Howard Hawks

Ein Meisterregisseur bei der Arbeit:<br> Howard Hawks Vergrößern
Ein Meisterregisseur bei der Arbeit:
Howard Hawks
Howard Winchester Hawks
Geboren: 30.05.1896 in Goshen, Indiana, USA
Gestorben: 26.12.1977 in Palm Springs, Kalifornien, USA

Howard Hawks hatte sich seit seinem Debüt in der Stummfilmzeit schnell in Hollywoods Film-Maschinerie etabliert. Er machte seinen Abschluss auf der Philips-Exeter-Akademie und begann zunächst in den Famous Players-Lasky Studios. Während des Ersten Weltkriegs diente er als Pilot und kam anschließend direkt ins Filmgeschäft zurück, arbeitete als Cutter, Filmarchitekt, Requisiteur, Stuntman und gelegentlich als Regie-Assistent (etwa bei Josef von Sternberg). Seine Regie-Karriere begann er 1922 mit Kurzfilmen und versuchte sich später auch als Drehbuchautor.

Ab 1925 gehörte er bereits zu den Gefragtesten seines Faches. Der Grund: Egal was Hawks anpackte, ihm gelang beinah alles. So bewegt er sich die folgenden 45 Jahre souverän zwischen Screwball-Komödien - "Leoparden küsst man nicht" (1938), "Sein Mädchen für besondere Fälle" (1940), "Die merkwürdige Zähmung der Gangsterbraut Sugarpuss" (1941), "Ich war eine männliche Kriegsbraut" (1949), "Liebling, ich werde jünger" (1952) und "Ein Goldfisch an der Leine" (1964) -, Detektivfilmen - "Tote schlafen fest" (1946) -, Gangsterfilmen - "Scarface" und "Tiger Hai" (beide 1932), Western - "The Outlaw" (1940), "Der weite Himmel" (1952) -, Abenteuerfilmen - "Höhe null" (1935), "Land der Pharaonen" (1955) und "Hatari" (1961), Kriegsfilmen - "The Road To Glory" (1936), "Sergeant York" (1941), "Air Force" (1943) -, Musicals - "Blondinen bevorzugt" (1953) -, Dramen - "Haben und Nichthaben" (1945), Action-Filmen -"Rote Linie 7000" (1965) und sogar Sciencefiction-Filmen - "Das Ding aus einer anderen Welt" (1951 - offiziell als Produzent). In jedem Genre hatte er riesigen Erfolg.

Dass er sogar Western wie von leichter Hand in die Dimensionen antiker Tragödien aufsteigen lassen konnte, demonstrierte er mit dem John-Wayne-Klassikern "Red River" (1948), "Rio Bravo" (1959), "El Dorado" (1967) und "Rio Lobo" (1970). Sein immer wiederkehrendes Grundmotiv waren Situationen, in denen Menschen unter enormen Druck geraten: Halten sie stand oder zerbrechen sie? Dabei benutze er zwecks Temposteigerung auch neue Elemente wie etwa sich überlappende Dialoge. Außerdem zeichnen sich seine Werke durch eine deftige Prise Humor aus. Hawks war leidenschaftlicher Rennfahrer. Als solcher hatte er nur als Neuling einen Unfall, bis er 1974 - inzwischen 78 Jahre alt - mit dem Motorrad in einen Kaktus fuhr. Deshalb betrat er 1975, als er mit einem Ehren-Oscar ausgezeichnet wurde, hinkend - wie viele seiner Filmcharaktere - die Bühne.

Weitere Filme von Howard Hawks: "The Road To Glory" (verschollen), "Fig Leaves" (beide 1926), "The Cradle Snatchers" (verschollen), "Bezahlte Liebe" (beide 1927), "In jedem Hafen eine Braut", "Fazil", "The Air Circus" (alle 1928), "Trent's Last Case" (1929), "The Dawn Patrol" (1930), "Das Strafgesetzbuch" (1931), "Der Schrei der Menge" (1932), "Today We Live" (1933), "Schrei der Gehetzten" (ungenannt, weil von Jack Conway beendet), "Napoleon vom Broadway" (beide 1934), "San Francisco im Goldfieber" (1935), "Nimm, was du kriegen kannst" (1936), "SOS - Feuer an Bord" (1939), "Wirbelwind der Liebe" (1941), "Die tollkühne Rettung der Gangsterbraut Honey Swanson" (1948) und "Vier Perlen" (1952).

Außerdem produzierte er neben den eigenen Filmen (ab 1938) auch Werke wie "Corvette K-225" (1943) von Richard Rosson.

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