Zwei Tage vor seinem sechzehnten Geburtstag verübt Kevin einen Amoklauf an seiner Highschool. Eine Tat, die in seiner Mutter Eva ein unendliche Zahl an Fragen weckt. Doch Evas essentielle Frage: Wie viel Schuld trägt sie selbst an der Tat? Rückblickend versucht die einst glückliche und erfolgreiche Reisejournalistin und Abenteurerin, eine Antwort zu finden, denn sie hatte schon immer Probleme mit dem Verhalten ihres Sohnes. Schon als Säugling war Kevin schwierig, konnte keine richtige Bindung zu seiner Mutter aufbauen, wirkte auch später stets aggressiv und sogar soziopathisch ...

In Rückblenden enthüllt die schottische Regisseurin Lynne Ramsay nach und nach das Familiendrama, das hinter Kevins Tat steht. Auf raffinierte Art und Weise erzählt Ramsay Evas und Kevins Geschichte und zeigt wie die einst glückliche Familie in eine Katastrophe schlittert. Die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Lionel Shriver erinnert in einigen Punkten - und ganz besonders durch die ruhige Erzählweise - an Gus van Sants "Elephant". Durchaus überzeugend: Tilda Swinton als genervte und zermürbte Mutter. Gut auch: John C. Reilly als liebevoller Vater und somit als Gegenpol zur stets etwas unterkühlten Swinton. Wer bei Kevin an Damien aus "Das Omen" denkt, kann sich sicher sein, hier wirkt der Horror realistischer.

Foto: Fugu