Elliott Gould

Elliott Gould: Charmantes Lockenköpfchen oder -
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Elliott Gould: Charmantes Lockenköpfchen oder - laut Kritikermeinung - "unrasierte Drecksau"?
Elliott Goldstein
Geboren: 29.08.1938 in Brooklyn, New York, USA

Der hochgewachsene Lockenkopf verkörpert in tragikomischen Rollen die Angst seiner Generation in den Sechziger- und Siebzigerjahren. Neben der Zuversicht und Offenheit liegt auch etwas von Trauer in seinem Blick, und die Komik, die er verbreitet, hat nichts Befreiendes. Gould beginnt als Kinderstar an Vaudeville-Bühnen und im Fernsehen. Das College steht er ohne großes Interesse durch und gibt mit 18 sein Broadway-Debüt im Chor des kurzlebigen Musicals "Rumple". Andere kleine Musical-Rollen, darunter auch "Irma la Douce" folgen.

Dann nimmt er Schauspielunterricht am renommierten Actor's Studio, wo er Barbra Streisand begegnet, die von 1963 bis 1969 seine Frau ist. Schließlich erhält er seine erste Bühnenhauptrolle in "I Can Get It For You Wholesale". In einer der Nebenrollen spielt Barbra Streisand. Mit ihr tourt er durch Amerika und Europa, wo er ein Engagement im Londoner Westend annimmt. Zurück in Amerika hat er einige TV-Auftritte und geht dann zusammen mit Liza Minnelli und dem neuen Musical "The Fantastics" auf Tournee. Zusammen mit Shelley Winters folgt eine weitere Tournee. Dann kommt Hollywood.

Elliott Gould spielt seine erste Kinorolle 1965 als Taubstummer in William Dieterles "Heirate mich, Gauner" mit Ginger Rogers und Ray Milland. 1968 erhält er die Hauptrolle des Billy Minsky in William Friedkins Gangsterkomödie "Die Nacht, als Minsky aufflog". Bereits in seinem nächsten Film wird er zum Star. Die eigenwillige Komik, diese trockene Art des Hineinstolperns in immer haarsträubendere Situationen führt dazu, dass er als einer der großen Komödianten bewundert wird. Für den Ted Henderson in Paul Mazurskys Gesllschaftssatire "Bob & Caroline & Ted & Alice" (1968) erhält er eine Oscar-Nominierung.

Der große internationale Erfolg kommt mit "M.A.S.H." (1969), der Militärsatire von Robert Altman. Dieser junge, unorthodoxe und antibürokratische Militärarzt und Chirurg Trapper John McIntyre, der ständig Witze reißt und Blödsinn anstellt, ist eine tragikomische Figur: Sein sonderbares Verhalten ist das Ventil, das er braucht, um nicht verrückt zu werden in diesem sinnlosen Schlamassel von Dreck und Elend. Altman arbeitet weiterhin mit dem Schauspieler und setzt ihn als Privatdetektiv Philip Marlowe in "Der Tod kennt keine Wiederkehr" (1973) ein. Gould spielt die Rolle im totalen Gegensatz zu Humphrey Bogart in "Tote schlafen fest" (1946) und scheidet damit die Geister. Ein Kritiker schreibt: "Dieser Marlowe ist eine unordentliche, unrasierte, halbgebildete blöde Drecksau, die nicht einmal einen vermissten Wolkenkratzer auftreiben könnte und der sogar als Bedienung an einem Hot-Dog-Stand abgelehnt würde." Andere dagegen sind begeistert.

Altman entdeckt für den klassischen Detektiv eine neue und zeitgemäßere Erscheinungsform und in Elliott Gould einen überraschenden Philip Marlowe. Er ist ein gutmütiger Trottel, der in seiner komfortablen Wohnung seine Katze versorgt, nach dem verschwundenen Freund Terry Lennox forscht, von der aufregenden Frau des Schriftstellers Roger Wade (Sterling Hayden) irritiert wird und untersucht, was es mit dem schmierigen Dr. Verringer auf sich hat. Altman verdeutlicht mit relativ sparsamen Mitteln den Widerspruch zwischen Image und wahrer Bedeutung des klassischen Privatdetektivs à la Bogart.

