Bertrand Blier

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Faible fürs Erotische: Bertrand Blier
Fotoquelle: cinemafestival/shutterstock.com
Bertrand Blier
Geboren: 14.03.1939 in Paris, Frankreich

Das Märchen von der Prinzessin, die nicht lachen konnte, daran erinnert Bertrand Bliers Film "Frau zu verschenken" von 1978: die Geschichte über die Unfähigkeit der Männer, ein Plädoyer für die Spontaneität der Jugend. Die hübsche Solange ist nicht glücklich, obwohl ihr Ehemann sie treu umsorgt, das Heim gemütlich ist und die Tagesarbeit nicht übermäßig strapaziert. Ihr Leben kommt auf Touren, als Ehemann Raoul auf die tolle Idee kommt, ihr einen Liebhaber zu besorgen. Doch Solanges wirkliches Glück kommt dann bald auf ganz andere Weise: Sie verliebt sich in einen 13-jährigen.

"Frau zu verschenken" ist nicht nur ein ganz großer Kassenerfolg, er erhält auch den Oscar für den besten nichtenglischsprachigen Film. Damit werden Blier und seine Hauptdarsteller Carole Laure, Patrick Dewaere und vor allem Gérard Depardieu über Frankreich hinaus bekannt. Bereits fünf Jahre vorher war Blier durch seinen Roman "Die Ausgebufften" aufgefallen, der er 1973 selbst verfilmte: eine freche Sexkomödie, ebenfalls mit Gérard Depardieu und Patrick Dewaere. Mit ihnen hatte der Sohn des großen Charakterdarstellers Bernard Blier auf der Bühne des Pariser "Theatre Café de la Gare" auf der Bühne gestanden. Dort fingen übrigens zu jener Zeit zahlreiche, später bekannte Darsteller an, zum Beispiel Miou-Miou oder Sami Frey.

Blier begann seine Karriere 1960 als Regieassistent bei Georges Lautner, John Berry, Christian-Jaque, Jean Delanoy und Denys de la Patellière. Sein Debütfilm "Hitler? Kenne ich nicht!", eine Dokumentation über das Lebensgefühl, die Interessen und das Denken junger Franzosen, wird 1962 ein so großer Flop, dass er erst vier Jahre später einen Kurzfilm namens "Le grimace" drehen kann. Zwischen den eigenen Filmen spielt Bertrand Blier auf der Bühne und schreibt Drehbücher, so für Georges Lautners "Der große Coup des Kommissars" (1970). Außerdem steht er bei Kollegen vor der Kamera. Mit "Les Valseuses - die Ausgebufften" beginnt der Erfolg, der bis heute anhält: So inzeniert er 1979 "Den Mörder trifft man am Buffet" und "Der Abendanzug" (1985) mit Gérard Depardieu, Michel Blanc und Miou-Miou. Das ist wieder ein internationaler Erfolg, dann folgt "Zu schön für Dich!" (1989). Viele seiner Filme sind bei uns nicht oder nur im Fernsehen zu sehen - wie etwa die Komödie "Grosse Fatigue" von 1994, für die er das Drehbuch verfasste

"Mein Mann" von 1996 gerät ihm zur prätentiösen Gesellschaftsparabel. Eine Frau findet ihre Erfüllung als Prostituierte. Zwischen den Sexszenen sollen gestelzte Dialoge für die nötige Kunst sorgen. Die Leichtigkeit, die etwa "Frau zu verschenken" auszeichnete, ist in diesem Werk nur bruchstückhaft vorhanden. Blier ist auch ein bekannter Romanautor, seine Filme sind in Frankreich erfolgreich, und doch äußert er immer wieder, dass er seine eigentliche Begabung noch nicht ausgeschöpft habe. Das zeigte sich auch wieder 2005, als er mit Monica Bellucci und erneut Depardieu die provokante Komödie "Wie sehr liebst du mich?" inszenierte.

Weitere Filme von und mit Bertrand Blier: "Wenn ich ein Spion wäre" (1967), "Der große Coup des Kommissars" (1971, Buch), "Calmos" (1976), "Ausgerechnet ihr Stiefvater" (1981), "Debout les crabes, la mer monte!" (Vorlage), "Die Frau meines Kumpels" (1983), "Geschichte eines Lächelns" (1984), "Amnesty International - Schreiben gegen das Vergessen", "Mein Leben ist die Hölle" (ungenannter Gastauftritt), "Dem Leben sei dank" (alle 1991), "La femme de mon pote", "Eins, zwei, drei, Sonne" (beide 1993), "Les acteurs" (2000), "Les côtelettes" (2003).


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