Die Brüder Clyde (Adam Driver, links) und Jimmy Logan (Channing Tatum) gehören nicht gerade zu den vom Glück verfolgten.

Logan Lucky

KINOSTART: 14.09.2017 • Komödie • USA (2017) • 119 MINUTEN
Lesermeinung
prisma-Redaktion
Originaltitel
Logan Lucky
Produktionsdatum
2017
Produktionsland
USA
Budget
29.000.000 USD
Einspielergebnis
9.316.933 USD
Laufzeit
119 Minuten
Music

Filmkritik

Soderbergh's Six
Von Gabriele Summen

Oscarpreisträger Steven Soderbergh hat mit "Logan Lucky" eine doppelbödige Hommage an das Heist-Film-Genre inszeniert, die zwar nur bedingt spannend, dafür aber wunderbar witzig ist. Vor allem Bond-Darsteller Daniel Craig wird für garantierte Lacher im Publikum sorgen.

Als er vor vier Jahren für "Liberace" keine Verleihfirma fand, weil die Hollywood-Studios das Künstler-Biopic für "zu schwul" befanden, hatte Steven Soderbergh dem Kino eigentlich lauthals abgeschworen. Für immer. Dann jedoch kam er auf die Idee, seine nächste Produktion, die Gaunerfilme "Logan Lucky", mit dem Vorverkauf der Verleih- und Home-Entertainment-Rechte zu finanzieren. Damit schlug der eigenwillige Regisseur den Hollywood-Bossen ein schönes Schnippchen – ganz so wie die vom "Ocean's Eleven"-Macher bevorzugten Helden. Seiner fantastischen Schauspielerriege merkt man die Unabhängigkeit und Begeisterung während der Dreharbeiten an, allen voran Bond-Darsteller Daniel Craig, den Soderbergh zum Brüllen komisch gegen den Strich als blondierten Tresorknacker mit Familiensinn besetzt.

Spitzbube Soderbergh, der unter seinem Pseudonym Peter Andrews auch wieder einmal die Kameraarbeit übernahm, schreibt das pfiffige Drehbuch zu "Logan Lucky" einer gewissen Rebecca Blunt zu. Da die in Hollywood jedoch bislang noch nie in Erscheinung trat, ist sich die Branchenpresse sicher: Rebecca Blunt ist ebenfalls ein Pseudonym, wenn nicht für Soderbergh selbst, dann für seine Frau Jules Asner.

Das legendäre Pech der Logans

Jimmy Logan ("Magic Mike" Channing Tatum), die Arbeiterversion von Gentleman-Gauner Danny Ocean, schlägt sich in West Virginia, einer der ärmsten US-Bundesstaaten, als Bauarbeiter durch, da er aufgrund einer Knieverletzung seinen Traum von einer Football-Karriere begraben musste. Der getrennt lebende Vater verliert jedoch zu Beginn gerade wieder einmal seinen Job, weil er im Amerika der Trump-Ära als Humpelnder für seine Bosse ein zu großes Sicherheitsrisiko darstellt. Zu allem Überfluss eröffnet ihm seine Ex-Frau (Katie Holmes) auch noch, dass sie mit ihrer gemeinsamen Tochter und ihrem neuen Ehemann nach Tennessee umziehen will. Jimmys Bruder Clyde (herausragend: Adam Driver), der im Irak-Krieg seinen Arm verloren hat und sich nun als Barkeeper verdingt, ist fest davon überzeugt, all dies läge am legendären Pech der Logans.

Doch der smarte Jimmy hat einen Plan, wie sie ihr Blatt endlich wenden könnten: Bei einem Job am unterirdischen Geldtunnelsystem der NASCAR-Rennstrecke sind ihm vorübergehende Sicherheitslücken aufgefallen. Nun gedenkt er gemeinsam mit seinem Bruder Clyde und seiner Schwester Mellie (Elvis Presleys Enkeltochter Riley Keough), die eine rasante Autofahrerin ist, dort während eines Rennens einzubrechen. Es gibt nur noch ein Problem aus dem Weg zu räumen: Der Tresorknacker Joe Bang (Craig), den sie dafür benötigen, sitzt zurzeit leider noch im Gefängnis.

Garantierte Lacher

Urkomisch, welche trockenen Oneliner "Rebecca Blunt" dem Sträfling nicht nur bei der ersten Begegnung mit Jimmy und Clyde in den Mund legt. Auch Joes Hillbilly-Brüder, die der Safeknacker unbedingt dabeihaben will, sorgen für garantierte Lacher im Publikum. Ebenso wie die Logan-Brüder könnten diese sympathischen Loser auch einem Film der Coens entsprungen sein.

Doch Soderbergh schaut mitnichten auf die von der Gesellschaft abgehängten Hinterwäldler herab. Geschickt streut er berührende Hintergrundinformationen über die Südstaatler ein, bei denen John Denver's Hymne "Take Me Home, Country Roads" eine berührend-tragende Rolle spielt. Selbst die weiblichen Nebenfiguren, die wie so häufig bei Soderbergh nicht besonders viel Spielzeit bekommen, sind recht vielschichtig gezeichnet.

Nach und nach mausert sich der Film zur Robin-Hood-Geschichte, die zwar nur bedingt spannend, dafür aber wunderbar doppelbödig und witzig ist. Lediglich die von Hilary Swank gespielte FBI-Agentin bleibt hinter ihrem Potenzial zurück, sorgt aber immerhin dafür, dass der Filmemacher sich eine mögliche Fortsetzung von diesem "Soderbergh's Six" offen hält, was nicht nur Fans dieses Subgenres schwer begeistern dürfte.

Quelle: teleschau – der Mediendienst

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