Jean Simmons

Jean Simmons wurde zweimal für den Oscar
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Jean Simmons wurde zweimal für den Oscar nominiert, erhielt ihn aber nie
Jean Simmons
Geboren: 31.01.1929 in Crouch-Hill, London, Großbritannien
Sternzeichen: Wassermann
Gestorben: 22.01.2010 in Santa Monica, Kalifornien, USA

Diana ist ein abgrundtief böses Mädchen. Sie versucht, ihre Stiefmutter zu töten. Das geht schief. Später klappt es dann doch noch, aber aus Versehen sitzt ihr geliebter Vater mit im wohl präparierten Unglücksauto. Das trifft Diana tief, aber nicht so tief, dass sie nicht weitere Verbrechen plant. Doch erst mal ist sie verdächtig, allerdings nicht allein, sondern auch der Chauffeur Frank, mit dem sie eine Affäre hat. Der clevere Familienanwalt sorgt dafür, dass das Verhältnis vor der Verhandlung legalisiert wird: Frank und Diana heiraten in der Untersuchungshaft. Der Erfolg bleibt nicht aus, sie werden freigesprochen. Doch Frank selbst ist das nächste Opfer: Weil er sie durchschaut hat, muss er sterben. Jean Simmons spielt nicht die eiskalte Mörderin, sondern die kranke Kindfrau, die Leben und Tod, Liebe und Hass nur als Spiel betrachtet: Otto Premingers Film "Engelsgesicht" von 1952 ist der fünfte Hollywood-Film von Jean Simmons und zugleich eine ihrer besten Rollen.

Das jüngste Kind einer sechsköpfigen Familie besuchte die Orange Hall School for Girls und die Ada Foster School of Dancing. Ihr Kinodebüt gab sie bei Val Guest in "Give Us the Moon" (1944), anschließend folgte Harold Frenchs "Mr. Emmanuel" (1944). Hier lernte sie ihren späteren Mann Stewart Granger kennen. 1945 unterschrieb sie einen Vertrag bei der renommierten britischen Filmgesellschaft J. Arthur Rank. Sie spielte bei Gabriel Pascal in der George-Bernard-Shaw-Verfilmung "Caesar und Cleopatra" (1945) und bei Brian Desmond Hurst in "Der kupferne Berg" (1946)". Im selben Jahr wurde sie als junge Estelle in David Leans Charles-Dickens-Verfilmung "Geheimnisvolle Erbschaft" (1946) bemerkt, noch mehr Aufsehen erregte sie als verführerische Inderin in "Die schwarze Narzisse" (1947) von Michael Powell und Emeric Pressburger.

International bekannt aber wurde sie an der Seite von Laurence Olivier in dessen "Hamlet" (1948): Im Oscar-Sieger des Jahres erhielt sie für die Nebenrolle der Ophelia eine Oscar-Nominierung. 1950 unterschrieb sie einen Vertrag mit Howard Hughes und siedelt gemeinsam mit ihrem damaligen Mann, Stewart Granger, in die USA über. In England spielte sie aber noch in Harold Frenchs sympathischer Star-Komödie "Adam und Evelyn" (1949) an der Seite von Stewart Granger, der schwülen Robinsonade "Die blaue Lagune" (1949) von Frank Launde und schließlich in Basil Deardens Mystery-Melodram "Frau im Netz" (1950). Man sah sie im selben Jahr neben Dirk Bogarde in Terence Fishers seltsamem Spannungsfilm "Paris um Mitternacht" (1950) um das geheimnisvolle Verschwinden eines Besuchers der Pariser Weltausstellung 1889 und schließlich unter der Regie von Anthony Asquith und Harold French im Episodenfilm "Trio - so ist das Leben". 1951 stand sie mit Trevor Howard in Ralph Thomas' Thriller "Auf falscher Spur" vor der Kamera.

Mit ihren ersten Hollywoodfilmen wurde sie dann wirklich zum Star. Ist Roy Rowlands "Ein Mann ohne Bedeutung" (1952) mit Victor Mature noch eine eher konventionelle Komödie, so sind Otto Premingers schwarzer Krimi "Engelsgesicht", Chester Erskines originelle Shaw-Verfilmung "Androkles und der Löwe" (1952), wie auch George Cukors "Theaterfieber" (1953) mit Spencer Tracy nicht nur gut gemachte Filme, sondern auch für das schauspielerische Profil von Jean Simmons von Bedeutung. Die große Erfolgswelle begann schließlich an der Seite von Richard Burton in dem ersten CinemaScope-Film der Fox, "Das Gewand" (1953), inszeniert von Henry Koster, der auch der Regisseur von "Désirée" (1954) ist. Jean Simmons spielte hier die Titelfigur neben Marlon Brandos Napoleon. Erfolgreich war sie auch als junge Elisabeth in "Die Thronfolgerin" (1953) von George Sidney und in "Sinuhe, der Ägypter" (1954) von Michael Curtiz.

Der Starerfolg setzte sich fort an der Seite von Marlon Brando in Joseph L. Mankiewiczs Musical "Guys and Dolls - Schwere Jungen - leichte Mädchen" (1955) und Robert Wises "Land ohne Männer" (1957) neben Paul Newman. 1958 spielte sie in dem Western-Epos "Weites Land" von William Wyler neben Gregory Peck eine beherzte Lehrerin, anschließend war sie einer der Stars in Stanley Kubricks aufregendem Ausstattungsfilm "Spartacus" (1960). Und man sah sie in Stanley Donens Komödie "Vor Hausfreunden wird gewarnt" (1960).

Nach ihrer Scheidung von Stewart Granger (1960) heiratet Jean Simmons den Regisseur Richard Brooks noch während der Dreharbeiten zu "Elmer Gantry" (1960), wo sie neben Burt Lancaster vor der Kamera stand. Brooks war auch der Regisseur von "Happy-End für eine Ehe" (1969), für den Jean Simmons noch einmal eine Oscar-Nominierung erhielt. Zu dieser Zeit arbeitete sie fast nur noch im Fernsehen, wo sie in den Achtzigerjahren späte Erfolge mit "Dornenvögel" (1983), "Fackeln im Sturm" (1986) und "Der Brady Skandal" (1988) hatte. In dem beeindruckenden britischen Fernsehfilm "Der Fremde am Strand" (1988) war sie als Tante Mary an der Seite von Anthony Hopkins und Trevor Howard zu sehen. Jean Simmons starb acht Tage vor ihrem 81. Geburtstag in ihrem Haus im kalifornischen Santa Monica an Lungenkrebs.

Weitere Filme mit Jean Simmons: "Als Jim Dolan kam" (1966), "Große Erwartungen" (1989), "Die Laker Girls" (1990), "One More Mountain - Der letzte Pass" (1994), "Gänseblümchen im Dezember", "Ein amerikanischer Quilt" (beide 1995), "Ich hab' um dich geweint" (1998), "Rosamunde Pilcher: Wintersonne" (2003).

Foto: Studiocanal


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