Paris, 1935. Während die Arbeiterbewegung großen Zulauf erfährt, aber auch faschistische Gruppierungen immer mehr Anhänger finden, freunden sich die Nachbarinnen Maya und Maud miteinander an. Doch Maya ist Jüdin und Maud die Geliebte eines Faschisten. Als sich bald darauf die politischen Ereignisse überschlagen und schließlich die Deutschen in Paris einmarschieren, wird die Freundschaft der beiden Frauen auf eine harte Probe gestellt...

Die Historikerin und Filmemacherin Caroline Huppert ("Schulfeinde", "Julie Lescaut"), übrigens die Schwester des französischen Schauspielstars Isabelle Huppert, drehte dieses ergreifende Drama um die Freundschaft zweier unterschiedlicher Frauen in schweren Zeiten. Huppert gelingt es meisterhaft, diese Spannung aus Distanz und Nähe darzustellen, der die beiden Frauen durch die schwierige politische Lage ausgesetzt sind. Zusammen mit Nine Moati, die in ihrem Roman "Rose d'Alger" mit der Figur der Rose - im Film Maya - die Geschichte ihrer Mutter nachzeichnet, konturiert sie die beiden Frauenfiguren als komplexe Charaktere, ohne den gängigen Stereotypen anheim zu fallen. Überzeugend agieren hier die beiden Hauptdarstellerinnen Romane Bohringer (Tochter von Richard Bohringer) und Julie Dépardieu (Tochter von Gerard Dépardieu), die durch ihr sensibles und ausdrucksstarkes Spiel den Figuren eine große Authentizität verleihen.