Charles Laughton

Charles Laughton
Geboren: 01.07.1899 in Scarborough, North Yorkshire, Großbritannien
Sternzeichen: Krebs
Gestorben: 15.12.1962 in Hollywood, Kalifornien, USA

Sein ebenso boshafter wie sanftmütiger Hundeblick ist sprichwörtlich, und in seiner Hässlichkeit liegt Profil: Charles Laughton. "Er ist ein schrecklich fetter, alter Knabe", lästert Hollywoods Klatschkolumnistin Else Maxwell, als sie von einer Hollywood-Party nach Hause kommt, bei der ihr Charles Laughton vorgestellt wurde. Der Schauspieler habe ausgesehen wie Falstaff im Frack, sagte sie. Schon 1926 imponiert Charles Laughton dem Hollywoodregisseur Cecil B. De Mille, als er ihn in der Rolle von Gogols "Revisor" auf der Bühne sieht. Jahre später erinnert er sich an ihn und macht ihn zum Hollywood-Star.

Der Hotelierssohn, in Großbritannien geboren, ist Zimmerkellner im Londoner Claridge-Hotel, später Empfangschef des Hotels. 1917/18 nimmt er am 1. Weltkrieg teil, durch deutsche Gasangriffe wird er lebensgefährlich verletzt. Dann erkennt man sein wirkliches Talent, 1919 geht er als Amateur-Schauspieler zur Bühne, arbeitet jedoch weiterhin am elterlichen Hotel. 1925/26 besucht er die Royal Academy of Dramatic Arts in London, 1926 feiert er sein professionelles Bühnendebüt. 1928 arbeitet er an Kurzfilmen mit, die H. G. Wells für Elsa Lanchester schreibt. Ein Jahr später wird Elsa seine Ehefrau - und wird es bis zu seinem Tod bleiben - ungeachtet der homosexuellen Neigungen von Laughton.

In E. A. Duponts letztem Stummfilm "Piccadilly" (1929) feiert Laughton als herumnörgelnder Restaurantgast sein Leinwanddebüt. Als De Mille bei einem neuen London-Besuch den begabten Schauspieler auf der Bühne sieht, nimmt er ihn für die Paramount unter Vertrag und besetzt ihn als Kaiser Nero in dem historischen Ausstattungsfilm "Im Zeichen des Kreuzes". Das ist 1932, im gleichen Jahr steht er erstmals am Broadway auf der Bühne. Von jetzt ab spielt er alternierend am Londoner Old Vic und am Broadway. 1933 ist Laughton bei Alexander Korda der britische König Heinrich VIII. in "Das Privatleben Heinrichs VIII." Für die Rolle erhält er den Oscar. 1934 sieht man ihn unter der Regie des vielseitigen Regisseurs Leo McCarey in "Ein Butler in Amerika". Danach folgt unter der Regie von Frank Lloyd eine seiner brillantesten Rollen an der Seite von Clark Gable in dem Klassiker "Meuterei auf der Bounty" (1935).

Kapitän Bligh (Laughton) gilt als übler Schinder. Er weiß, dass er seine Besatzung nur durch äußerste Wachsamkeit in Schach halten kann; dennoch kommt es auf der beschwerlichen Seereise von Plymouth nach Tahiti zu Auseinandersetzungen. Bligh lässt auf sadistische Weise Leute auspeitschen und verschachert Reiseproviant. Bis Tahiti gärt der Aufstand, doch es passiert nichts; erst als auf der Rückreise der wahnsinnige Kapt'n seine Leute erneut unter Druck setzt, bricht die Meuterei aus. Anders als das Jahrzehnte später von Lewis Milestone mit großem technischen Aufwand inszenierte Remake des berühmten Romans von Nordhoff & Hall gelingt dem Regisseur mit seinen hervorragenden Darstellern ein eindringlicher Schwarzweißfilm (Kamera: Arthur Edeson) von unwahrscheinlicher Härte.

