Roberto Benigni

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Spielt gerne den Kasper: Roberto Benigni
Fotoquelle: Lucky Team Studio/shutterstock.com
Roberto Benigni
Geboren: 27.10.1952 in Misericordia bei Arezzo, Toskana, Italien
Sternzeichen: Skorpion

Roberto Benigni wurde das Filmemachen nicht gerade in die Wiege gelegt. Der Sohn eines Eisenbahners wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf und begann Anfang der Siebzigerjahre beim alternativen Theater. Mit seinen grotesken Ein-Mann-Bühnenshows hatte er großen Erfolg. 1976 schaffte er den Sprung ins Fernsehen und war in der damals recht populären TV-Serie "Onda libera - Televacce" zu sehen. Schon ihm Jahr darauf gab er sein Leinwanddebüt in "Berlinguer ti voglio bene", einem Film von Guiseppe Bertolucci, dem Bruder des großen Bernardo Bertolucci. Gleich bei seinem ersten Kinoflm beschränkte sich Benigni nicht darauf, nur eine Rolle zu spielen, er schrieb auch am Drehbuch mit.

In den Folgejahren sah man Benigni immer wieder in kleinen Rollen, allerdings in Filmen von bedeutenden Regisseuren. So spielte er unter Luigi Zampa in dessen Erotik-Komödie "Wilde Betten - Lippenstift-Tigerinnen" (1977) neben Ursula Andress, Laura Antonelli, Monica Vitti und Sylvia Kristel. Costa-Gavras war sein Regisseur in "Die Liebe einer Frau" (1979). Unter Bernardo Bertolucci trat er in "La Luna" (1979) auf, bei Marco Ferreri spielte er in "Mein Asyl" (1979) die Hauptrolle und lieferte das Drehbuch.

1982 gab Benigni mit "Tu mi turbi" sein Regiedebüt. Es folgte eine Reihe von Filmen, die nicht weit (oder gar nicht) über Italien hinausdrangen. Seinen internationalen Durchbruch hatte der Komiker 1986 in der amerikanischen Produktion "Down by Law - Alles im Griff" von Jim Jarmusch. Darin werden ein Discjockey und ein Zuhälter gemeinsam in eine Gefängniszelle gesperrt, und ein italienischer Mitgefangener (Benigni) wirkt als eine Art Freundschaftskatalysator zwischen den beiden. Neben Benigni glänzten die Musiker John Lurie und Tom Waits durch gute Darstellerleistungen. Der Film wurde - zumindest in Programmkinos - ein Welterfolg und machte Benigni erstmals über die Grenzen Italiens hinaus bekannt. Mit Jim Jarmusch drehte er 2003 auch einen Beitrag zu dem Episodenfilm "Coffee and Cigarettes".

1988 folgte mit "Ein himmlischer Teufel" eine weitere Regie-Arbeit. Danach stand er wieder für einen der ganz Großen vor der Kamera, für Federico Fellini in "Die Stimme des Mondes" (1990). "Zahnstocher Johnny" (1991), wieder ein Werk in Eigenregie, war eine recht plumpe Verwechslungskomödie aus dem Mafia-Milieu. Danach hatte Benigni ein weiteres Mal unter Jim Jarmusch großen Erfolg. In dem Episodenfilm "Night on Earth" (1992) mimt er den römischen Taxifahrer, der einem mitfahrenden Geistlichen so lange sein Sexualleben beichtet, bis dieser an einem Herzinfarkt stirbt.

Ein völliger Schuß in den Ofen war Blake Edwards' trauriges Alterswerk "Der Sohn des rosaroten Panthers" (1993), ein beinahe verzweifelt wirkender Versuch, an die alten Peter-Sellers-Erfolge anzuknüpfen. Benignis Vorstellung war albern, der ganze Film eine Ansammlung von Gags, deren Zündkraft die eines nassen Knallfrosches noch locker unterbot. Im selben Jahr zählte Benigni zum Star-Ensemble in Wim Wenders' quassel-seligem "In weiter Ferne, so nah!", einer mit Pennäler-Poesie aufgebauschten Fortsetzung seines Welterfolgs "Der Himmel über Berlin" (1986). Schwamm drüber.

Roberto Benignis Humor gibt sich meist bewußt naiv und kindlich, läuft aber dabei oft Gefahr, in kindisch umzuschlagen. Niederschmetterndes Beispiel dafür ist die in Italien mit sieben Millionen Zuschauern immens erfolgreiche Klamotte "Das Monster" (1994). Darin spielt Roberto Benigni einen unbedarften Tölpel, der durch eine Kette von Zufällen in den Verdacht gerät, ein psychopathischer Frauenmörder und Serienkiller zu sein. Was eine flotte schwarze Komödie hätte werden können, wird unter Benignis indiskutabler Regie zu einer ununterbrochenen Abfolge von Peinlichkeiten.

Kaum jemand hätte ihm daher zugetraut, dass er "Das Leben ist schön" (1997) tatsächlich ohne schalen Beigeschmack über die Bühne bringen würde. Denn in diesem Film geht es immerhin um den Holocaust. Der jüdische Buchhändler Guido (Benigni) wird mit seiner Familie ins KZ verschleppt, wo er seinen vierjährigen Sohn Giosuè vor den Nazis versteckt. Um ihm das Leben erträglich zu machen, erzählt er ihm, dies alles sei nur ein lustiges Spiel zwischen Wärtern und Gefangenen, und wer am Ende die meisten Punkte gesammelt habe, bekomme einen Panzer geschenkt.

Benigni gelingt in diesem Film tatsächlich das scheinbar Unmögliche, den Holocaust ins Zentrum einer lebensbejahenden Komödie zu stellen, ohne sein Thema zu verharmlosen. Der Film hat seine beklemmende Momente etwa dann, wenn Guido seinem kleinen Sohn erzählt, es könne doch gar nicht sein, dass man aus Menschen Seife und Knöpfe mache. Wie könne es wohl angehen, dass man sich mit "Francesco" zuknöpft oder wäscht? Hier gefriert das Lachen zu reinem Entsetzen.

Für "Das Leben ist schön" wurde Roberto Benigni in aller Welt mit Preisen überschüttet. Er erhielt allein neun "David di Donatello", eine Art italienischen Oscar, den Großen Preis der Jury bei den Filmfestspielen in Cannes, außerdem jeweils einen Oscar als bester nichtenglischsprachiger Film und als bester Hauptdarsteller, ebenso wie für die beste dramatische Musik. Eine riesige Enttäuschung war dagegen seine "Pinocchio"-Adaption (2002). Ein Jahr später sah man Benigni in Jim Jarmuschs Episodenfilm "Coffee and Cigarettes", 2005 inszenierte er die Komödie "Der Tiger und der Schnee" und 2012 sah man in in einer gelungenen Episode von Woody Allens "To Rome With Love".

Seit 1991 ist Roberto Benigni mit der Schauspielerin Nicoletta Braschi (geb. 19.4.1960) verheiratet. Sie spielt unter anderem in "Down By Law", "Das Monster" und "Das Leben ist schön" die weibliche Hauptrolle.


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