Ginger Rogers

Ginger Rogers - ein Star aus Hollywoods goldenen
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Ginger Rogers - ein Star aus Hollywoods goldenen Zeiten
Virginia Katherine McMath
Geboren: 16.07.1911 in Independence, Missouri, USA
Gestorben: 25.04.1995 in Rancho Mirage, Kalifornien, USA

In ihrer langjährigen Karriere hat Ginger Rogers in mehr als 70 Filmen mitgewirkt und doch ist es vor allem und in erster Linie ihre langjährige Rolle als Fred Astaires Tanzpartnerin, die in Erinnerung geblieben ist. Schon längst ist "Ginger und Fred" zu einem geflügelten Begriff geworden und hat das Traum-Tanzpaar unsterblich gemacht. 1985 setzte Federico Fellini mit seiner Tragikomödie "Ginger und Fred" den beiden tanzenden Hollywoodstars ein weiteres Denkmal und auch in vielen Reportagen rund um Hollywoods Traumfabrik spielt das Erfolgs-Gespann eine entscheidende Rolle. Bei der Vorbildfunktion, die die überragenden und zeitlose Tanzkultur der beiden genießt, vergisst man leicht, dass Ginger Rogers Karriere schon vor ihrem ersten Film an Fred Astaires Seite erfolgreich war.

1911 wurde Ginger Rogers als Virginia Katherine McMath in Independence/Missouri als Tochter der Drehbuchautorin Lela Emogene Owens und ihres Ehemannes William Eddins McMath geboren. Kurz nach Gingers Geburt trennten sich ihre Eltern. Es kam zu Sorgerechtsstreitigkeiten, die damit endeten, dass ihr Vater sie entführte, woraufhin ihm das Sorgerecht entzogen wurde. Als sie neun Jahre war, heiratete ihre Mutter John Logan Rogers, dem Ginger ihren Nachnamen verdankt. Eine kleine Anekdote berichtet davon, wie Ginger zu ihrem ungewöhnlichen Vornamen kam. Ihr jüngere Cousine Helen konnte "Virginia" nicht aussprechen und nannte ihre tanzbegeisterte Base deshalb "Ginya". Ein Theatermitarbeiter, der den Namen auf ein Plakat schreiben sollte, machte daraus "Ginger" und ein Star war geboren.

Ginger Rogers Showkarriere begann sehr früh. Bereits mit zehn Jahren stand sie erstmals auf der Bühne und nahm an lokalen Wohltätigkeitsveranstaltungen teil. Ihren ersten entscheidenden Schritt in die Showbranche machte sie mit 14 Jahren, als sie einen texanischen Tanzwettbewerb gewann und als Preis eine vierwöchige Tournee durch den "Lone Star State" gewann. Die Show, die sie ablieferte, wurde zum Erfolg und im Anschluss an die vier Wochen wurde die Tournee fortgesetzt. Bevor sie von Paramount Publix für den Broadway engagiert wurde, stand sie 28 Wochen auf der Bühne des Ambassador Theatre in St. Louis und vier Monate an der Seite von Paul Ash, dem "Rajah of Jazz", im Oriental Theatre in Chicago.

Weihnachten 1929 sah man sie erstmals in dem Broadway Musical "Top Speed". Die Kritiken, die sie für ihre Darbietung erhielt, waren hervorragend. Sie wurde als neuer Stern auf New Yorks Theatermeile gefeiert und von den Kritiker als charmantes junges Ding gelobt. Zeitgleich zu ihrem Broadway-Engagement spielte sie 1930 für Paramount Pictures in ihrem ersten Kinofilm: "Young Man of Manhattan" an der Seite von Claudette Colbert. Bereits mit ihrer ersten Hauptrolle in einem Broadway Musical - in George and Ira Gershwins "Girl Crazy" - erlangte sie Unsterblichkeit. Noch heute sind die beiden Songs, die sie für das Stück zum besten gab, unvergesslich und schon längst Evergreens.