Laughton ist jetzt ein Star. Er spielt den Bettler und den Millionär, den König und Landstreicher, Künstler, Piraten oder vertrottelte Hausväter wie in David Leans "Herr im Haus bin ich" (1954). Dieser liebenswerte Haustyrann bringt Laughton den Berliner Bär als bester Darsteller. 1936 ist er ein wunderbarer "Rembrandt" bei Alexander Korda, im gleichen Jahr dreht Josef von Sternberg den unvollendeten Spielfilm "I, Claudius". 1937 gründet Laughton gemeinsam mit Erich Pommer die Mayflower Pictures. In drei Produktionen übernimmt er die Hauptrolle, so als versoffener Nichtsnutz - an der Seite seiner Frau - in "Vessel of Wrath", in "St. Martins Lane" und in Alfred Hitchcocks "Riff-Piraten" (1939).

Die letzte englische Produktion des Gruselmeisters ist eigentlich kein richtiger "Hitchcock-Film": Nach dem Roman von Daphne du Maurier erzählt er eine Geschichte, die gegen Ende des 18. Jahrhunderts spielt. In einer mysteriösen Herberge, wo Strandräuber wohnen, passieren allerlei fürchterliche Dinge; der Anführer der Bande aber gilt weithin als ehrbarer Mann. Es ist der von Charles Laughton gespielte Friedensrichter. Hitchcock musste diese Rolle für den Produzenten des Films - Laughton - aufwerten und war mit dem Ergebnis wenig zufrieden.

"Der Glöckner von Notre Dame", 1939 von William Dieterle inszeniert, gibt Laughton wieder eine große Chance als Charaktertyp. Zweifellos wird der oft verfilmte sozialkritische Schauerroman Victor Hugos durch William Dieterles Regie und die Schauspielkunst Laughtons als Quasimodo zu einem eigenwilligen Kinostück. Kameramann Joseph H. August versteht es, das aufregende Schwarzweißepos mit dem Sozialdrama in Einklang zu bringen. Im spätmittelalterlichen Paris findet die hübsche Zigeunerin Esmeralda (Maureen O'Hara), die als Hexe verfolgt wird, Verständnis und Zuflucht beim buckligen Quasimodo, dem Glöckner von Notre Dame.

1941 entsteht Henry Kosters "Die ewige Eva" mit Laughton, 1944 spielt er unter der Regie von Robert Siodmak in dem Thriller "Unter Verdacht". "Das Gespenst von Canterville" (1944), inszeniert von Jules Dassin, ist wieder eine große Herausforderung für Charles Laughton. Regisseur Jules Dassin und Drehbuchautor Edwin Harvey Blum haben Oscar Wildes Geschichte in den Zweiten Weltkrieg versetzt: Der grausame Vater von Sir Simon de Canterville hat im Jahre 1934 den armen, furchtsamen Sprössling im Schloss einmauern lassen, weil er sich pazifistisch gebärdete und einem Lanzenduell entfloh. Niedere Instinkte treiben den unmenschlichen Vater überdies zur Verfluchung seines Sohnes. So bangt der unselige Simon nun sein 310 Jahren darauf, dass einer seiner Nachfahren eine tapfere Tat tut und ihn für die kühle Familiengruft freigibt. Doch von Jahrhundert zu Jahrhundert werden die Chancen immer geringer. Eines Tages taucht wirklich einer der Sippe als amerikanischer G. I. im Schloß auf und erlöst nach einigen Schwierigkeiten den armen Simon von den Qualen des wöchentlichen Spukens.

Jules Dassin hat diese schrullige Gespenstersaga mit flotter Kamera und dem vorzüglichen Laughton verfilmt, eine herrliche Travestie auf die alten Gespenstergeschichten von damals. 1947 spielt Laughton in Alfred Hitchcocks "Der Fall Paradin" und in Lewis Milestons "Triumphbogen", 1948 in John Farrows "Spiel mit dem Tod". Den liebeswerten Vagabunden, der mit dem ganzen Zauber seiner Darstellungskunst ausgestatteten Gentleman der Gosse ausgestattet ist, spielt Laughton 1952 in "Fünf Perlen" in der Episode "Der Vagabund und die Gerechtigkeit" nach O Henrys Kurzgeschichte.

William Dieterle inszeniert 1953 "Salome" mit Laughton, Rita Hayworth, Stewart Granger und Judith Anderson. Unter all den in den 50er Jahren so beliebten Bibel-Verfilmungen, die übrigens meist hervorragende Schauspielerpersönlichkeiten aufzuweisen hatten, ist Dieterles "Salome" ein ganz besonders kurioser Fall: Die Geschichte von der berühmt berüchtigten Herodes- Tochter, die mit ihrem Schleiertanz vergeblich versucht, den edlen Johannes den Täufer zu retten, ist in faszinierender Farbfotografie abgelichtet, trotz der bedeutenden Schauspieler jedoch teilweise wie Bauerntheater interpretiert und in einer epischen Mischung aus Märchen und Melodram gehalten.

