Judy Garland

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Leinwand-Schönheit Judy Garland
Judy Garland
Geboren: 10.06.1922 in Grand Rapis, Minnesota, USA
Gestorben: 22.06.1969 in Chelsea, London, England, Großbritannien

Judy Garland war eine der großen Musical-Queens der Vierzigerjahre. Das Leben der Filmschauspielerin, Sängerin und Entertainerin gehörte der Bühne. Hier begann ihr Leben, unweit der Bühne endete es: In der Garderobe des kleinen Stummfilmkinos ihrer Eltern (Frank und Ethel Gumm), zwei Varietékünstlern, kam Garland als Francis Gumm zur Welt - durch eine Überdosis Schlaftabletten schied sie aus dem Leben. Ihr fünfter und letzter Ehemann, der 14 Jahre jüngere Mikey Dean, fand sie kurz nach ihrem 47. Geburtstag, am 22. Juni 1969, als abgemagerte Frau tot in ihrem Badezimmer. Sie war gezeichnet von Tabletten, Stress und Sorgen. Wenige Wochen zuvor hatte sie in Kopenhagen noch ein Tourneekonzert gegeben.

Die häufigen Nervenzusammenbrüche, Geldnöte, ein Leberleiden, mehrere Selbstmordversuche und ihre vielen Ohnmachtsanfälle deuteten solch ein frühes Ende an. Fast 30000 Menschen nahmen am offenen Sarg in New York von Judy Garland Abschied. Es war die letzte Show eines großen Stars der alten Garde. "Sie hatte nie ein normales Leben", erinnert sich ihre damals 22-jährige Tochter Liza Minnelli später. "Wenn sie vor Müdigkeit im Filmstudio einschlief, gab man ihr Aufputschmittel. In ihrer Jugend war ihre Tragödie bereits vorgezeichnet." Die Höhen und Tiefen eines Lebens im Show-Business – genau diese Rolle hatte Garland in ihrem vielleicht berühmtesten Film "Ein neuer Stern am Himmel" (1954) bereits gespielt. Dass das Kind Talent besaß, erkannten die Eltern früh und schickten es 1927 auf eine Schauspiel-Schule in Los Angeles. Auch öffentliche Auftritte waren erlaubt. Zusammen mit ihren beiden Schwestern traten sie als Garland-Sisters auf, und die junge Francis nannte sich nach einem Tagesschlager später Judy. 1930 besetzte Warner Brothers drei Kurztonfilme mit den begabtesten Schülern der Schule in Los Angeles. Garland war in allen drei Filmen ein strahlender Mittelpunkt.

Nach der Scheidung kümmerte sich die Mutter um ihren Werdegang und brachte die Tochter als "Das kleine Mädchen mit der großen Stimme" an diversen Theatern mit Soloauftritten unter. 1935 nahm Metro-Goldwyn Mayer Garland unter Vertrag. Sie wurde ein Jahr später für ihren ersten großen Film "Der springende Punkt" (1936) zur 20th Centrury Fox ausgeliehen. Ein Geburtstagssong für Clark Gable fand 1938 seine Fortsetzung in der "Broadway Melody 1938", Judy Garlands erster Filmhit. Danach drehte sie viele Teenagerfilme, häufig mit Mickey Rooney als Partner. Als MGM das Farbfilm-Kindermärchen "The Wizard of Oz – Das zauberhafte Land" plante, berief nach einigem Hin und Her schließlich die 16-jährige Judy für die Hauptrolle. Das Musical-Märchen vom Blechmann, dem Löwenmenschen und der Vogelscheuche katapultierte sie ganz nach oben. Die Garland erhielt für ihr Lied "Over the Rainbow" nicht nur einen Oscar für den besten Filmschlager, sondern wurde auch mit einem Spezialoscar als beste Kinderdarstellerin ausgezeichnet. Judy war das "All-American sweethart", mit dem man jetzt einen Film nach dem anderen drehte. Vor anstrengenden Szenen gab man ihr Aufputschmittel. Zum Einschlafen leichte Schlafpulver.

