Debbie Reynolds

"Du sollts mein Glücksstern sein" machte Debbie Reynolds 1952 weltberühmt. Vergrößern
"Du sollts mein Glücksstern sein" machte Debbie Reynolds 1952 weltberühmt.
Fotoquelle: RoidRanger/shutterstock.com
Mary Frances Reynolds
Geboren: 01.04.1932 in El Paso, Texas, USA
Sternzeichen: Widder
Gestorben: 28.12.2016

Debbie Reynolds war der glänzende Stern am Hollywoodhimmel der Fünfziger- und Sechzigerjahre. Nachdem die hübsche Blondine im Alter von 16 Jahren einen Schönheitswettbewerb gewonnen hatte und zur Miss Burbank gekürt wurde, nahm sie die das Filmunternehmen Warner Brothers als Schauspielerin unter Vertrag. Zugunsten ihrer Karriere musste sie ihren Vornamen Mary Frances in Debbie umändern. Ihr Filmdebüt feierte sie 1948 neben Bette Davis und Robert Montgomery in der Komödie "Die Braut des Monats".

Nach "The Daughter of Rosie O'Grady" (1950) wechselte die junge Schauspielerin zu den MGM Studios. Weitere Rollen in "Drei kleine Worte" (1950) neben Fred Astaire und "Mr. Imperium" (1951) neben Lana Turner folgten, 1952 feierte Debbie ihren großen internationalen Durchbruch. Das Erfolgsmusical "Du sollst mein Glücksstern sein", vor allem die Tanznummer "Singin in the Rain", wurde weltberühmt. Für ihre erste Hauptrolle der Kathy Selden an der Seite des Ocar-Preisträgers Gene Kelly lernte die bis dahin unerfahrene Debbie Reynolds das Tanzen.

Von diesem Zeitpunkt an ging Debbies Karriere raketenhaft bergauf. Vor allem in Filmmusicals, wie "Fotograf aus Liebe" (1953), aber auch in anderen Filmgenres, wie in der Komödie "Eine Nacht mit Susanne" (1954) wurde sie in den Hauptrollen besetzt. 1955 heiratete Debbie ihren ersten Mann Eddie Fisher, mit dem sie 1956 in "Na, na, Fräulein Mutti!" gemeinsam vor der Kamera stand. Sie verkörperte eine Verkäuferin, die für die Mutter eines Waisenjungen gehalten wird. Dummerweise verliebt sie sich auch noch in den Sohn ihres Chefs. Trotz ihrer Schwangerschaft setzte Debbie die Dreharbeiten mit anstrengenden Tanznummern fort. Ihre Darbietung hatte eine Nominierung für den Golden Globe als beste Hauptdarstellerin zur Folge. Kurze Zeit später kam die gemeinsame Tochter Carrie Fisher zur Welt.

Im gleichen Jahr wurde Debbie für die Rolle der Tochter von Bette Davis und Ernest Borgnine in Richard Brooks' "Mädchen ohne Mitgift" mit dem National Board of Review Award als beste Nebendarstellerin ausgezeichnet. Zwei Jahre später kam Debbies Sohn Todd Emmanuel Fisher zur Welt, der nach Fishers bestem Freund Michael Todd benannt wurde. Nach Todds Tod begann Fisher eine Affäre mit der Witwe Elizabeth Taylor, die zugleich eine Freundin von Debbie war. Der Skandal wurde von den Medien breitgetreten, 1959 ließ sich Debbie Reynolds von ihrem Mann scheiden. Bereits ein Jahr später heiratete sie den Spielsüchtigen Harry Karl, der die Familie in den finanziellen Ruin trieb. Die Ehe hielt 13 Jahre.

In dieser Zeit drehte sie weiterhin zahlreiche Filme, in denen sie die Hauptrolle verkörperte. Darunter "In angenehmer Gesellschaft" mit Fred Astaire, "Ein Stern im Westen" (beide 1961) mit Andy Griffith und "Meine geschiedene Frau Mary, Mary" (1963) von Regisseur Mervyn LeRoy. Ein Jahr später mimte sie die Titelfigur in dem Musical "Goldgräber-Molly". Die Rolle der Molly Brown bescherte ihr sowohl eine Golden Globe- als auch eine Oscar-Nominierung als beste Hauptdarstellerin. Nach ihren Auftritten in "Dominique - Die singende Nonne" (1966) und "Der türkisfarbene Bikini" (1968) erschien für ein Jahr ihre eigene TV-Serie "Debbie groß in Fahrt" (1969). In den Siebzigerjahren folgte ein Karrieretief. Die Hauptrolle in dem Psychothriller "Was ist denn bloß mit Helen los?" (1971) an der Seite von Shelley Winters war bis zu Beginn der Neunzigerjahre Debbies letzte Kinorolle.

Bereits 1973 gab sie in dem Stück "Irene" ihr Broadway-Debüt. Die Kritiken fielen jedoch mehr als schlecht aus und Debbie selbst erlitt eine Erkrankung an den Stimmbändern. Sechs Jahre später eröffnete die 1,57 Meter große Schauspielerin in North Hollywood ihr eigenes Tanzstudio. In den Achtzigern war Debbie Reynolds hauptsächlich in TV-Serien zu sehen. So übernahm sie in "Live Boat" (1980) drei Jahre lang die Rolle der Sheila Evans und in "Alpha Paradise" (1981) die Rolle der Sydney Chase. Nebenbei produzierte sie mit Kolleginnen ein Fitnessvideo für "Frauen im gewissen Alter". 1988 veröffentlichte sie ihre Biografie "Debbie: My Life".