Nach dem Ende von "Girl Crazy" und dem Ende ihres Vertrages mit Paramount Pictures zog es Ginger Rogers nach Hollywood, wo sie erst einmal drei eher mittelmäßige Filme ablieferte. Nur langsam fasste sie Fuß in der Traumfabrik, stand regelmäßig vor der Kamera und war Genre übergreifend in vielen verschiedenen Filmen zu sehen, überzeugte aber in erster Linie in Komödien und Musikfilmen. Schon längst hatte sie sich einen guten Ruf als hervorragenden Komödiantin aufgebaut, als 1933 mit "Flying Down to Rio" die Zusammenarbeit mit Fred Astaire begann. Ginger Rogers ersetzte Dorothy Jordan, die die Rolle an Astaires Seite ursprünglich übernehmen sollte. "Flying Down to Rio" ist nicht nur der erste gemeinsame Film, sondern auch der einzige bei dem Ginger Rogers vor Fred Astaire auf dem Filmplakat genannt wird. Gemeinsam stiegen sie zu den erfolgreichsten Stars im "Golden Age" von Hollywood auf und waren ein Garant für hohe Einspielergebnisse.

Zwischen 1933 und 1939 stand das Traumpaar für insgesamt neun Filme gemeinsam vor der Kamera: "Scheidung auf amerikanisch" (1934) "Roberta", "Ich tanz' mich in dein Herz hinein" (beide 1935), "Marine gegen Liebeskummer", "Swing Time" (beide 1936), "Shall We Dance - Tanz mit mir" (1937), "Sorgenfrei durch Dr. Flagg" (1938) und "The Story of Vernon and Irene Castle" (1939). Zeitgleich sah man Ginger Rogers aber auch in anderen Hollywoodproduktionen. Danach dauerte es zehn Jahre bis das Erfolgs-Duo erneut filmisch vereint wurde: Mit "Tänzer vom Broadway" lieferten sie 1949 ihren zehnten und letzten gemeinsamen Tanzfilm ab.

Bereits einige Jahre zuvor hatte Ginger Rogers den Höhepunkt ihrer Laufbahn erreicht. Für Sam Woods Komödie "Fräulein Kitty" erhielt sie 1940 den Oscar als beste Hauptdarstellerin und 1945 galt sie als die am besten bezahlte Darstellerin der Traumfabrik. Sie war nun eine ganz Große und spielte mit den Großen. Man sah sie neben William Powell in "Star of Midnight" (1935), zusammen mit James Stewart in "Vivacious Lady" (1938), an der Seite von Katherine Hepburn in "Stage Door" (1937), gemeinsam mit Douglas Fairbanks Jr. in "Having Wonderful Time" (1938) und für "Die Findelmutter" stand sie 1939 mit David Niven vor der Kamera. Ginger Rogers war allgegenwärtig im goldenen Zeitalter der amerikanischen Filmindustrie. Allein 1942 kam sie mit vier Filmen in die Kinos: "Roxie Hart", "Sechs Schicksale" gemeinsam mit Henry Fonda, Charles Laughton und Rita Hayworth, "Der Major und das Mädchen" und in "Damals in den Flitterwochen" als Partnerin von Cary Grant.

1951 kehrte sie zur Bühne zurück. Zunächst sah man sie in der Broadway-Inszenierung "Love and Let Love", später feierte sie große Erfolge im Musical "Hello, Dolly". Trotz ihrer verstärkten Bühnenpräsenz blieb sie Hollywood treu und war im Laufe der Fünfzigerjahre in 13 Spielfilmen zu sehen, darunter auch in "Der Gefangene des Ku-Klux-Klan" (1951), in dem sie neben Ronald Reagan die weibliche Hauptrolle spielt, und in "Liebling, ich werde jünger" (1952), erneut an der Seite von Cary Grant.

Die Sechzigerjahre bedeuteten das Ende für Ginger Rogers Filmkarriere. Gerade einmal für zwei Kinoproduktionen stand sie noch vor der Kamera ("Heirate mich, Gauner!", 1964 und "Die Welt der Jean Harlow", 1965), ansonsten sah man sie in TV-Produktionen und als Gast von TV-Shows, unter anderem in "The Red Skelton Show" und in "Bob Hope presents the Chrysler Theatre". 1969 kehrte sie Hollywood auch privat den Rücken und zog auf ihre 1000-Morgen-Ranch nach Rogue River in Southern Oregon. Die Ranch hatte sie bereits in den Vierzigerjahren erworben und zu einem modernen und wirtschaftlich erfolgreichen Milchbetrieb umbauen lassen. Zu Zeiten des zweiten Weltkrieges hatte sie mit der produzierten Milch mehr als 25000 Soldaten versorgt.