Mit 19 brach sie aus der Vielarbeit aus und heiratete 1941 gegen Widerstände den Komponisten und Orchesterleiter David Rose. Die Ehe hielt bis 1944. Judy drehte eifrig Filme, unter anderem "Heiße Rhythmen in Chicago" (1940), "Girl Crazy", "Theaterkinder am Broadway" (1941), "Mädchen im Rampenlicht" (1941), mit Hedy Lamarr und Lana Turner sowie "Bühne frei für Lily Mars" (1943) mit Van Heflin. Nach ihrer ersten Scheidung stand sie 1944 unter der Regie von Vincente Minnelli in "Heimweh nach St. Louis" vor der Kamera. 1945 drehte sie mit ihm "Broadway Melodie 1950". Garland fasste zu dem stillen Mann schnell Vertrauen. Beide heirateten. 1946 kam Töchterchen Liza Minnelli zur Welt. 1947 begannen die Dreharbeiten für den Film "Der Pirat". Ihr Partner war Gene Kelly. In "Osterspaziergang" (1948) war sie zum ersten Mal die Partnerin von Fred Astaire. Sie schuftete wie ein Tier, um neben dem Step-König bestehen zu können, war auf Dauer in dieser Produktionsmaschinerie allerdings überfordert. Die Nerven spielten nicht mehr mit. 1950 reagierten die MGM Studios auf ihre vielen Ausfälle mit der Kündigung. Die Folge: ihr erster Selbstmordversuch.

Noch im gleichen Jahr wurde ihre zweite Ehe geschieden. Judy suchte sich einen neuen Manager und fand ihn in Sid Luft. Er verhalf ihr im Londoner Palladium zu einem tollen Bühnen-Comeback, der im New Yorker Palace Theater in einem Sensationserfolg mündete. 19 Wochen lang gab Judy Garland täglich zwei ausverkaufte Vorstellungen. Als "Miss Show Business" tourte sie anschließend durch die USA. 1952 heiratete sie Sid Luft. Im November wurde die gemeinsame Tochter Lorna geboren. Warner Brothers boten ihr eine Filmrolle an, und 1953 begannen die Dreharbeiten zum ersten Cinemascope-Film: "Ein neuer Stern am Himmel". Judy schrieb wieder einmal Filmgeschichte. Es wurde das glanzvollste Comeback eines Kinostars. Sie wurde für den Oscar nominiert. Im Krankenhaus, wo Judy gerade ihr drittes Kind Joey bekam, wartete bereits ein TV-Team, denn alle rechneten mit ihr. Aber der Preis ging an Grace Kelly. Immerhin ehrte man Garland mit dem Golden Globe. Sie gehörte zu den prominenten Top-Stars, feierte 1955 Erfolge in TV-Live-Sendungen und hatte große Auftritte in Las Vegas und New York. 1957 stellt man sie bei einem Gastspiel in England der Königin vor. 1959 durfte sie als erste Unterhaltungskünstlerin mit ihrer Show in der New Yorker Metropolitan Opera auftreten.

Mit ihrer Gesundheit trieb sie unterdessen Raubbau. Ein Jahr lang musste sie der Bühne den Rücken kehren. 1960 trat sie wieder im Palladium auf. Das Publikum bejubelte sie anschließend auf einer Europa-Tournee und einer weiteren USA-Tournee. 1961 übernahm sie wieder eine Filmrolle in "Urteil von Nürnberg", die ihr immerhin eine Oscar-Nominierung als beste Nebenrollen-Darstellerin einbrachte. Am 23. April gastierte sie mit einem Konzert in der New Yorker Carnegie-Hall. Dieser Auftritt wurde mitgeschnitten und auf eines der meist verkauften Doppelalben der Welt gepreßt. Für ihre Show erhielt sie 1961 den Grammy-Award und 1962 die Goldene Rose von Montreux für eine Show mit Frank Sinatra. Sie drehte auch wieder Filme: "Ein Kind wartet" (1962), "Bretter, die die Welt bedeuten" (1962). Wegen ihrer unberechenbaren Depressionen rückte sie mehr und mehr in die Negativ-Schlagzeilen. Die Ehe mit Sid Luft zerbrach, wurde aber erst 1965 geschieden. Noch im gleichen Jahr heiratete sie ihren ständigen Begleiter Mark Herron, von dem sie 1966 schon wieder geschieden wurde. 1969 sagte sie zum fünften Mal "Ja". Seelisch war sie jedoch bereits ein Wrack.


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