Unterdessen war Debbie in weiteren Fernsehproduktionen wie "Detective Sadie schlägt zu" (1987), "Perry Mason und der musikalische Mord" (1989) und "Battling for Baby" zu sehen, in "Bodyguard" (beide 1992) hatte sie neben Kevin Costner das erste Mal wieder einen Auftritt in einem Kinofilm. Mit ihrem dritten Ehemann, dem Bauunternehmer Richard Hamlett, kaufte sie sich ein kleines Hotel mit Casino in Las Vegas, in der sie ihre Raritäten an Kostümen und Filmrequisiten ausstellte. Unter den Stücken befanden sich unter anderem Judy Garlands rote Schuhe aus "Das zauberhafte Land" und Marilyn Monroes weißes Kleid aus "Das verflixte 7. Jahr".

Nach ihrem Auftritt in "Bodyguard" bekam Debbies Karriere wieder neuen Schwung. Es folgten Rollen in Oliver Stones Drama "Zwischen Himmel und Hölle" (1993), Albert Brooks' Komödie "Mother" (1996) und Frank Oz' Gesellschaftskomödie "In & Out - Rosa wie die Liebe" (1997). Noch im selben Jahr erhält sie ihren eigenen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame. Zur gleichen Zeit musste sie nach der Scheidung von Hamlett und der Schließung ihres Museums ihren Bankrott erklären.

1998 verkörperte sie in dem Fantasyfilm "Halloweentown - Meine Oma ist 'ne Hexe" die Titelfigur der Großmutter Agatha Cromwell. Diese Rolle führte sie auch in den Nachfolgern "Halloweentown II" (2001), "Halloweentown High School" (2004) und "Halloweentown 4 - Das Hexencollege" (2006) fort. Für die erfolgreiche TV-Serie "Will & Grace" schlüpfte Debbie von 1999 bis 2006 in die Rolle der Mutter von Grace (Debra Messing). Es folgte eine Emmy-Nominierung als Gastdarstellerin in einer Comedy-Serie.

Nach dem Drehbuch ihrer Tochter Carrie spielte sie 2001 unter anderem mit Elizabeth Taylor in dem Fernsehfilm "These Old Broads", in dem der Eheskandal mit Fisher und Taylor aufgegriffen und parodiert wird. Als Synchronsprecherin wurde sie unter anderem für "Kim Possible" (2003-2007) und "Die Pinguine aus Madagascar" (2010) tätig. 2011 gab sie Katherine Heigls Großmutter in "Einmal ist keinmal", 2013 war sie neben Matt Damon und Michael Douglas in Steven Soderberghs "Behind the Candelabra" auf der Leinwand zu sehen.

Nachdem Debbie in ihrem ersten Filmmusical noch von Helen Kane synchronisiert wurde, sang sie ihre folgenden Songs alle selbst. Somit wirkte sie auch an den jeweiligen Soundtracks mit. Mit Songs wie "Aba Daba Honeymoon" belegte sie Plätze in verschiedenen Charts. Der Titelsong zu "Tammy" (1957) hielt sich sogar fünf Wochen auf Platz 1 der amerikanischen Billboard Charts und brachte ihr eine Goldene Schallplatte ein. Im Laufe der Jahre veröffentliche Debbie Reynolds außerdem drei eigene Alben beim Medienkonzern Poly Gram.

Am 28. Dezember 2016 verstarb Debbie Reynolds nur einen Tag nach ihrer Tochter Carrie Fisher im Alter von 84 Jahren.

Weitere Filme mit Debbie Reynolds: "Einmal eine Dame sein" (1950), "Mädels ahoi" (Video, 1952), "The Affairs of Dobie Gillis", "Eine Chance für Suzy" (beide 1953), "Athena" (1954), "In Frisco vor Anker", "Die zarte Falle" (beide 1955), "Meet Me in Las Vegas" (1956), "Männer über Vierzig" (1958), "Engel unter Sünden", "Engel auf heißem Pflaster", "Eine tolle Nummer", "Die Nervensäge" (alle 1959), "Zwei in einem Zimmer" (1960), "Das war der Wilde Westen" (1961), "My Six Loves" (1963), "Goodbye Charlie" (1964), "Scheidung auf amerikanisch" (1966), "Bracken's World" (TV-Serie, 1969), "The Bob Hope Show" (TV-Serie, 1971), "Zuckermann's Farm - Wilbur im Glück" (Stimme, 1973), "Barbara Mandrell and the Mandrell Sisters" (TV-Serie, 1981), "Madame's Place" (TV-Serie), "Imbiß mit Biß" (TV-Serie, beide 1982), "Jennifer Slept Here" (TV-Serie, 1983), "Hotel" (TV-Serie, 1986), "Kikis kleiner Lieferservice" (Stimme, 1989), "Golden Girls - There Goes the Bride: Part 2" (TV-Serie, 1991), "Überflieger" (TV-Serie, 1994), "Roseanne - Arsenic and Old Mum" (TV-Serie), "Zack and Reba" (beide 1997), "Ein ganz besonderer Weihnachtswunsch" (1998), "Rudolph mit der roten Nase" (Stimme), "Geschenk der Liebe", "Mama - Voll cool" (alle 1999), "Rugrats: Acorn Nuts & Diapey Butts", "Rugrats in Paris", "Rugrats" (TV-Serie, alle 2000), "Ein Hauch von Himmel - Manhunt" (TV-Serie, 2001), "Generation Gap", "First Monday - Secrets and Lies" (TV-Serie, beide 2002), "Lolo's Cafe" (2006), "Light of Olympia" (Stimme), "Family Guy - Tales of a Third Grade Nothing" (TV-Serie, Stimme, beide 2008), "In the Picture" (Kurzfilm, 2012), "Liberace" (2013).

Text: Maren Selbst


Alle Filme mit Mary Frances Reynolds
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