Billy Wilder

Billy Wilder
Geboren: 22.06.1906 in Sucha, Galizien, Polen
Sternzeichen: Krebs
Gestorben: 28.03.2002 in Beverly Hills, USA

Er zählt zweifellos zu den wichtigsten Regisseuren Hollywoods, denn seine pointierten Gags und sein Zynismus suchen in der Filmlandschaft seinesgleichen: Billy Wilder, der immerhin dreimal den Oscar für den besten Film gewann. Als Samuel Wilder als Sohn eines Bahnhofcafe-Pächters geboren, wurde er von seiner Mutter immer nur Billie genannt. Später übernahm der Vater in Krakau ein Hotel und ein Restaurant. Als dann der erste Weltkrieg ausbrach, floh die Familie ins sicherere Wien. Dort verbrachte Wilder den Rest seiner Kindheit und seine Jugend. In der österreichischen Metropole begann er auch 1924 mit einem Jurastudium, das er schon nach drei Monaten abbrach. Fortan ließ er seiner Vorliebe der noch jungen Jazzmusik freien Lauf und versuchte sich als Journalist, der sich vornehmlich um musikalische Themen bemühte.

Wilder lernte den Beruf des Reporters von der Pike auf und nahm seinen Job sehr ernst. Als im Mai 1926 Paul Whiteman mit seinem Orchester - damals ein Star - nach Wien kam, nutzte Wilder die Chance zu einem Interview. Eine verhängnisvolle Begegnung: Whiteman lud Wilder ein, ihm als Fremdenführer nach Berlin zu folgen. Als Journalist fand Billy Wilder hier schnell Kontakt zu jungen Intellektuellen. Zu seinen Bekannten zählten damals Erich Maria Remarque, die Brüder Robert und Curt Siodmak und Drehbuchautor Carl Meyer. Letzterer war es, der Wilder zum Film brachte, auch wenn eine Anekdote anders erzählt: Eine Zimmernachbarin bat eines Nachts Wilder um Hilfe, den ihr eifersüchtiger Freund sollte nicht erfahren, dass sie auch andere Männerbekannschaften pflegte. Kurz darauf stand ein nackter Mann in Wilders Wohnung. Dieser stellte sich als Herr Galitzenstein heraus, der Präsident der Firma "Maxim-Films". Auf die Frage Galitzensteins ob er einen Schuhlöffel habe, antwortete Wilder: "Ich habe nicht nur einen Schuhlöffel, sondern auch ein Filmdrehbuch." - Der Beginn einer beispiellosen Karriere.

Nach vielen Arbeiten als Ghostwriter wurde Wilder erstmals für sein Drehbuch zu dem Film "Der Teufelsreporter" in den Credits namentlich genannt. Seinen Durchbruch erzielte er mit dem Film "Menschen am Sonntag", obwohl sein Beitrag zu diesem Werk eher umstritten ist. Der Übergang vom Stummfilm zum Tonfilm war für den Gag- und Dialogschreiber ein leichtes und so konnte er in Berlin ein luxuriöses Dasein führen. Erst mit der Machtergreifung Hitlers kam die Wende: Wilder floh zunächst nach Paris, wo er auch 1933 sein wenig gelungenes Regiedebüt "Mauvaise Graine" vorlegte. Doch Wilder wollte nach Hollywood, was ihm 1934 durch den Verkauf eines Drehbuch auch gelang. Einmal in Amerika Fuß gefasst, gelang es Wilder schnell nach oben zu kommen. 1938 arbeitete er als Autor für Ernst Lubitsch ("Ninotschka") - seinerzeit ein Star-Regisseur - und Mitchell Leisen. Später kam Howard Hawks hinzu. Mit "Der Major und das Mädchen" inszenierte Wilder 1942 sein Hollywood-Debüt, dem rasch Klassiker der Filmgeschichte folgten: "Frau ohne Gewissen" (1944), "Das verlorene Wochenende" (1945), "Eine auswärtige Affäre" (1948), "Boulevard der Dämmerung" (1950), "Sabrina" (1954), "Das verflixte 7. Jahr" (1955) und "Zeugin der Anklage" (1957).

Mit "Manche mögen's heiß" (1959) begann eine fruchtbare Zusammenarbeit mit dem Schauspieler Jack Lemmon, mit dem Wilder filmische Meisterwerke wie "Das Apartment" (1960), "Das Mädchen Irma la Douce" (1963), "Der Glückspilz" (1966), "Avanti, Avanti!" (1972), "Extrablatt" (1974) und "Buddy Buddy" (1981) drehte. Wilder lebte lange Zeit in Los Angeles. Nach ihm wurde ein in L.A. und Bonn ansässiges Film-Institut benannt, dass einem Studienkonzept folgt, dass Wilder maßgeblich mitgestaltete. Weitere Filme von Billy Wilder: "Fünf Gräber bis Kairo" (1943), "Kaiserwalzer" (1948), "Reporter des Satans" (1951), "Stalag 17" (1953), "Ariane - Liebe am Nachmittag" (1956), "Lindbergh - Mein Flug über den Ozean" (1957), "Eins, zwei, drei" (1961), "Küss mich, Dummkopf" (1964), "Das Privatleben des Sherlock Holmes" (1970) und "Fedora" (1977).

Außerdem schrieb er weitere Drehbücher (die späteren amerikanischen alle in Zusammenarbeit mit Charles Brackett) bzw. Storys zu den Filmen: "Der Mann, der seinen Mörder sucht" (1930), "Ihre Hoheit befiehlt", "Der falsche Ehemann", "Emil und die Detektive" (alle 1931), "Es war einmal ein Walzer", "Ein blonder Traum", "Scampolo, ein Kind der Straße", "Das Blaue vom Himmel" (alle 1932), "Madame wünscht keine Kinder", "Was Frauen träumen", "Adorable" (alle 1933), "Music In The Air" (1934), "Lottery Lover" (1935), "Champagne Waltz" (1937), "Blaubarts achte Frau" (1938), "Midnight", "What A Life" (beide 1939), "Arise, My Love" (1940), "Das goldene Tor" und "Die merkwürdige Zähmung der Gangsterbraut Sugarpuss" (beide 1941).


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