Angela Winkler

Angela Winkler als angebliche Terroristenbraut in "Die verlorene Ehre der Katharina Blum" Vergrößern
Angela Winkler als angebliche Terroristenbraut in "Die verlorene Ehre der Katharina Blum"
Angela Winkler
Geboren: 22.01.1944 in Templin, Uckermark, Deutschland

Ein hübsches Gesicht, unsicher, verängstigt die Augen, natürlich, sinnlich, mit einem hohen Bedarf an Zärtlichkeit. Als wir Angela Winklers Gesicht erstmals im Kino sehen, ist sie in Peter Fleischmanns "Jagdszenen aus Niederbayern" (1968) die Dorfhure Hannelore, die mit Abram, der "nicht ganz richtig" und auch noch "andersrum" ist, ein Verhältnis hat. Abram ist ein Außenseiter wie sie, und deshalb fühlt sie sich zu ihm hingezogen. Später, als sie schwanger ist und ihm eine Last sein kann, tötet er sie.

Das bleibt lange der einzige Film von Angela Winkler, und dennoch vergisst man ihr Gesicht nicht. Ursprünglich macht sie eine Ausbildung als Medizinische Assistentin in Stuttgart, dann geht sie nach München und nimmt Schauspielunterricht bei Ernst F. Fürbringer, spielt in Erlangen an der Studiobühne und in anderen kleinen Theatern. Das erste größere Engagement hat sie im Westfälischen Landestheater in Castrop-Rauxel, nach dem künstlerischen Erfolg mit Fleischmanns Film geht sie an die Schaubühne am Hallerschen Ufer in Berlin zu Peter Stein. Dort gehört sie sechs Jahre lang zum Ensemble.

Bei ihrer Rückkehr auf die Leinwand - als Protagonistin der Heinrich-Böll-Adaption "Die verlorene Ehre der Katharina Blum" (1975) von Volker Schlöndorff und Margarethe von Trotta - wird sie von Kritik und Publikum als Star gefeiert. Sie erhält den Kritikerpreis als beste Schauspielerin des Jahres und den Bundesfilmpreis, das Filmband in Gold. Was an ihrer Rollengestaltung fasziniert, ist die ungeheure Energie, die sie freisetzt: die Frau, die ohne ihr Zutun zur Terroristen-Braut abgestempelt wird, die man verhört und quält, begehrt auf, verteidigt ihre Menschenwürde und reagiert mit offener Rebellion. Das ist nicht mehr das hilflose Ding, das man herumstossen kann, hier sind Kraft und Energie vorhanden.

Ähnlich ist die Thematik in Reinhard Hauffs "Messer im Kopf", in dem ein Mann (Bruno Ganz) zum Komplizen von Terroristen abgestempelt und von der Polizei angeschossen wird. Angela Winkler spielt die Ehefrau Ann, die sich mit gemeinsamen Freunden um Aufklärung bemüht. Die nächsten Rollen zeigen sie dagegen oft als eher depressive und haltlose Frau, so in Peter Handkes "Die linkshändige Frau" (1978) und in Margarethe von Trottas von der Kritik einhellig verrissener "Heller Wahn" (1983).

Neben diesen schwachen Filmen hat Angela Winkler großen Erfolg in Volker Schlöndorffs Grass-Verfilmung "Die Blechtrommel" (1979). Darin spielt sie die Mutter des Zwerges Oskar Matzerath, der sich weigert zu wachsen. Zu ihren markanten Rollen gehört schließlich die Titelrolle in Hans W. Geissendörfers überdeutlichem und manchmal geradezu lächerlichem Patricia-Highsmith-Film "Ediths Tagebuch" (1983). Hier spielt sie eine sensible und verletzliche, gleichwohl aber auch starke Frau, die schweren Belastungen ausgesetzt ist. Sohn Chris erleidet beim Abitur Schiffbruch, Ehemann Paul gerät durch seine intensive Arbeit in immer stärkeren Kontakt mit seiner Sekretärin, und Onkel Georg trägt bei Tisch Kriegsorden und ballert im Zimmer mit Spielzeugpanzern herum. Er ist bei einem Besuch aus dem Altersheim nicht mehr dahin zurückgekehrt. Ediths Welt wird grausam: Sohn Chris verhökert des Onkels Opiate, der Ehemann lässt sich scheiden und heiratet die Sekretärin, doch für Edith gilt das alles nicht: In ihr Tagebuch schreibt sie sich eine viel bessere Traum-Wirklichkeit. Das Tagebuch ist für Edith Kraftquelle, doch als die beiden Welten nicht mehr übereinanderpassen, wird sie verrückt. Solange sie schreibt, ist sie glücklich, wenn die privaten Sorgen übermächtig werden, eskaliert Ediths Schizophrenie.

Während all der Jahre bleibt Angela Winkler aber dem Theater verbunden. Im Film sah man sie des weiteren in Jerzy Kawalerowiczs "Bronsteins Kinder" (1990), in Richard Dindos "Charlotte: 'Leben oder Theater'" (1992), Paulus Mankers "Der Kopf des Mohren" (1995) nach einem Drehbuch von Michael Haneke. Unter Haneke als Regisseur spielt sie in "Benny's Video", einer tristen Lektion in Sachen Medienpädagogik.

Weitere Filme mit Angela Winkler: "Deutschland im Herbst" (1977), Claude Gorettas "Die Verweigerung" (1980) und Andrzej Wajdas "Danton" (1982), Roland Suso Richters "Die Bubi-Scholz-Story" (1997), "Das Geheimnis im Moor", "Das Haus der schlafenden Schönen", "Die Flucht" (alle 2006), "Ferien" (2007), "In Berlin" (2009), "Drei" (2010), "Hell" (2011), "Meine Schwestern" (2013).

Foto: MDR


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