wie ich
Tragikomödie
1976
Das ist aber ein seltsames Schloß! Sylvia Kristel 
und Jean Carmet  
Alice
Psychodrama
1980
Die Taxifahrerin
Drama
1981
Die schöne Hochzeit
Komödie
1984
Habe ich nicht ein bezauberndes Lächeln? Kristy
McNichol als Klassemädchen
Ein Klassemädchen
Liebeskomödie
1985
Wo sind bloß wieder meine drei Männer hin?
Drei Männer und ein Baby
Komödie
1986
Mélo
Melodram
1988
Ja, ich höre zu! Catherine Deneuve
Frequenz Mord
Psychothriller
1991
Sushi, Sushi
Komödie
1992
Ein Herz im Winter
Liebesdrama
1993
No Smoking
Episodenfilm
1995
Geld ist doch ne schöne Sache! Gérard Depardieu 
(r.) und Fabrice Luchini
Die Auferstehung des Colonel Chabert
Literaturverfilmung
1997
Was für ein trauriger Chanson! Sabine Azema und Pierre Arditi
Das Leben ist ein Chanson
Gesellschaftskomödie
1999
In dem Stroh könnte man sich auch 
anders die Zeit vertreiben - Jacques Gamblin als
Garriss
Ein Sommer auf dem Lande
Tragikomödie
1999
Fabian (Charles Berling, l.) muss den betrunkenen
Gomez (André Dussollier) bei einer Prostituierten
abholen
Spuren von Blut
Polizeithriller
2000
Les acteurs
Komödie
2000
Un crime au paradis
Film
2001
Die fabelhafte Welt der Amélie
Tragikomödie
2001
Die Offizierskammer
Kriegsdrama
2001
Die drei Väter und
Tochter Marie (Madeleine Besson, r.) verabschieden
ihre Mutter Sylvia (Philippine Leroy-Beaulieu)
Drei Männer und ein Baby - 18 Jahre später
Komödie
2001
Tanguy - Der Nesthocker
Komödie
2001
Vidocq
Mystery
2003
Ruby und Quentin - Der Killer und die Klette
Komödie
2003
Schöne Aussicht: Auch Agentin Lisa (Monica
Bellucci) braucht mal eine Pause
Spy Bound - Agenten im Schatten
Agententhriller
2004
Den schaff ich auch noch! Gérard Depardieu als
Kriminalist
36 - Tödliche Rivalen
Thriller
2004
Mathilde
Politthriller
2004
Träumt von ihrem Liebsten: Audrey Tautou
Mathilde - Eine große Liebe
Drama
2004
Suzie Berton
Téléfilm policier
2005
Lemming
Drama
2005
Mon petit doigt m'a dit...
Film policier
2006
Herzen
Drama
2006
Kein Sterbenswort
Thriller
2006
Un ticket pour l'espace
Komödie
2007
Eine unmögliche Liebe: Egon (Alessandro Preziosi)
und Nunik (Paz Vega)
Das Haus der Lerchen
Historiendrama
2007
Dombais & fils
Drama
2007
La vérité ou presque
Film
2008
Cortex
Thriller
2008
Musée haut, musée bas
Komödie
2009
Micmacs - Uns gehört Paris!
Komödie
2009
Staatsfeinde - Mord auf höchster Ebene
Politthriller
2009
Vorsicht Sehnsucht
Drama
2011
Mein liebster Alptraum
Komödie
2014
Diplomatie
Drama
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