Steven Soderbergh

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Gefeierter Regisseur, Autor und Produzent: Steven Soderbergh
Fotoquelle: cinemafestival/shutterstock.com
Steven Soderbergh
Geboren: 14.01.1963 in Atlanta, Georgia, USA

Bereits mit seinem ersten Film "Sex, Lügen und Videos" (1988) sorgte er für Furore: Steven Soderbergh. Der Liebesfilm kam seinerzeit so besonders gut bei der Kritik an, weil er in einer Zeit, die von High-Tech-Tricks und Actionfilmen geprägt war, eine willkommene Alternative bot. Der Lohn für zwei Jahre Drehbucharbeit: "Sex, Lügen und Videos" gewann in Cannes die Goldene Palme und läutete damit das Jahrzehnt des Independentfilms ein.

Doch von Anfang an: Soderbergh wuchs in seiner Geburtsstadt Baton Rouge im Bundesstaat Louisiana auf. Im Alter von 13 Jahren begann er mit dem Filmemachen. Nach dem Abschluss der High School zog er zunächst in den Westen, um in Los Angeles als Redakteur zu arbeiten. Bald kehrte Soderbergh aber nach Baton Rouge zurück, wo er mit der Realisierung einer Reihe von Kurzfilmen und dem Verfassen von Drehbüchern begann. Nachdem er eine Dokumentation über die Rockgruppe Yes gedreht hatte, zeigte sich die Band derart angetan, dass sie ihn aufforderte, einen ganzen Konzertfilm zu realisieren. Das Ergebnis war "9012 Live". 1986 wurde er für einen Grammy nominiert.

Nach zwei weiteren Jahren, in denen er erneut an Drehbüchern feilte, vollendete er das Skript zu "Sex, Lügen und Videos", und im Sommer 1988 begannen die Dreharbeiten in Baton Rouge mit James Spader, Andie MacDowell, Laura San Giacomo und Peter Gallagher. Nach dem Erfolg seines Erstlings kehrte Soderbergh 1992 mit der teilweise in schwarzweiß gedrehten Mysterygeschichte "Kafka" mit Jeremy Irons in der Hauptrolle zurück ins Rampenlicht, ohne allerdings an den Erfolg des Debüts anknüpfen zu können. Die Memoiren des Autors A.E. Hotchner bildeten die Grundlage für Soderberghs dritte Regiearbeit "König der Murmelspieler", der die Versuche eines 12-Jährigen schildert, seine Familie während der Depressionsära vor dem Zerfall zu bewahren. Das amerikanische Filmmagazin "Premiere" listete den 1993 veröffentlichten Film als einen der fünf besten Filme des Jahres.

Nicht minder anspruchsvoll war der vertrackte Thriller "Die Kehrseite der Medaille" (1995) mit Peter Gallagher und Elizabeth Shue in den Hauptrollen, der zugleich Soderberghs ersten Ausflug in Genregefilde markierte. Im Frühjahr 1997 meldete er sich mit seinen zwei bisher gewagtesten Filmen zurück: "Schizopolis" ist eine experimentelle Komödie im Stile eines Richard Lester oder Buñuel, während es sich bei "Gray's Anatomy" um die Filmversion von Spalding Grays berühmten Monolog handelt.

Völlig überraschend präsentierte Soderbergh nur ein Jahr später mit der kongenialen Elmore-Leonard-Verfilmung "Out of Sight" ein zugängliches Werk. Obwohl er an den Kinokassen nicht ganz so hohe Wellen schlug, wie es sich der Verleih Universal erhofft hatte, zementierte der Regisseur seinen Ruf als einer der spannendsten amerikanischen Filmemacher der Gegenwart und machte George Clooney und Jennifer Lopez in ihren bisher jeweils besten Rollen endgültig zu Kinostars. Für nicht weniger Wirbel sorgte "Erin Brockovich - Eine wahre Geschichte", sein bislang erfolgreichster Film, der Julia Roberts einen Golden Globe als beste Hauptdarstellerin bescherte, in die Kinos. Auch Soderbergh erhielt eine Nominierung als bester Regisseur. Davor stellte er im Wettbewerb der Internationalen Filmfestspiele von Cannes seinen kontemplativen Krimi "The Limey" mit Terence Stamp und Peter Fonda vor.

2000 entstand "Traffic - Macht des Kartells", eine gekonnt inszenierte Mischung aus Thriller und Familiendrama mit Michael Douglas und Benicio Del Toro. Dafür gab's 2001 den Oscar für Soderbergh als bester Regisseur. Weitere Oscars kassierten Benicio Del Toro für seine bravouröse schauspielerische Leistung (auch Golden Globe), der Schnitt und das beste adaptierte Drehbuch. Auch als Produzent tat sich Steven Soderbergh hervor. Er überwachte die Herstellung von Gregory Mottolas "The Daytrippers" (1996) und Gary Ross' bezauberndes Regiedebüt "Pleasantville - Zu schön um wahr zu sein" (1998) mit Tobey Maguire. Bei "Suture" (1998) von David Siegel fungierte er als ausführender Produzent. Mit George Clooney gründete Soderbergh eine Produktionsfirma, die Filme wie "Safecrackers oder Diebe haben's schwer" (2002), "Gauner unter sich" (2003) und "Syriana" (2005) produzierten. Und für Ole Bornedals "Freeze - Albtraum Nachtwache" (1998), das US-Remake dessen eigenen dänischen Hits "Nightwatch - Nachtwache" (1994), in dem Ewan McGregor und Nick Nolte die Hauptrollen spielten, schrieb Soderbergh das Drehbuch.

2001 drehte der viel beschäftigte Filmemacher "Ocean's Eleven", ein äußerst gelungenes Remake von "Frankie und seine Spießgesellen" (1960), mit George Clooney, Brad Pitt und Julia Roberts in den Hauptrollen. 2002 folgten "Voll Frontal" und das Remake "Solaris", bevor er 2004 das Sequal "Ocean's Twelve" (2004) inszenierte. Außerdem übernahm Soderbergh eine kleine Gastrolle in Richard Linklaters "Waking Life". Seine Regiearbeit "The Good German" (2006) war zwar formal im Stile des film noir gelungen, doch die Story kam trotz ausgezeichneter Besetzung recht lahm daher. Da war das Sequal "Ocean's Thirteen" (2007) wieder bedeutend besser. Gelungen ist auch sein Kinozweiteiler "Che - Revolution" und "Che - Guerilla" (beide 2008), in dem er das Leben des argentinischen Arztes und Revolutionsführers Che Guevara zeigt. Zu wortlastig geriet Soderberghs betont altbacken inszenierter Thriller "Der Informant" (2009), und auch der Actionthriller "Contagion" fesselt nur in der ersten Hälfte. Gut ist dagegen wieder der in den Nebenrollen gut besetzte Actioner "Haywire" (2011), während "Magic Mike" (2012) nur die Frage aufwirft, warum ausgerechnet Steven Soderbergh sich dieses Thema vorgenommen hat. Deutlich besser sind hingegen der Psychothriller "Side Effects" (2013), in dem Rooney Mara in die düstere Rolle einer Mörderin schlüpft, sowie das grandiose Bio-Pic "Liberace" mit dem brillant aufspielenden Michael Douglas.


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