Ferrara 1938: die Zeit des aufkommenden Faschismus in Italien. Der Arzt Fadigati und der Student David finden sich - trotz ihrer guten finanziellen Verhältnisse - plötzlich am Rande der Gesellschaft wieder. David stößt auf Ablehnung, weil er Jude ist und der Doktor infolge seiner Homosexualität. Fadigatis Leben gerät aus den Fugen, als er sich in den jungen Studenten Eraldo verliebt und diese Liebe offen zeigt. In den Augen seiner prüden Mitbürger verstößt er damit gegen ungeschriebene moralische Gesetze. Für seine Affäre zahlt der ehemals geschätzte und geachtete Doktor einen hohen Preis. Er verliert nicht nur seine Patienten, sondern muss außerdem erkennen, dass Eraldo ihn nur ausgenutzt hat. Sein einziger Freund in dieser Zeit ist David, dessen Existenz durch den im stärker werdenden Rassenhass bedroht ist...

Der auf der gleichnamigen Erzählung von Giorgio Bassani basierende Film ist eine eindrucksvolle Auseinandersetzung mit den Ursachen und Konsequenzen des politischen Opportunismus. Regisseur Giuliano Montaldo entwirft hier ein differenziertes Bild einer Gesellschaft, die Menschen wegen ihrer "Andersartigkeit" in die Isolation treibt. Für den sensiblen Umgang mit den Themen Homosexualität und Antisemitismus wurde der Film 1987 bei den Filmfestspielen in Venedig ausgezeichnet.