Elizabeth Taylor

Einst eine der schönsten Frauen der Welt: Elizabeth Taylor. Vergrößern
Einst eine der schönsten Frauen der Welt: Elizabeth Taylor.
Fotoquelle: s_bukley/shutterstock.com
Elizabeth Rosemond Taylor
Geboren: 27.02.1932 in London, Großbritannien
Sternzeichen: Fische
Gestorben: 23.03.2011 in Los Angeles, USA

Mit drei Jahren soll Elizabeth Taylor vor der Queen getanzt haben, mit acht spielte sie die erste Filmrolle, mit zwölf hatte sie ihren ersten Film-Vertrag mit MGM in der Tasche. Mit 17 war sie verheiratet, nach dem Tod ihres dritten Mannes, Mike Todd, angelte sie sich Eddie Fisher, obwohl der noch mit Debbie Reynolds verheiratet war.

Zwei Millionen Gage verdiente die Taylor an der Seite von Richard Burton 1962 für "Cleopatra" - das war zu der Zeit unverschämt viel Geld. Obwohl sie ständig drehte - 1977 waren es bereits über 50 Filme - füllen die Klatschgeschichten mehr Raum als die Kritiken: die Taylor war Hollywoods Skandal-Nudel und Glamour-Tante gleichermaßen. Ihre Affären, Krankheiten und Aufregungen interessieren das Publikum mehr als die Qualität ihrer Rollen, dabei war sie durchaus eine beachtliche Leinwandfigur.

1960 erhielt sie als Callgirl in Daniel Manns "Telefon Butterfield 8" ihren ersten Oscar, den zweiten für die ungewöhnlich präzise Darstellung in Mike Nichols' "Wer hat Angst vor Virginia Woolf?" (1966) mit ihrem fünften und zugleich sechsten Ehemann Richard Burton. Seinerzeit beschäftigte das Paar Taylor/Burton wohl wie kein anderes die Menschen. Trotz des Ehekriegs, den sie hemmungslos in aller Öffentlichkeit austrugen, standen sie immer wieder gemeinsam vor der Kamera, man denke nur an "Hotel International" (1963), "Der Widerspenstigen Zähmung" (1966), "Die Stunde der Komödianten" oder "Brandung" (beide 1967).

Burton sollte natürlich nicht Taylors letzter Ehemann bleiben, denn 1991 heiratete sie zum achten Mal, den Arbeiter Larry Fortenski, den sie kennenlernte, als sie sich beide im Betty Ford Center in Kalifornien auf Entzug befanden. Allerdings liessen sich die beiden bereits 1996 wieder scheiden. Im Jahr zuvor hatte die Taylor nach dem Tod ihres engen Freundes Rock Hudson die US-Foundation for Aids Researche gegründet, zu ihrem 65. Geburtstag wurde sie mit einer TV-Gala geehrt: die Taylor war der Star aller Stars.

Doch zurück zu den Anfängen: 1939 zog die wohlhabende Familie Taylor nach Amerika. Als wunderschönes Kind wurde sie bereits mit zehn Jahren zum Kinderstar aufgebaut, doch das funktionierte auf Dauer nicht. In der Branche sagte man, ihre Augen seien zu alt. Dennoch spielte sie. Im ersten Lassie-Film "Heimweh" weint sie gemeinsam mit Kinderstar Roddy McDowall Tränen um den schönen Collie, doch der Hund kehrt heim - wie es der Originaltitel schon verrät. Als hart gebeutelte Nichte des grausamen Orson Welles ist sie die kleine Helen Burns in Robert Stevensons Bronté-Verfilmung "Die Waise von Lowood", ein ganz großer Erfolg schließlich ist Clarence Browns Familienschnulze "Kleines Mädchen, großes Herz", der hierzulande unerklärlicherweise erst 40 Jahre später im Fernsehen zu sehen war. Da ist sie eine Pferdenärrin, die beim "National Velvet" antreten möchte, aber vom verständnislosen Vater - wie bei Heimkehr von Donald Crisp gespielt - daran gehindert werden soll.

Dagegen war sie in "Wirbel um Judy" (1948), eine musikalische Komödie um die Herzensnöte zweier hübscher Mädchen im Backfischalter von Richard Thorpe. in dem Elizabeth Taylor und Jane Powell als Jungstars Probleme mit der Liebe haben. Das ausgesprochen frühreife Mädchen heiratete mit siebzehn den Hotel-Milliardär Nick Hilton und spielte im Film bereits junge Erwachsene. Als sie 18 war, spielte Spencer Tracy ihren "Vater der Braut", ein Jahr später agierte sie als Statistin in dem Kostümfilm "Quo Vadis" mit Peter Ustinov als Nero, 1951 gab sie in "Ein Platz an der Sonne" die verwöhnte reiche Angela Vickers, in die sich der schöne Aufsteiger aus dem Slums alias Montgomery Clift verliebt. Durch die Liebe zu ihr wird er zum Mörder. Ebenfalls 1951 entstanden "Ein Geschenk des Himmels", Vincente Minnellis Fortsetzung von "Vater der Braut" und die Komödie "Der Cowboy, den es zweimal gab", in dem die junge Taylor allerdings nur einen kleinen, wenn auch amüsanten Gastauftritt hatte.

