Heinz Bennent

Wo ist Claudia hin? Heinz Bennent als Heinz Kamp Vergrößern
Wo ist Claudia hin? Heinz Bennent als Heinz Kamp
Fotoquelle: StudioCanal
Heinrich August Bennent
Geboren: 18.07.1921 in Stolberg bei Aachen, Deutschland
Sternzeichen: Krebs
Gestorben: 12.10.2011 in Lausanne, Schweiz

Er war einer jener deutschen Charakterdarsteller, die immer wieder auch in internationalen Produktionen zu sehen war, meist verkörperte Heinz Bennent hintergründige Charaktere, Außenseiter, gebrochene Figuren. Zu Lebzeiten galt der Schauspieler, der für seine Unabhängigkeit geschätzt wurde, als einer der ganz Großen der deutschen Theaterlandschaft. Sein Repertoire - rund 150 Rollen spielte er im Laufe seiner Karriere - umfasste alle großen und wichtigen Dramenrollen.

Aus der HJ flog das sechste Kind eines Buchhalters wegen mangelnder Disziplin nach abgebrochenem Gymnasium und Schlosserlehre. 1940 wurde er zum Bodenpersonal der Luftwaffe eingezogen. Nach Kriegsende begann er eine Schauspielausbildung in Göttingen. 1947 startete er schließlich seine Schauspiellaufbahn am Stadttheater Karlsruhe, ging später nach Bochum, Basel, Bonn, Hannover und Hamburg.

Seit 1954 sah man ihn im noch jungen Medium Fernsehen, so in der Titelrolle von Peter Hamels "Der Teufel ist los" (1961) nach Christian Dietrich Grabbes "Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung", als K in Sylvain Dhommes "Das Schloss" (1962) nach Franz Kafka, als Fritz Tritz in Peter Zadeks Inszenierungen des "Nebbich" (1965) und "Der Pott" (1970). 1975 spielte er die Titelrolle in Heinz Schirks "Der Anwalt", in Samuel Becketts vom Autor selbst inszenierten Ein-Personen-Stück "He, Joe".

Häufig spielte Bennent bei Hans W. Geissendörfer. Bei ihm ist er der Auftragskiller Jonas in "Eine Rose für Jane" (1970) als Gegenspieler von Eddie Constantine, er ist der entlassene Sträfling in "Perahim - die zweite Chance" (1973/74), er spielt in "Die Eltern" (1973) - hier sieht man ihn gemeinsam mit seiner Frau Diane Mansart und den Kindern Anne und David - und in "Die Wildente" (1976) gemeinsam mit Tochter Anne.

Die erste Kino-Hauptrolle verkörperte er 1966 in Christian Riescherts "Kopfstand, Madame", die nächste erst 11 Jahre später in Ingmar Bergmans "Das Schlangenei" (1977). Mit ihm dreht er auch "Aus dem Leben der Marionetten" (1980). Er ist in Schlöndorffs "Die verlorene Ehre der Katharina Blum", der Kafka-Verfilmung "Die Verwandlung" (beide 1975), in "Deutschland im Herbst" (1977) und in John Houghs Thriller "Verstecktes Ziel" (1978) zu sehen. In François Truffauts "Die letzte Metro" (1980) spielt er an der Seite von Catherine Deneuve eine seiner erschütterndsten Kinorollen.

In den Sechziger- und Siebzigerjahren war Heinz Bennent vielfach auf Gastspielreisen. 1976 sah man ihn in den Münchner Kammerspielen, am Berliner Schlossparktheater und im Residenztheater in München. Anfang der Siebzigerjahre siedelte Bennent mit seiner Familie in die Schweiz über. Er war ein Familienmensch, häufig hatte er seine Kinder um sich versammelt, die exzellente Schauspielerin Anne Bennent (1963) und der kauzige Sohn David Bennent (Jahrgang 1966), ebenfalls seit seinem Debüt in Volker Schlöndorffs "Die Blechtrommel" (1979) ein wunderbarer, sprachgewaltiger Schauspieler von kleinem Wuchs.

Wer die Chance hatte, Vater und Sohn Bennent auf einer ihrer Tourneen mit Samuel Becketts "Endspiel" zu sehen (sie sind seit 1995 in mehr als 100 Vorstellungen aufgetreten, in deutscher und französischer Sprache) erlebte ein einmaliges Schauspiel. Seit 1980 war Heinz Bennent vielfach in französischen Filmen und Fernsehspielen zu sehen, 1996 spielte er in der RTL-Serie "Bruder Esel", 2003 stand er nach "Die letzte Metro" erneut mit der Deneuve vor der Kamera, dieses Mal in "Marie und Freud".

Weitere Filme mit Heinz Bennent: "Ganze Tage in den Bäumen" (1968), "Tatort - Exklusiv" (1969), "Tatort - AE 612 ohne Landeerlaubnis" (1971), "Entziehung" (1972), "Sondertribunal" (1974), "", "Das Netz", "Nea, ein Mädchen entdeckt die Liebe", "Tatort - Zwei Leben" (alle 1976), "Die Liebe einer Frau" (1979), "Der Maulwurf" (1981), "Krieg und Frieden" (1982), "Gambit" (1985), "Im Jahr der Schildkröte", "Im Schatten des Kreuzes" (beide 1987), "Schrei aus der Vergangenheit" (1991), "Eine französische Frau" (1994), "Tears of Stone" (1996), "Jonas und Lila" (1999), "Kalt ist der Abendhauch" (2000).

 


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