"Die Thronfolgerin" (1953) von George Sidney ist ein farbenprächtigen Kostümfilm mit Stars wie Jean Simmons, Stewart Granger und Deborah Kerr. Charles Laugton ist hier noch einmal Heinrich VIII., Jean Simmons die kleine Bess, Liebling des Königs, die jedoch als Tochter der unglückseligen, auf Geheiß des Königs hingerichteten Ann Boleyn ins Exil geschickt wird. Als sie der gutaussehende Thomas Seymour (Granger) zurückholt, verliebt sich Bess in ihn. Doch nach dem Tod des Vaters animiert Bess ihre geliebte Stiefmutter Catherine Parr (Kerr) ihren Thomas zu heiraten. Für einen Seitensprung mit Bess verliert dieser dann seinen schönen Kopf, und aus Bess wird die Königin Elisabeth I. Trotz Sentimentalität ist dies schönes Ausstattungskino.

Regieabsichten im Film hat Laughton häufig geäußert. Dann inszeniert er 1955 seinen ersten und einzigen Spielfilm: "Die Nacht des Jägers" mit Robert Mitchum, Shelley Winters und Lillian Gish. Ein psychopathischer Prediger, für ein kleines Vergehen ins Gefängnis geraten, versucht aus dem Raubmörder und Todeskandidaten Ben Harper das Versteck einer beachtlichen Raubsumme herauszupressen. Nach dem Tode des Deliquenten schleicht sich Harry ins Vertrauen der Witwe, heiratet sie, kann aber das Geheimnis nicht lösen. Das Misstrauen eines zehnjährigen Jungen löst ein blutiges Drama aus. Laughton hat nur diesen einen Film inszeniert, aber eine sichere Hand für subtilen Horror bewiesen.

Zwei Jahre später entsteht "Zeugin der Anklage" von Billy Wilder. Die Hauptrollen in dieser skurrilen wie ironischen Kriminalgeschichte spielen neben Laughton als alter, kranker Strafverteidiger Marlene Dietrich, Tyrone Power und Elsa Lanchester. Laughton ist - wenn es darauf ankommt - ganz schön böse, drohend und beharrlich. Billy Wilder gibt ein intelligentes Denkspiel auf und lässt raten, bangen, falsche Schlüsse ziehen, bis die Romanstory der Agatha Christie ihre verblüffende Auflösung findet.

"Spartacus" (1959) von Stanley Kubrick zeigt den Charakterstar neben Kirk Douglas, Peter Ustinov und Jean Simmons. Es ist trotz der widrigen Umstände während der Entstehung ist dies einer der besten Monumentalfilme in der Geschichte des modernen Kinos.

1961 spielt Laughton - kurz vor seinem Krebstod - seine letzte Kinorolle als Senator mit McCarthy-Meinungen in Otto Premingers "Sturm über Washington". In den letzten Lebensjahren tritt er einige Male im Fernsehen auf.

Weitere Filme mit Charles Laughton: "Frankie And Johnnie", "Day-Dreams", "Bluebottles" (alle 1928), "Comets" (1929), "Wolves" (1930), "Down River", "Die Frau im U-Boot" (beide 1931), "Das Haus des Grauens", "Zahlungsaufschub", "Wenn ich eine Million hätte", "Island Of The Lost Souls" (alle 1932), "White Woman" (1933), "The Barretts Of Wimpole Street" (1934), "Die Elenden" (1935), "They Knew What They Wanted" (1940), "Stand By For Action", "Sechs Schicksale", "The Tuttles Of Tahiti" (alle 1942), "Dies Land ist mein", "The Man From Down Under", "Auf ewig und drei Tage" (alle 1943), ""Unter schwarzer Flagge" (1945), "Because Of Him" (1946), "The Girl From Manhattan", "On Our Merry Way" (beide 1948), "Geheimaktion Carlotta", "Der Mann vom Eiffelturm" (beide 1949), "Das Herz einer Mutter", "Die merkwürdige Tür" (beide 1951), "Abbott und Costello als Piraten wider Willen" (1952) und "Unter zehn Flaggen" (1960).


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