Andrzej Wajda

Lesermeinung
Geboren
06.03.1926 in Suwalki, Polen
Gestorben
09.10.2016 in Warschau, Polen
Sternzeichen
Biografie

Der international renommierte und vielfach preisgekrönte polnische Regisseur Andrzej Wajda studierte an der Filmhochschule in Lodz bei den Regisseuren Aleksander Ford und Jerzy Bossak sowie dem Filmhistoriker Jerzy Toeplitz. Seine Karriere begann 1954 mit dem Film "Generation". Bereits sein zweiter Spielfilm, "Kanal", wird ein internationaler Erfolg. Seither gilt er als einer der führenden Regisseure seines Landes. Wajda behandelt in seinen Filmen häufig die Zeit des Krieges. Doch nicht nationales Pathos ist sein Thema, sondern er zeigt Menschen in ausweglosen Situationen, ihre Charaktere, ihre Reaktionen. Und er beklagt, wie eine ganze Generation um die Chancen eines sinnvollen und erfüllten Lebens gebracht wurde.

Der düstere Grundton seiner Filme artikuliert sich in raffiniert komponierten Bildern. In der zweiten Hälfte der Sechzigerjahre, als manche seiner polnischen Kollegen resignierten, wird sein Stil komplizierter und individueller. Hartnäckiger noch als früher seziert er seither die Charaktere seiner Personen. Ihr Schicksal reflektiert Stationen polnischer Geschichte oder gesellschaftliche und politische Probleme der Gegenwart und macht Wajdas Filme so zum Spiegel von Kultur und moralischem Bewusstsein eines ganzen Landes. Nach "Der Kanal" (1956) folgte "Asche und Diamant" (1958) und "Lotna" (1959), Filme, die auch die sogenannte "polnische Filmschule" zum Aushängeschild des osteuropäischen Kinos machte.

Wajda widmete sich - wie bereits bemerkt - in seinen Filmen immer wieder dem Krieg und versuchte, auch anhand individueller Geschichten politische Konflikte und Veränderungen kritisch im gesellschaftlichen Kontext zu spiegeln. 2000 wurde Wajda mit einem Ehren-Oscar für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Der Künstler hatte bereits für seine Filme "Das gelobte Land" (1974), "Die Mädchen von Wilko" (1979) und "Der Mann aus Eisen" (1981) jeweils eine Oscar-Nominierung erhalten. Andrzej Wajda wurde außerdem in die Internationale Jury der 50. Filmfestspiele von Berlin berufen, wo die Adaption des polnischen Nationalepos' "Pan Tadeusz" als Sondervorführung im Wettbewerb präsentiert wurde.

Weitere Filme von und mit Andrzej Wajda: "Die Pforten des Paradieses" (1967), "Der Dirigent" (1979) mit John Gielgud, "Danton" (1982) mit Gérard Depardieu und Patrice Chéreau, "Chronik einiger Liebesunfälle" (1985), "Die Dämonen" (1987) mit Isabelle Huppert, "Korczak" (1990), "Die Karwoche" (1995), "Fräulein Niemand" (1996), "Soll und Haben" (1999, Selbstporträt), "Das Massaker von Katyn" (2007), "Roman Polanski: A Film Memoir" (Dokumentarfilm, 2011).

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