Die Theaterstücke, die putzige Disney-Adaption, die vielen großen Kostümfilme mit Stars wie Errol Flynn oder Kevin Costner: Robin Hood war immer der Gute. Seit dem 16. Jahrhundert erzählten zahlreiche Lieder und Legenden von dem edelmütigen Räuber. Wer tief genug in den Archiven gräbt, findet aber auch ziemlich düstere und abgründige Robin-Hood-Erzählungen. So eine hat jetzt auch der Regisseur und Autor Michael Sarnoski ("Pig", "A Quiet Place: Tag Eins") hervorgekramt. Als Vorlage für seinen FSK-16-Film "The Death of Robin Hood" dient eine gleichnamige alte Ballade.
Der neue Film zeigt Robin Hood als alternden Mann, der weiß, dass sein Ende näherrückt. Er kämpft hier nicht wie sonst gegen böse Sheriffs Nottingham oder fiese Adelige, die das niedere Volk knechten, sondern führt vor allem einen Kampf mit sich selbst. All das Leid, das er verursacht hat, all der Schmerz, all die Toten ... Robin Hood ist alles andere als stolz auf das Leben, das hinter ihm liegt. Er möchte gerne sterben. Aber das Schicksal hat für ihn zunächst noch andere Dinge vorgesehen. Vielleicht kann dieser schlechte Mann auf seine alten Tage ja doch noch Gutes tun?
Hugh Jackman hat als Marvel-Figur Wolverine in der Vergangenheit schon mehrfach gezeigt, dass er zwielichtige, zerrissene Heldenfiguren beherrscht – einen besseren Hauptdarsteller hätte Michael Sarnoski für dieses finstere, blutgetränkte Robin-Hood-Drama also kaum finden können. Mit Bill Skarsgård (Little John), Jodie Comer, Murray Bartlett und Noah Jupe ist der zweistündige Film, der in Nordirland gedreht wurde, auch in den Nebenrollen recht prominent besetzt.