Jacques Gamblin

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Glänzt oft mit subtilem Spiel: Jacques Gamblin
Jacques Gamblin
Geboren: 16.11.1957 in Granville, Frankreich

Für sein subtiles Spiel in der Rolle des Regisseurs Jean-Devaivre in Bertrand Taverniers Drama "Laissez-passer" (2002), der im besetzten Frankreich des Jahres 1942 vordergründig mit den deutschen Besetzern kollaboriert, wurde der gern besetzte Franzose Jacques Gamblin als bester Darsteller auf den Filmfestspielen von Berlin ausgezeichnet. Nur eine Paraderolle des Charakterdarstellers, der drei Jahre zuvor für seine brillanten Darstellung eines einfachen Mannes in Jean Beckers Tragikomödie "Ein Sommer auf dem Lande" von Publikum wie Kritik gefeiert wurde.

Gamblin kommt eher zufällig zur Schauspielerei. Nach einem Technik-Praktikum am Théâtre National de Bretagne wird er dort als Inspizient eingestellt – und vom Bühnenvirus infiziert. Er nimmt Schauspielunterricht an der Comédie de Caen, zwischenzeitlich arbeitet er als Tischler, und debütiert an einer Bühne im bretonischen Saint-Brieuc, dem ein Engagement am Théâtre National de Rennes unter Pierre Debauche folgt. 1988 schließlich zieht es Gamblin in die Filmmetropole Paris, vier Jahre, nachdem er in der Produktion "La double inconstance" sein TV-Debüt gegeben hatte. Seine erste Kinofilm-Rolle spielt Gamblin schließlich 1988 in "Périgord Noir" von Nicolas Ribowski. Regisseur Claude Lelouch wird daraufhin auf den attraktiven Darsteller aufmerksam und besetzt ihn in kleineren Rollen gleich in mehreren seiner Werke ("So sind die Tage und der Mond", 1990, "Die schönste Geschichte der Welt, 1992, "Alles für die Liebe", 1993 und "Les Misérables", 1995).

1993 sieht man Gamblin auch in Jean-Paul Salomés witziger Actionkomödie "Rache ist weiblich" mit Annie Girardot und Laurent Benegui besetzt ihn zwei Jahre später in seiner gelungener Komödie "Hippolytes Fest" an der Seite von Stéphane Audran und Michel Aumont. Mit dem Erfolg von Gabriel Aghions Komödie "Auch Männer mögen's heiß" (1995), in der er einen homosexuellen Geschäftsmann spielt, wird Gamblin auch vom großen Publikum entdeckt. Die César-Nominierung als bester Nebendarsteller, die er für diese Rolle erhält, macht die großen französischen Regisseure, darunter Claude Chabrol und die oben bereits erwähnten Jean Becker und Bertrand Tavernier auf Gamblin aufmerksam.

Seither dreht Gamblin im Schnitt pro Jahr zwei Filme. So viel sei nötig, erklärt er, um in Übung zu bleiben, und es sei nicht zu viel, um sich zu verzetteln. So gibt ihm etwa Bertrand Blier die Rolle eines Freiers in seinem freizügigen Melodram "Mein Mann" (1996), Chabrol verpflichtet ihn für seinen Krimi "Die Farbe der Lüge" (1998), in dem er als Zeichenlehrer René in Verdacht gerät, ein zehnjähriges Mädchen ermordet zu haben, und Philippe Liorets Komödie "Mademoiselle" (2000) zeigt Gamblin erneut zusammen mit Sandrine Bannaire, mit der er schon in "Die Farben der Lüge" vor der Kamera stand.

Überzeugend agiert Gamblin in Jérôme Cornuaus Krimidrama "Mosaik eines Mordes" (2003), in dem er einen Familienvater gibt, dessen Leben durch den Tod einer Tochter völlig aus den Fugen gerät. Mit Pedro Almodóvars Muse Carmen Maura steht er im Jahr darauf für die Tragikomödie "25 Grad im Winter" von Stéphane Vuillet vor der Kamera, ebenfalls 2004 entsteht das Drama "Holy Lola", für das Regisseur Tavernier Gamblin und Isabelle Carré - mit der er zwei Jahre zuvor schon in dem Historiendrama "Bella Ciao" gespielt hatte - als Hauptdarsteller-Duo zu wahren schauspielerischen Höchstleistungen anspornt. "Wie in der Hölle" (2005) ist dagegen ein merkwürdig zähes und über inszeniertes Drama mit Starbesetzung von Oscar-Gewinner Danis Tanovic ("No Man's Land"), während Isabelle Mergaults witzige Komödie "Endlich Witwe" (2007) eine Paraderolle für Gamblin bereit hält, der in der Rolle des Lebemanns Leo alle Register seiner Schauspielkunst zieht.

2008 spielt Gamblin einer der Hauptrollen in dem Drama "C'est la vie - So sind wir, so ist das Leben", in dem Regisseur und Drehbuchautor Rémi Bezançon zwischen Humor und Melancholie wichtige Wendepunkte im Leben seiner fünf Protagonisten schildert. Ein letztes Mal steht Gamblin anschließend unter der Regie von Chabrol für den Kriminalfilm "Kommissar Bellamy" (2009) vor der Kamera, bevor er 2010 als Sympathisant linker Parteien in der wunderbaren Komödie "Der Name der Leute" dem Charme der schönen Sara Forestier erliegt. Wer will ihm das verdenken?

Weitere Filme mit Jacques Gamblin: "Auf Wiedersehen, Prinzessin" (1994), "Auf das Leben, auf den Tod", "Mauvais genre", "Simenon des tropiques", "Der Stammgast" (alle 1995), "Une histoire d’amour à la con, "Tenue correcte exigée" (beide 1996), "Carnages" (2002), "À la petite semaine" (2003), "Le voyageur sans bagage" (2004), "Fragile(s)", "Serko", "Les irréductibles", "Les brigades du Tigre" (alle 2006), "Les oubliées" (Polizeiserie), "Nos retrouvailles" beide 2007), "Nous trois" (2010), "Une vie française", "L'infiltré", "Le premier homme", "Holidays by the Sea" (alle 2011).

Foto: X-Verleih/Michael Crotto


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