Mathieu Kassovitz

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Eckt oft mit seinen Filmen an: Mathieu Kassovitz
Fotoquelle: Featureflash/shutterstock.com
Mathieu Kassovitz
Geboren: 03.08.1967 in Paris, Frankreich
Sternzeichen: Löwe

Er ist einer der bedeutendsten Schauspieler- und Regisseurtalente des zeitgenössischen französischen Kinos und der Sohn des französischen Regisseurs Pierre Kassovitz ("Jakob der Lügner"): Mathieu Kassovitz, der in einigen Filmen seines Vaters Rollen übernahm, sich jedoch bereits im Teenageralter selbst eher als Regisseur sah.

Zunächst versuchte sich Kassovitz als Schauspieler und zwischen 1990 und 1992 verwirklichte er seine ersten drei Regiearbeiten, jeweils Kurzfilme: "Ich kritisierte ständig die Filme von anderen. Und da die Leute es leid waren, sagten sie mir: Mach doch deinen eigenen Film!". "Fierrot le pou" (1990), gedreht mit der geliehenen Kamera eines Nachbarn, erzählt die Geschichte von Solange, der jeden Samstag zur selben Uhrzeit und ganz allein Basketball trainiert. Und wie jeden Samstag kommt zur selben Zeit eine junger Pariserin in die Halle. Er versucht, die Aufmerksamkeit des hübschen Mädchens auf sich zu lenken, bekommt aber nie einen Ball in den Korb...

Mit dem Prix Perspectives ausgezeichnet

"Weißer Albtraum" (1991) - die Verfilmung eines Comic von Moebius - wurde bei den Filmfestspielen von Cannes 1991 mit dem Prix Perspectives ausgezeichnet und behandelt den latenten Rassismus in der französischen Gesellschaft: Spät abends in einem Pariser Vorort lauern wie jeden Sonntag Barjout und drei Kumpel mit ihren Knüppeln auf einen Araber - irgendeinen. Bevor sie losschlagen können, wird die ganze Aktion zum Albtraum...

"Mörder" (1992) behandelt ebenfalls ein brisantes Thema: Wie unter Mördern üblich, wird der Beruf innerhalb der Familie weitergegeben. Heute abend will Wagner beim alten Herrn Vidal seinen kleinen Bruder in die Künste des Tötens einweisen ... Kassovitz drehte hier bereits in Farbe, der Kurzfilm diente dem Regisseur als Vorstudie für seinen gleichnamigen Spielfilm und ist als Filmsequenz darin wiederzufinden. Sein Kinofilmdebüt gab Kassovitz schließlich 1993 mit der Beziehungskomödie "Lola liebt's schwarzweiß", die Geschichte einer schwarzen Schönheit zwischen zwei Männern. Sein zweiter langer Film "Hass" (1994) über drei Jugendliche in einem konfliktreichen Vorort einer Großstadt, spaltete 1995 die französische Kino-Nation in begeisterte Anhänger und erbitterte Gegner.

Im gleichen Jahr wurde Kassovitz für seine Verkörperung eines geistig behinderten Killers an der Seite von Jean-Louis Trintignant in Jacques Audiards "Wenn Männer fallen" (1994) mit einem César als bester Nachwuchsdarsteller ausgezeichnet. Jodie Foster, die den Verleih von "Hass" mit ihrer Firma "Eggs Productions" in den USA unterstützte, deklarierte Mathieu Kassovitz zum "Besten, was uns das französische Kino seit der Nouvelle Vague beschert hat."

1997 beteiligte sich Mathieu Kassovitz mit großem Engagement an der internationalen Kampagne gegen Landminen. In diesem Zusammenhang entstand der von ihm selbst so bezeichnete Agitationsfilm "Handicap International". Ebenfalls 1997 kam sein dritter Spielfilm "Mörder" (1996, mit Michel Serraut) in die Kinos, 2000 folgte "Die purpurnen Flüsse", 2003 der gelungene Mystery-Thriller "Gothika". Wieder besser ist dagegen der Scifi-Thriller "Babylon A. D." (2008), mit dem Kassovitz ein Mix aus Sciencefiction, Martial Arts und düsterem Thriller gelang.

Neben der Inszenierung seiner eigenen Filme spielte Mathieu Kassovitz auch als Darsteller in zalhreichen Filmen anderer Regisseure mit, so etwa in Piernico Solinas' "Bei Berührung Lebensgefahr" (1990), in Jacques Audiards "Das Leben: Eine Lüge" (1995), in Didier Le Pêcheurs "Nachrichten vom Lieben Gott" (1995) mit Marie Trintignant, in Luc Bessons "Das fünfte Element" (1996), in Bertrand Bliers Melodram "Mein Mann" (1996) sowie in "Jakob, der Lügner", der oben bereits genannte Film seines Vaters, in dem Kassenschlager "Die fabelhafte Welt der Amélie" (2001), "Birthday Girl" (2001), in der ambitionierten Hochhuth-Verfilmung "Der Stellvertreter" (2002), in Steven Spielbergs Actiondrama "München" (2005), in "Louise Hires a Contract Killer" (2008) sowie in "Haywire" (2011), "Angélique" (2013).


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