In "California Split" (1974) ist Gould an der Seite von George Segal ein Spieler. Sie pokern, schließen Wetten ab. Spielcasino wie Rennbahn sind ihre Arbeitsplätze. So ziehen sie von einer Niederlage zur nächsten. So wenig wie Marlowe haben diese geborenen Verlierer eine Chance. Bei Altman tritt Gould auch in "Nashville" (1975) und "The Player" (1992) auf. Etwas von den Altman-Figuren aus "Der Tod kennt keine Wiederkehr" und "California Split" hat auch sein kleiner Sittenpolizist Rizzo, der in "Spur der Gewalt" (1973) von Peter Hyams an der Seite von Robert Blake in Los Angeles seinen Dienst schiebt. Die trockene Ironie schlägt in Zynismus um, wenn die Ohnmacht des kleinen Manns gegenüber dem anonymen Polizeiapparat durchschimmert.

In den letzten Jahren ist Gould in vielen meist unbedeutenden Filmen und Sitcoms an der Seite von Billy Crystal aufgetreten. Zu seinen bemerkenswerteren Rollen gehörte die in "American History X" (1998) über die amerikanischen Neonazi-Szene sowie in Steven Soderberghs Gangsterfilm "Ocean's Eleven".

Weitere Filme mit Elliott Gould: "Heirate mich, Gauner" (1965), "Ingmar Bergmans "Berührungen" (1970), "Getting Straight", "Hopp, Hopp" (beide 1970), Alan Arkins "Kleine Morde" (1971), Irving Kershners "S.P.Y.S.", "Cash - Eine unaufhaltsame Karriere des Gefreiten Arsch", "Der Mann aus Metall" (alle 1974), "Ich will, ich will... vielleicht", "Und morgen wird ein Ding gedreht" (beide 1975), "Die Mafia kennt keine Gnade" (1976), "Die Brücke von Arnheim", "Unternehmen Capricorn" (beide 1977), "Dein Partner ist der Tod", "Matilda", "Muppet Movie", "G - Silent Partner" (alle 1978), "Die tödliche Botschaft", "Flucht nach Athena" (beide 1979), "Bruchlandung im Paradies", "Midlife Crisis" (beide 1980), "Zum Teufel mit Max", " Schmutzige Tricks" (beide 1981), "The Rules Of Marriage", "Jack And The Beanstalk" (beide 1982), "Die letzte Runde" (1983), "Over the Brooklyn Bridge", "Das nackte Gesicht", "Die Muppets erobern Manhattan" (alle 1984), "Wet And Wild" (1985), "Der Joker", "Die Spur der zweiten Frau", "The Myth", "Inside Out", "Casey at the Bat" (alle 1986), "Frog", "Telefon-Terror", "Meine ersten vierzig Jahre" (alle 1987), "Verräter sterben langsam", "Paul Reiser Out on a Whim", "Dangerous Love - Lust und Begierde" (alle 1988), "Wer den Teufel ruft...", "The Big Pivture", "Scandalo segreto", "Dark Justice - Eine Richterin sieht rot", "Gioco al massacro" (alle 1989), "Das Gesetz der Wüste", "Gib ihn mir wieder", "The Lemon Sisters", "Dead Men Don't Die", "Opa spielt verrückt" (alle 1990), "Bugsy" (1991), "Der Bulle und die Stripperin", "Somebody's Daughter", "Beyond Justice" (alle 1992), "Amore!", "Hoffman's Hunger", "Bloodlines: Murder in the Family" (alle 1993), "Bleeding Hearts", "Die Nackte Kanone 33 1/3", "Doggin' Around", "Auf Ehre und Gewissen", "Die Todesliste", "Sein Name war Hass", "The Dangerous" (alle 1994), "Kicking and Screaming", "P.C.H.", "Cover Me", "Flirty Dancing", "Duke of Groove" (alle 1995), "Johns", "Die Chaotentruppe vom 6. Revier", "Hotel Shanghai", "Amanda's Game" (alle 1996), "City of Industry", "Camp Stories", "Michael Kael - Live aus Katango", die TV-Neuverfilmung von Stephen Kings "Stephen King's The Shining" (alle 1997), "The Big Hit" (1998), "Caminho dos Sonhos" (1999), "Picking Up the Pieces", "Playing Mona Lisa" (beide 2000), "The Experience Box", "Puckoon" (beide 2001), "Ocean's Twelve" (2004), "Open Window" (2006), "Ocean's Thirteen" (2007), "Contagion" (2011), "Ruby Sparks - Meine fabelhafte Freundin" (2012).

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