In den Siebziger- und Achtzigerjahren ließ das Rollenangebot weiter nach. Man sah sie in zwei Folgen der US-Serie "Love Boat", außerdem in jeweils einer Folge der TV-Serien "Glitter" (1984), "American Masters" und "Hotel" (beide 1987). Sie blieb präsent durch ihre Arbeit als Jurorin der "Miss Univers Pageant", als Aushängeschild der Lingerie-Marke "JC Penney" und durch ihre Bühnenengagements. Ginger Rogers, die insgesamt fünf mal in ihrem Leben verheiratet war, ist zwar am meisten für ihre Bühnen- und Filmarbeiten bekannt, doch kann man sie durchaus als Multitalent bezeichnen. Neben Gesang und Tanz hatte sie auch ein Händchen für die Malerei und Bildhauerei, sie war eine hervorragende Sportlerin und überzeugte im Golf, ebenso wie im Tennis und Tontaubenschießen durch außergewöhnliche Leistungen. Außerdem war sie eine bemerkenswerte Geschäftsfrau. 1985 führte sie Regie bei dem Musical "Babes In Arms". Das Stück wurde ein Erfolg und wieder einmal war der Beweis geliefert worden, dass alles, was Ginger Rogers anfasste, zu Gold wurde. Ebenso erfolgsgekrönt war auch ihre Biographie, die 1991 auf den Buchmarkt kam und für Einblicke in Gingers Leben und ihre Karriere sorgte, aber auch mit einigen Hinweisen auf ihre Affären - unter anderem mit Cary Grant, Howard Hughes und dem Regisseur George Stevens - aufwarten konnte.

Am 25. April 1995 starb Ginger Rogers im Alter von 83 Jahren an Herzschwäche. Sie wurde im Oakwood Memorial Park in Chatsworth/Kalifornien, beigesetzt. Mit ihr starb eine der ganz großen Hollywoodstars und Millionen Fans betrauerten den Tod der "one woman show", wie sie in New York einst genannt wurde.

Weitere Filme und Serien mit Ginger Rogers:

  • Die Zwanzigerjahre:
    "A Day of a Man of Affairs" (Kurzfilm, 1929).
  • Die Dreißigerjahre:
    "A Night in a Dormitory" (Kurzfilm), "Campus Sweethearts" (Kurzfilm), "The Sap from Syracuse", "Queen High", "Office Blues" (Kurzfilm), "Follow the Leader" (alle 1930), "Honor Among Lovers", "The Tip-Off", "Suicide Fleet" (alle 1931), "Carnival Boat", "The Tenderfoot", "The Thirteenth Guest", "Hat Check Girl", "Badenix" (alle 1932), "Broadway Bad", "Die 42. Straße", "Goldgräber von 1933", "Professional Sweetheart", "Don't Bet on Love", "A Shriek in the Night", "Rafter Romance", "Chance at Heaven", "Sitting Pretty" (alle 1933), "Twenty Million Sweethearts", "Upperworld", "Finishing School", "Change of Heart" (alle 1934), "Romance in Manhattan", "In Person" (beide 1935), "5th Ave Girl" (1939).
  • Die Vierzigerjahre:
    "Primrose Path", "Glückspilze" (beide 1940), "Tom, Dick und Harry" (1941), "Tender Comrade" (1943), "Die Träume einer Frau", "Ich werde dich wiedersehen" (beide 1944), "Weekend im Waldorf" (1945), "Heartbeat", "Die wunderbare Puppe" (beide 1946), "It Had to Be You" (1947).
  • Die Fünfzigerjahre:
    "Mordsache - Liebe" (1950), "The Groom Wore Spurs" (1951), "Wir sind gar nicht verheiratet", "Casanova wider Willen" (beide 1952), "Die pikanten Jahre einer Frau" (1953), "Beautiful Stranger", "Producers' Showcase" (TV-Serie), "Die Spinne" (alle 1954), "In die Enge getrieben" (1955), "The First Traveling Saleslady", "Teenage Rebel" (beide 1956), "Oh, Men! Oh, Women!" (1957), "The DuPont Show with June Allyson" (TV-Serie, 1959).
  • Der Rest:
    "Abenteuer im wilden Westen" (TV-Serie), "The Steve Allen Show" (TV-Serie, beide 1960), "Vacation Playhouse" (TV-Serie, 1963), "Cinderella" (1965), "Das gibt's nie wieder II" (1976), "That's Dancing!" (1985).

Alle Filme mit Virginia Katherine McMath

 

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