Und in George Stevens' mit sechs Oscars ausgezeichnetem Melodram "Ein Platz an der Sonne" (1951) nach dem Roman "Eine amerikanische Tragödie" von Theodore Dreiser, nach Josef von Sternbergs gleichnamiger Regiearbeit (1931) die zweite Verfilmung des auch in Deutschland viel gelesenen Romans, sieht man sie an der Seite von Montgomery Clift. Im Jahr darauf entsteht Richard Thorpes Austattungs-Klassiker "Ivanhoe, der schwarze Ritter" mit Robert Taylor. Elizabeth Taylor, die in der Rolle der schönen Rebecca zu sehen ist, war seinerzeit gerade 20 Jahre alt und auf dem Weg vom Kinder- zum Weltstar. Die aufwändige Verfilmung des Ritterromans von Sir Walter Scott wurde aufgrund der herrlichen Landschaftsaufnahmen und der furiosen Kampf- und Fechtszenen für drei Oscars nominiert.

In den folgenden Jahren ist die Taylor in Komödien und Melodramen der erfolgreiche weibliche Star der MGM an der Seite von Vittorio Gassman ("Symphonie des Herzens", 1954), Stewart Granger ("Beau Brummell - Rebell und Verführer", 1954), Van Johnson ("Damals in Paris", 1954), Rock Hudson und Paul Newman ("Die Katze auf dem heißen Blechdach", 1958, Oscar-Nominierung). Im Laufe ihrer Karriere spielt sie das Tanzmädchen und die Prostituierte, das Showgirl und die Serviererin. Meist aber ist sie im Kino das, was man sich gemeinhin unter einer gutsituierten Frau vorstellt: reich, gut gekleidet und - langweilig.

"Ein Star - und wieder eine gebürtige Engländerin! - wurde sie aber vor allen anderen zur neuen Liebesgöttin der Fünfzigerjahre. In ihr formuliert sich der Mythos der Mondänen neu in der Berührung mit so aktuellen Erscheinungen wie Montgomery Clift ("Das Land des Regenbaums", 1957, Oscar-Nominierung, und "Plötzlich im letzten Sommer", 1959, Golden Globe und Oscar-Nominierung), James Dean ("Giganten", 1956) und Paul Newman. Die Taylor war mehr als eine Epigonin: Sie ist die legitime Nachfolgerin der Nazimova, Swanson, Negri, Murray, Talmadge, Shearer und Garbo", schreibt Enno Patalas in der "Sozialgeschichte des Stars". Elizabeth Taylor erhielt 1993 vom American Film Institute mit dem Life Achievement Award, ebenso wie 1998 vom Screen Actors Guild. Am 23. März 2011 erlag Elizabeth "Liz" Taylor einem langwierigen Herzleiden.

Weitere Filme mit Elizabeth Taylor: "The White Cliffs of Dover" (1944), "Held auf vier Pfoten" (1946), "Cynthia", "Unser Leben mit Vater" (beide 1947), "Julia benimmt sich schlecht" (1948), "Verschwörer", "Kleine tapfere Jo" (beide 1949), "Von Katzen und Katern" (1950), "Die süße Falle" (1951), "Ein verwöhntes Biest" (1952), "Elefantenpfad" (1953), "Die alles begehren" (1965), "Spiegelbild im goldenen Auge" (1967), "Doktor Faustus" (1968), "Die Frau aus dem Nichts" (1968), "Das einzige Spiel in der Stadt" (1969), "X, Y & Zee" (1971), "Die Nacht der tausend Augen" (1972), "Die Rivalin" (1973), "Das gibt's nie wieder" (1974), "The Blue Bird", "Unternehmen Entebbe" (beide 1976), "A Little Night Music - Das Lächeln einer Sommernacht" (1977), "Mord im Spiegel" (1980), "Freundinnen fürs Leben" (1983), "Verrücktes Hollywood" (1985), "Fackeln im Sturm" (TV-Mehrteiler), "Schatten des Ruhms", "Poker Alice" (alle 1986), "Il giovane Toscanini" (1988), "Süßer Vogel Jugend" (1989), "Flintstones - Die Familie Feuerstein" (1994, Razzie Award für die schlechteste schauspielerische Leistung des Jahres), "Drôles de retrouvailles" (2001).


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